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  • Boycott - gewaltloser Widerstand in Irland

    Captain Charles Boycott im Jahr 1867 Photo: Sean Sexton Die Episode, die Charles Cunningham Boycott seinen festen Platz in der Geschichte Irlands und in den Wörterbüchern weltweit einbringt, ist eine bunte Mischung aus Farce und Tragödie, die so viele Teile der anglo-irischen Geschichte kennzeichnet. Boycott ist eigentlich nur ein gewöhnlicher Mann mit einer abstoßenden Persönlichkeit, doch er macht Geschichte, aber hallo! Zunächst ist Captain Boycott nur ein unbedeutender Offizier in der britischen Armee. Später, im Jahr 1880, wird er als Gutsverwalter auf den Ländereien des Earl Erne auf der Insel Achill, County Mayo, angestellt. Boycott eilt bereits ein Ruf als Menschenschinder voraus und er macht auch in seinem neuen „Job“ keine Ausnahme. Der ehemalige Captain der britischen Armee gerät dabei 1880 zwischen die Fronten des in Irland tobenden Land War  (Krieg um Land ). Eine Karikatur von Charles Cunningham Boycott aus der Zeitschrift Vanity Fair, 29. Januar 1881. Foto: Wikipedia Kurzer Schlenker zu den Hintergründen Grund und Boden auf der grünen Insel gehören zu jener Zeit englischen, meist protestantischen Großgrundbesitzern. Bearbeitet wird das Land von nahezu rechtlosen, in der Regel katholischen Pächtern, die den Schikanen der reichen Landlords hilflos ausgeliefert sind. Bereits in seinem ersten Amtsjahr drangsaliert Boycott offenbar mit großem Vergnügen seine armen Bauern. Seine Lordschaft und seine Handlanger treiben bei den Pächtern saftige Mieten ein, die, wenn sie nicht gezahlt werden, zu gewaltsamen Vertreibungen von Großfamilien führen. Elf Familien verlieren durch Boycott und seine Lordschaft ihre Existenz und ihr Dach über dem Kopf. Charles Stewart Parnell, Photo: Wikipedia Dann Auftritt des „ungekrönten Königs“ Irlands Charles Stewart Parnell . Parnell und seine Irish Land League stellen einen Plan für gewaltlosen Widerstand vor: Den Täter ächten, gewaltlos Widerstand leisten. Gesagt, getan. Niemand will mehr für Boycott arbeiten, noch etwas von ihm kaufen oder an ihn verkaufen. Er bekommt nicht einmal mehr seine Post zugestellt, seine Pferde bleiben unbeschlagen, seine Wäsche ungewaschen und sein Vieh wird nicht mehr mit der Eisenbahn transpor­tiert. Ach so, ja, der fällige Pachtzins wird natürlich auch nicht gezahlt. Die Pächter und die örtliche Landbevölkerung stellen die Arbeit auf seinen Feldern ein, und die Angestellten des Anwesens, mit Ausnahme seines Jockeys (Boycott war ein leidenschaftlicher Reiter), verlassen massenhaft das Anwesen. Die Gemeinde tut sich zusammen, um Boycott zu isolieren: Sie sprechen nicht mit ihm und erkennen seine Anwesenheit nicht an, sie buhen ihn aus und spucken auf seine Schuhe. Warum Boycott von Öffentlichkeitsarbeit auch keine Ahnung hatte In einem Brief an die London Times  beschwert er sich heftig, wie schlecht es ihm auf der grünen Insel ergehe. Vorhersehbar sorgt sein Brief in der Zeitung dafür, dass jetzt die ganze Welt von dem Fall und seinem schikanösen Verhalten erfährt. Im November 1880 benutzt die London Times  erstmals den Begriff boycotting  für diese Art des gewaltlosen Widerstands. Innerhalb von zwanzig Jahren wird das Wort in Wörterbüchern auf der ganzen Welt auftauchen. Doch zunächst ist es nun ein großes Thema für die internationale Presse. Englische Zeitungen sammeln Spenden, um Bauern aus Ulster anzuheuern. Eine Gruppe von circa 50 Ulster-Loyalisten melden sich freiwillig, um Boycott zu helfen, die Ernte einzubringen. Das US-Blatt Brooklyn Eagle berichtet am 9. November 1880: "DUBLIN Vier Truppen von Husaren wurden heute Morgen um 2 Uhr mit Sonderzügen nach Ballinrobe entsandt. Vierhundert Infanteristen sind soeben in Ballinrobe eingetroffen und werden in der Nähe von Lough Mask ihr Lager aufschlagen. Diese Vorsichtsmaßnahmen werden im Hinblick auf die Absicht der Nord-Oranier getroffen, Arbeiter zur Ernte von Mr. Boycott, dem Agenten von Lord Erne, zu schicken, für den sich die örtliche Bauernschaft auf Betreiben der Land League weigert, zu arbeiten. Die Regierung wird eine kleine Truppe von Arbeitern schützen, weigert sich aber, irgendetwas zur Verfügung zu stellen, das einer bewaffneten Demonstration nahekommt, was mit Sicherheit einen Zusammenstoß provozieren würde." Jetzt schicken immer mehr Zeitungen ihre Korrespondenten in den Westen Irlands, um über die Vorgänge zu berichten. Die 50 Oranier aus der Grafschaft Cavan müssen von einem Regiment der 19. königlichen Husaren bewacht werden, und mehr als 1 000 Männer der königlichen irischen Polizei werden zum Schutz der Erntehelfer eingesetzt. Der ganze Spaß kostet über 10 000 Pfund - Wert der Ernte: 500 Pfund. So etwas nennt man, glaube ich, unrentabel? Das Ganze nimmt Fahrt auf Unterdessen schlägt der örtliche Pfarrer, Pater O'Malley, vor, das Wort „Boykott“ zu verwenden, da „ächten“ für die Einheimischen ein zu kompliziertes Wort sei. „Sagen wir einfach ‚wir boykottieren ihn‘“, weist der Geistliche einen der Journalisten an. Der Ausdruck verbreitet sich rasch, auch nach Russland, wo „Boikitturovat“ zu einer beliebten politischen Strategie wird. „Wie ein Komet“, bemerkt der Schriftsteller George Moore, "ist das Wort ‚Boykott‘ auf einmal überall. Im Dezember 1880 schreibt Boycott an Premierminister Gladstone. Er fordert eine Entschädigung in Höhe von 6000 Pfund für die Verluste, die er „aufgrund des Fehlens von Gesetzen im Westen Irlands“ erlitten habe. Erfolglos. Im Jahr 1886 muss Boycott seinen Anteil an dem Haus und der umliegenden Farm verkaufen. Ohne Schutz und ohne Alternative klettern Boycott und seine Frau Annie in einen Sanitätswagen der Armee, begleitet von einer Truppe der 19. Husaren. Völlig entnervt verlassen sie klammheimlich Irland. Der Boykott stärkt die Macht der Bauern dramatisch. Ende 1880 gibt es Berichte über weitere "Boykotte" aus ganz Irland. Die Ereignisse in Lough Mask hatten auch die Macht der Land League und die Popularität von Parnell als Anführer gestärkt. Die gewaltlose und erfolgreiche Aktion war eine der erfolgreichsten Taktiken, die jemals gegen die Briten in Irland eingesetzt wurden. Bereits lange vor Mahatma Gandhi wurde diese Art des gewaltlosen Widerstands in Irland "erfunden" und als erfolgreiches Druckmittel genutzt.

  • Frage des Tages: Wer gewann Irlands erste olympische Medaille?

    Irlands erste olympische Medaille wurde von einem berühmten Künstler in einer ungewöhnlichen Kategorie gewonnen. Wir schreiben das Jahr 1924, nur drei Jahre, nachdem die irische Nation zum freien Staat erklärt wurde, in jenem Jahr finden die olympischen Spiele in Paris statt. Der Tarzan-Darsteller und US-Schwimmer Johnny Weissmüller gewinnt drei Goldmedaillen; der Finne Paavo Nurmi erläuft sich sensationelle fünf Goldmedaillen und der Ire Jack Butler Yeats , Bruder von WB Yeats, sichert sich eine Silbermedaille im Bereich Kunst. Ja, richtig gelesen! Kunstwettbewerbe sind noch bis 1948 Teil der Olympischen Spiele und Jack nimmt mit seinem Gemälde The Liffey Swim teil. Interessanterweise ist die einzige andere Medaille, die Irland 1924 gewinnt, ebenfalls ein Kunstwerk. Der Dichter Oliver St John Gogarty gewinnt eine Bronzemedaille in Literatur mit seinem Gedicht Ode to the Tailteann Games. Später wurden Disziplinen wie Bogenschießen, Tennis und Tauziehen aus dem Programm genommen. Eröffnungsfeuerwerk der Tailteann Spiele im Croke Park, Dublin, 1924 Und wo wir gerade beim Thema sind: Die Tailteann-Spiele oder Aonach Tailteann waren ein irisches Sport- und Kulturfestival, das in den Jahren 1924, 1928 und 1932 im irischen Freistaat stattfand. Es war als moderne Wiederbelebung der Tailteann -Spiele gedacht, die seit legendären Zeiten bis zur normannischen Invasion Irlands ausgetragen wurden. An den Sportveranstaltungen nahmen ausschließlich Menschen irischer Abstammung teil; die Teilnehmer kamen nicht nur aus Irland, sondern auch aus England, Schottland, Wales, Kanada, USA, Südafrika und Australien, aber wir wollen jetzt nicht abschweifen. Irland gewinnt zwei Medaillen bei den Olympischen Spielen in Paris. Alle Achtung, oder? Interessant? Teilt den Artikel mit Freunden. Wer mehr Skurriles und Interessantes über Irland wissen möchte, sichert sich einfach ein Exemplar meines Buchs :-)

  • Wie Guinness Irland im Zweiten Weltkrieg rettete

    Guinness ist ein weltweit beliebtes Getränk, aber wer weiß schon, dass es während des Zweiten Weltkriegs zu Irlands mächtigster wirtschaftlicher Waffe wurde und Irland regelrecht über die Zeit des Zweiten Weltkriegs rettete. Die Briten üben schon wieder Druck auf die Iren aus Irland mühte sich im Zweiten Weltkrieg neutral zu bleiben. Das gefiel dem britischen Premierminister Winston Churchill ganz und gar nicht und so übte er Druck auf Irland aus, der mit jedem Kriegsmonat stärker wurde. Churchill verhängte gegen Irland wirtschaftliche Restriktionen und unterbrach die Versorgung mit wichtigen Gütern wie Kohle, Weizen und landwirtschaftlichen Düngemitteln. Leider war Irland zu dieser Zeit noch stark von britischen Importen abhängig. Was tun? Nun, Irland drehte die Situation zu seinen Gunsten, denn es hatte Guinness als Geheimwaffe. Irland hat etwas, was Andere auch gerne hätten ... Ca. 1912 Den Krieg nahm man in Irland weitgehend als einen britischen Konflikt wahr, Eamon de Valera, irischer Premier, war entschlossen, die Souveränität Irlands zu wahren und nicht Kriegspartei zu werden. Zu dieser Zeit war Irland noch stark von britischen Importen abhängig - die Lage drohte immer ungemütlicher zu werden. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs exportierte Irland fast 1 Million Fässer Guinness. Insbesondere das britische Militär, aber auch die alliierten Truppen und die Kriegsindustrie sorgten für entsprechende Nachfrage. Die St.-James-Brauerei in Dublin schipperte kontinuierlich Stout über die irische See. Den Spieß einfach umdrehen! Als die Versorgungslage mit britischer Kohle, Weizen, Düngemittel etc. in Irland besorgniserregend ist, dreht Irland den Spieß um. 1942 verbietet Irland kurzerhand die Ausfuhr von Bier. Begründung: Die knappen Weizenvorräte sollen besser für Brot für die Armen in Irland genutzt werden. Sofort beschweren sich die alliierten Truppen über den Guinness-Mangel. Und siehe da: Die britische Regierung liefert schnellstens wieder den benötigten Weizen. Irland sichert Guinness-Lieferungen zu. Doch schon kurz darauf setzen die Iren das Exportverbot wieder in Kraft und erklären, sie hätten zu wenig Kohle, um das Bier zu produzieren. Die Briten fackeln nicht lange und sichern Irland mehr Kohle zu. Dieses Muster setzte sich noch für wichtige weitere Importe nach Irland fort. Irland wurde von den Briten einigermaßen auskömmlich beliefert, die Handelsbedingungen besserten sich und Irland blieb weiterhin neutral. Guinness ist somit nicht einfach nur ein Bier, sondern offenbar auch ein diplomatisches Instrument. Und da wäre noch eine Frage: Warum wird in Nigeria mehr Guinness getrunken als in Irland? Die Antwort und vieles mehr finden Irlandfans in " Irland wie es nicht im Reiseführer steht ". Interessant? Warum nicht mit Freunden teilen?

  • Irlands kaum bekannte Walfang-Geschichte

    Grindwal Kuh und Kalb by Mmo iwdg Schon gewusst, dass Wale in irischen Gewässern eine lange Geschichte haben? Von der ersten aufgezeichneten Strandung eines Wals über den kommerziellen Walfang bis hin zu Europas erstem Schutzgebiet für Wale. Irlands Geschichte als Walfangnation - alles, was man darüber wissen muss. Vor der zerklüfteten Westküste Irlands kann man das ganze Jahr über Wale beobachten, da die verschiedenen Arten auf ihren Wanderungen zu unterschiedlichen Jahreszeiten vorbeikommen. Buckelwale, Seiwale und andere Bartenwale ziehen im Herbst und Winter durch, während im Frühjahr und Sommer Zwergwale zu sehen sind. Irlands Beziehung zu den Walen hat sich jedoch nicht immer auf Walbeobachtung und Walschutz beschränkt - wenigen ist bekannt, dass Irland auch eine Walfang-Geschichte hat. Wale in Irland: Vom Walfang zur Walbeobachtung Die Geschichte der Wale in irischen Gewässern reicht weit in die Vergangenheit zurück, denn gestrandete Wale waren im Mittelalter von großer Bedeutung. Die erste Erwähnung eines gestrandeten Wals in Irland geht auf den Juli 1295 zurück, als Robert de Clohulle in Co. Kerry angeklagt wird, sich einen Wal „zum Schaden der Krone“ angeeignet zu haben. Robert weist die Anklage zurück und erklärt, nach altem irischen Brauch in Irland können „solche großen Wale als Wrack des Meeres gemeldet werden“, das sei ein Recht, das sein Vater bereits vor ihm hatte. Fast vier Jahrhunderte später, im Jahr 1631, überträgt das Charterboot der Stadt Waterford dem Bürgermeister „die Fischerei auf Lachs und andere Fische jeder Art, auch wenn sie bisher königlich genannt wurden (Wale und Störe ausgenommen)“. Das bedeutet, Wale und Störe waren aufgrund ihrer Bedeutung der Krone vorbehalten. Im Jahr 1623 heißt es, einer der Vorteile Irlands seien die „oft gefangenen Wale und Störe“. Im Mittelalter, als die Schiffe noch nicht in der Lage waren, Wale zu jagen, waren gestrandete Wale wegen ihres Öls und ihrer Fette (Blubber), die unter anderem für Beleuchtungszwecke verwendet wurden, sehr wertvoll. Im Jahr 1736 wird der in Gibraltar einquartierte Leutnant Chaplin, der zuvor in der grönländischen Walfischerei tätig gewesen war, von einem Kollegen, Kapitän Nesbitt, darüber informiert, dass es im Frühjahr eines jeden Jahres vor der nordwestlichen Küste Irlands, insbesondere in Co. Sligo und Co. Donegal viele Wale gebe. Chaplin gründet Irlands erste Walfangstation in St. Johns Point, Co. Donegal. Die Brüder Thomas und Andrew Nesbitt gründen 1759 in der Bucht von Donegal ebenfalls einen Walfangbetrieb. Thomas Nesbitt wird zum Erfinder der Kanonenharpune, was von Arthur Young während seiner Irlandreise 1776-1779 bezeugt wurde, wie er in Band 1, S. 184-184 schreibt: „Durch viele Experimente brachte er das Verfahren zu einer solchen Perfektion, dass er einige Jahre lang nie einen Wal verfehlte und es ihm auch nicht gelang, ihn mit der Harpune zu fangen.“ Halten wir fest: Noch vor über einem Jahrhundert ist Irland ein beliebter Ort für den Walfang. Im Jahr 1896 verhängt die norwegische Regierung Beschränkungen für den Walfang in ihren Gewässern, was die Händler dazu veranlasst, neue Orte für die Jagd zu suchen. Einige kommen nach Irland, wo sie frei jagen können. Zu dieser Zeit ist das Öl aus Walblubber für Lampen und zur Herstellung von Seife sehr gefragt. Es ist sogar ein Bestandteil des Nitro-Glycerin-Sprengstoffs und der frühen Margarinesorten. Walknochen werden verwendet, um den modischen Frauenkleidern der damaligen Zeit Struktur zu verleihen. Ihre Haut wurde zu Leder verarbeitet, und ihre Zähne wurden zu dekorativen Ornamenten geschnitzt. Dies ist eine 12 Minuten langer Film Whaling Afloat and Ashore, der norwegische und irische Walfänger in der Walfangstation Rusheen Iniskea, County Mayo, zeigt. Die an diesem Unternehmen beteiligten Schiffe waren die Alectro, die Erling und die Carsten Bruun. Der Film beginnt an Bord des Schiffes, wo der Wal gesichtet und harpuniert wird (und die Kamera beeindruckend ruhig läuft), aber der Großteil des Films spielt sich an Land ab. Hier wird jede Phase der Verarbeitung des Walkadavers zu einer Reihe von vermarktbaren Produkten in schonungsloser Detailtreue gezeigt, vor allem das Abziehen des Blubbers vom Skelett. Anschließend werden die Walknochen gereinigt, während der Blubber zerschnitten und zu Öl verarbeitet wird. Endlich - das Ende des irischen Walfangs oder wie Öl in Pennsylvania 1859 und die Frauenmode die Wale rettete Image by Pexels  from Pixabay Eine Kombination von Faktoren führt zum Ende der Walfangindustrie in Irland. Es steht zu vermuten, dass die Wale wohl bis zur Ausrottung gejagt worden wären, wenn man nicht Öl in Oil Creek, in Pennsylvania, im Jahr 1859 entdeckt hätte und sich die Frauenmode im Zuge der Emanzipation veränderte. Waltran aus dem Blubber und Knochen für Korsetts und Reifen für Kleider aus den Bartenplatten waren wichtige Hauptprodukte des Walfangs. Doch nun mit dem US-Erdöl auf dem Weltmarkt bricht die Nachfrage nach dem aufwändig gewonnenen Waltran ein. Auch der Preis für Walknochen sinkt ab 1800 von 300 Pfund pro Tonne auf 100 Pfund. Der irische Walfang wird unrentabel. Der Erste Weltkrieg unterbricht den Walfang in Irland für einige Jahre, doch nach seinem Ende wird der Walfang wieder aufgenommen. Immerhin - 1937 verabschiedet Irland den Whale Fisheries Act , der den Walfang in einem Umkreis von 200 Meilen vor der irischen Küste offiziell vollständig verbietet und auch den Walfang durch in Irland registrierte Schiffe in allen Gewässern einschränkt. Allerdings kommt 1965 eine Schule von Langflossen-Grindwalen mit der steigenden Flut in den engen Teil der Brandon Bay, Co. Kerry; sie werden alle getötet, zerlegt und verkauft. Und - von 1966 bis 1976 konzentriert sich die norwegische Fischerei weiterhin auf Zwergwale und Riesenhaie in den küstennahen irischen Gewässern  in der Sommerzeit, bis zur Einführung des Wildlife Act 1976, der die Wale in irischen Gewässern besser schützt. Irland - vom Walfänger zum Walschützer Irland wandelt sich von einem Land, in dem der Walfang als gute Beschäftigungsmöglichkeit galt, zu einem der führenden Walschützer Europas. Die Irish Whale and Dolphin Group,1990 gegründet, setzt sich für den Schutz dieser atemberaubenden Meeresbewohner ein. 1991 erklärt Irland als erstes europäisches Land alle Gewässer innerhalb seiner Fischereigrenzen zum Schutzgebiet für Wale und Delfine. Irlands Gewässer sind reich an Meeresleben, darunter 26 Wale- und Delfinarten. Heute locken Wale Menschen an die irische Westküste, aber jetzt sind sie nur noch mit Kameras und nicht mehr mit Harpunen bewaffnet. Die Walbeobachtung hat sich in Irland als ein beständigerer Wirtschaftszweig erwiesen als der Walfang. Einen Wal zu sehen, der die Wasseroberfläche durchbricht, ist ein wertvoller und unvergesslicher Moment, den auch unsere Enkelkinder noch genießen sollen. Fathaigh na Farraige (Riesen des Meeres) - neue TV-Doku über Irlands Walfanggeschichte  2024 beleuchtet eine beeindruckende TV-Doku, die in Mayo und Donegal spielt, Irlands Walfanggeschichte. Fathaigh na Farraige (Riesen des Meeres) befasst sich mit der ersten Walfangstation in Irland, gefolgt von der industriellen Walfangstation, die 1908 auf den Iniskea-Inseln vor der Küste von Mayo errichtet wurde, nachdem der Walfang in Norwegen zeitweise verboten war. Diese Station hat Walpopulationen überbeutet und dabei einige Arten (Seiwal, Blauwal u.v.a.) fast zum Aussterben gebracht. Achill Island, insbesondere Keem Bay, beherbergte eine der weltweit größten Fischhai-Fischereien, bei der zwischen 1950 und 1965 über 9000 Haie getötet wurden. Fathaigh na Farraige packt Jahrhunderte der komplexen Beziehung Irlands zu diesen Kreaturen in nur 50 Minuten. Die irischsprachige (Englisch untertitelte) Dokumentation zeigt Interviews mit ehemaligen Haijägern, Naturschützern, Meeresarchäologen, Meereshistorikern und bemerkenswerte Archivaufnahmen sowie einen 115 Jahre alten Film Walfang auf Wasser und Land  von Robert Paul, der das Walfangleben auf den Iniskea-Inseln einfängt. Fazit: Die Nachfrage nach Walerzeugnissen geht zurück, als andere Brennstoffquellen entdeckt wurden und sich die Frauenmode weiterentwickelte, das waren die entscheidenden Ereignisse, die die Wale vor den irischen Küsten gerettet haben!

  • Irland und seine Rundtürme

    Rundturm in Glendalough, Co. Wicklow Irland hat der Welt architektonisch den freistehenden runden Turm geschenkt. Kaum ein Gebäude ist so „irisch“, wie ein Rundturm. Damit sind nicht irgendwelche runden Türme gemeint, sondern die schlanken Rundtürme der irischen Klöster und Kirchen. Doch wozu dienten sie? Es gibt dazu mehrere Theorien. Wie wir wissen, kamen Wikinger immer wieder mal gerne „zu Besuch“ nach Irland. Sie plünderten die Klöster und Kirchen und versklavten oder töteten deren Bewohner. Anhänger der "Verteidigungstheorie" nehmen an, dass die Rundtürme zum Einen dazu dienten, sich dort mitsamt den Kostbarkeiten zu verstecken, also der Verteidigung und des Rückzugs in Zeiten der Bedrängnis dienten – das wäre also Theorie eins. Mit einer Strickleiter, die man hochgezogen habe, hätte man versucht, sich in Irlands Rundtürmen in Sicherheit zu bringen. Andererseits kann angeführt werden, dass ein Versteck im Rundturm schnell zur Falle wird, falls Angreifer viel Zeit haben und auf die Idee kommen, den Turm zu belagern. Die Indizien sprechen eigentlich gegen Theorie eins. In Clonmacnoise existierte ein solcher Rundturm (irisch: Cloigtheach = Glockenhaus) mit einem Baudatum um 1124 – vor den Wikingerüberfällen und wie gesagt, als Versteck nicht wirklich geeignet. Rundturm in Glendalough, Co. Wicklow Kommen wir zu Theorie zwei: Ihre Anhänger glauben, die Türme seien heilige Stätten eines Sonnenkults gewesen, oder gar Sternwarten der Druiden. Nach einigen Pint Guinness vertreten auch manche die Theorie, die Rundtürme seien die Zeiger riesiger Sonnenuhren ... die dazu gehörigen Zifferblätter hat man zwar bislang nicht gefunden, aber was soll’s, das wäre dann Theorie Numero drei. Weitere Theorien reichen von Feuertempel, Phallus- und Fruchtbarkeitsriten – Freud lässt grüßen, bis zu Gefängnissen für reuige Sünder und Türme für ein Dasein als Eremit. Manche wiederum meinen, die Wikinger hätten diese Türme als Wach- und Aussichtsplattformen gebaut und die Iren hätten sie später lediglich als Glockentürme zweckentfremdet. Dagegen spricht, dass man keine Glocken oder Überreste derselben in den Türmen entdeckt hat. Manche Historiker argumentieren, Mönche haben möglicherweise mit Handglocken aus den oberen Fenstern geläutet. Allerdings weisen einige Quellen darauf hin, dass Handglocken, die im frühen Mittelalter in Irland verbreitet waren, um das 10. Jahrhundert aus der Mode kamen, genau in der Zeit, als der Bau der Rundtürme seinen Höhepunkt erreichte. Rundturm der St Brigid's Cathedral, Kildare Immerhin, allen Rundturm-Freunden sei die erfreuliche Mitteilung gemacht, dass der Rundturm von Kildare, aus dem 12. Jahrhundert, den ganzen Sommer über ab 10 Uhr geöffnet ist. Kildares Rundturm ist übrigens mit gut 33 Meter der zweithöchste und der einzige in Irland mit Zugang für die Öffentlichkeit. Der höchste Rundturm steht, mit nur einem Meter mehr, in der Grafschaft Galway. Von oben genießt man eine grandiose Aussicht auf fünf angrenzende Grafschaften. Und weil man eh schon in Kildare ist, hier 5 weitere Tipps, was man dort unternehmen kann . Kommen wir noch einmal zu dem möglichen Zweck und Sinn der Rundtürme zurück und vielleicht geht das ja auch alles einfacher? Auf irisch heißen die Rundtürme Cloigtheach , zu deutsch: Glockenhaus. Das scheint, trotz fehlender Glockenfunde, die einfachste Erklärung zu liefern: Waren es Glockentürme? Etliche Quellen deuten darauf hin, dass die Türme zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert errichtet wurden und vielleicht mehrere Funktionen hatten, darunter als Wachtürme, Fluchtburgen oder Lager für klösterliche Schätze wie Kreuze und Bücher. Das Problem bei allem ist: Nichts Genaues weiß man (bis heute). Wir leben halt in einem Universum, dessen Alter wir nicht genau berechnen können, zwischen Sternen, deren Entfernung wir nicht kennen und das alles unterliegt physikalischen Gesetzen, deren Eigenschaften wir häufig nicht verstehen, gell?

  • Weihnachten in Irland - schon gewusst? 5 schöne Weihnachtsbräuche - #2

    In Irland gibt es wunderbare Weihnachtstraditionen. Einige kommen uns bekannt vor, doch es gibt auch richtig "irische", die man so nur auf der grünen Insel findet. Eine überaus herzerwärmende Tradition ist sicher die Late Late Toy Show, über die ich hier berichtet habe . Für viele Iren beginnt mit ihr Weihnachten. Überhaupt - wer in diesem Jahr Lust hat, Weihnachten ein wenig irischer zu gestalten, der ist hier genau richtig. Nebenbei verraten wir auch noch unsere Favoriten unter den irischen Weihnachtsliedern. ;-) image by freepik 1 Schon gewusst? Stechpalmenkranz an der Tür In alter Zeit wuchsen in Irland Stechpalmen in Hülle und Fülle, so konnten auch ärmere Familien ihre Häuser schmücken. Mit der Zeit wurden Kränze populär, die man an die Vorderseite der Türen hängte. Stechpalmen mussten auch für andere Dekorationen wie z. B. Girlanden für den Kaminsims herhalten. Das Aufhängen eines Stechpalmenkranzes an der Haustür ist auch heute noch bei vielen Familien traditioneller Brauch. 2 Schon gewusst? Weihnachtskerze im Fenster Image by Eren Demirci from Pixabay Im Áras an Uachtaráin, dem Amtssitz des irischen Präsidenten brennt immer eine Kerze im Fenster, um alle Auswanderer Irlands daran zu erinnern, dass sie auf der Insel willkommen sind, und um ihnen den Weg nach Hause zu zeigen. Vor dem Hintergrund, dass Maria und Josef am Vorabend der Geburt ihres Kindes vergeblich eine Bleibe suchten, soll die Kerze im Fenster ein Signal für alle Reisenden sein, dass sie in diesem Haus willkommen sind. Es wird diskutiert, dass dieser irische Brauch auch etwas mit der Zeit der Penal Laws zu tun haben könnte und die Kerze Priestern signalisieren sollte, dass es ein sicheres Haus ist, in dem die Messe gefeiert werden kann. 3 Schon gewusst? Irische Weihnachtslieder Im Laufe des Dezembers trifft man häufig auf Weihnachtsliedersänger, sei es in einem Einkaufszentrum, im Stadtzentrum oder an der Haustür. Christmas caroling hat Tradition. Und wo wir gerade beim Thema sind: Das beliebteste Weihnachtslied der Iren ist immer noch " Fairytale of New York " von den legendären Pogues. Kein süßliches Stille Nacht, heilige Nacht  und nicht die hundertste Version von I'm dreaming of a white Christmas.  Nein, im 1987 entstandenen Fairytale of New York gehts rauh und herzhaft um einen in einer New Yorker Ausnüchterungszelle gestrandeten Iren, der sich trotz allem noch einen Hauch Hoffnung bewahrt. Wer auf Weihnachtsidylle steht, hört möglicherweise irritiert Textstellen wie diese: "You′re a bum, you're a punk, You′re an old slut on junk, Lying there almost dead on a drip in that bed, You scumbag, you maggot, You cheap lousy faggot, Happy Christmas your arse, I pray God it's our last." Wessen Englisch ein wenig eingerostet ist, hier geht's zu einer Übersetzung  dieses ewigen Weihnachtsgassenhauers. Offenbar meinten einige britische Radiosender und MTV, den Text dieses Songs jüngeren Ohren nicht mehr ungefiltert zumuten zu können; sie zensierten den Song . Oh Jaysus! ;-) Kommen wir zu unseren Favoriten unter den irischen Weihnachtsliedern Bei uns zuhause ist es so, dass im Laufe unseres Lebens immer weitere Weihnachtslieder ihren Weg ins familiäre Repertoire fanden. Mein Vater stammt aus Tirol und so wurde ich mit österreichischer Stubenmusi groß, als wir in den USA lebten, gehörte plötzlich auch populäre US-Weihnachtmusik wie Christmas time is here zu unserem Liederkreis. Der Sohnemann studierte in England und prompt fanden viele klassische englische Christmas Carols den Weg zu uns. Tja, und seit wir in Irland leben, entdecken wir mit großer Freude die irische Weihnachtsmusik. Im letzten Jahr konnten wir uns besonders für Miss Fogarty's Christmas cake  begeistern - allein der Text  - herrlich! :-D Achtung, jetzt gibt's hier was auf die Ohren! Unsere Top Drei irischen Weihnachtslieder in diesem Jahr: Curoo, Curoo, Carol of the birds The Connemara Cradle Song The Kerry Christmas Carol Gerade der Kerry Christmas Carol spiegelt die irischen Weihnachtstraditionen sehr gut wieder. Der Text wird anfangs zitiert und ist auch auf Youtube zu lesen, wenn man auf "more" klickt. 4 Schon gewusst? Treffen mit Mr. & Mrs. Claus Ob im lokalen Einkaufszentrum oder auf Weihnachtsveranstaltungen - das Treffen mit Santa, auch gerne Santy (häufig in Begleitung von Mrs. Claus) gehört vor dem eigentlichen Fest bei vielen irischen Familien "zum Weihnachtsprogramm". Viele machen einen Ausflug daraus und verbinden ihn mit dem Einkauf von Weihnachtsgeschenken für Freunde und Familie und sogar mit einem schönen Familienessen. Das Wichtigste: Die Briefe der Kinder an Santa mit ihren Wunschlisten - unbedingt mitnehmen! Viele Kinder schreiben ja schon Wochen vor Weihnachten Briefe mit ihren Wünschen an den Weihnachtsmann. Und sie wissen genau, was zu tun ist. Bei der irischen Post heißt es: "Orla und Dara, die kleinen Helferinnen des Weihnachtsmanns im Postamt, sagen: "Wir sind damit beschäftigt, all eure Briefe an den Weihnachtsmann in seiner Werkstatt am Nordpol zuzustellen. Alle Elfen arbeiten hart und verpacken Spielzeug und Geschenke, damit der Weihnachtsmann und seine Rentiere an Heiligabend ihre besondere Reise um die Welt antreten können. Adressiere den Umschlag an Santa Claus, The North Pole und verwende unbedingt eine Briefmarke in der oberen rechten Ecke des Umschlags. Schreibt mit Eurer besten Handschrift Euren Namen und Adresse in die linke obere Ecke des Umschlags und werft ihn in einen beliebigen grünen Briefkasten." Kurz danach gibts eine Antwort, entweder vom Weihnachtsmann selbst oder von seinen fleißigen Helfern bei An Post , der Irischen Post. Hier gibt's eine Wunschlistenvorlage von An Post . Kinder, die auf der vermeintlichen "Unartig"-Liste stehen bekommen zu Weihnachten statt der erhofften Geschenke einen Sack Kohle. Zwischen Mr. und Mrs. Claus herrscht übrigens eine klare Rollenverteilung. Er bringt die Geschenke und sie backt mit den Elfen Kekse, versorgt die Rentiere und geht ab und zu Mr. Claus bei der Spielzeugherstellung zur Hand. Weihnachtselfen sind im deutschsprachigen Raum nicht so häufig zu finden, doch in der Folkore der angelsächsischen Länder sind sie unentbehrliche Helfer des Weihnachtsmanns. Man erkennt sie an ihrer "Arbeitskleidung" ;-) Sie tragen grüne oder rote Anzüge, haben spitze Ohren und lange Mützen. In vielen irischen Haushalten stellt man Santa eine kleine Leckerei hin, oder auch ein Pint Guinness. Eine Möhre für die Rentiere ist sicher auch willkommen. Hier kurze Video-Eindrücke, was zu Weihnachten in den irischen Einkaufszentren selbst kleinster Städtchen los ist. ;-) 5 Schon gewusst - der Weihnachtshausputz? Eine weitere Tradition ist der große Weihnachtshausputz. Fenster putzen, Vorhänge waschen, alles blitzeblank und sauber - so ist das weihnachtliche irische Haus für die Freunde, Familie und den Weihnachtsmann bestens gewappnet. Nächste Woche dann die letzte Folge unserer Weihnachtsminiserie. Vom Weihnachtsschwimmen bis zur Zaunkönigsprozession, ihr erfahrt alles, was man über irische Weihnachtsbräuche wissen sollte. Nachtrag: Irland ist gerade auch zur Weihnachtszeit eine Reise wert, Dublin beispielsweise putzt sich in der Weihnachtszeit festlich heraus. Etliche Gebäude erstrahlen in magischem Winterlicht. Die Dublin Winter Lights sorgen von Ende November bis Anfang Januar für eine zauberhafte Atmosphäre. Wer einen "weihnachtlichen" Zoo erleben möchte, dem sei der Dublin Zoo mit seinen bunt strahlenden Tierfiguren ans Herz gelegt - mehr über den Zoo und Phoenix Park ist hier nachzulesen. Besonders romantisch und farbenfroh leuchtet es auch im Malahide Castle durch die Wonderlights .

  • Die meistbesuchten Attraktionen Irlands im Jahr 2023

    Erstaunliche Zahlen! Mehr als 15 Millionen Besucher ließen sich, nach Zahlen des OPW , im letzten Jahr Irlands Kulturerbe-Stätten, von Schlössern über Denkmäler bis hin zu traumhaften Gartenanlagen, nicht entgehen. Habt ihr bereits einige dieser Attraktionen besucht? Falls nicht, kommt vielleicht die ein oder andere Sehenswürdigkeit bei Euch auf die Bucket list für Euren nächsten Trip nach Irland? Wir stellen die 10 beliebtesten Attraktionen 2023 vor. Wer mit schmalem Budget unterwegs ist, findet hier auch eine Liste beliebter Sehenswürdigkeiten, die keinen Eintritt kosten . Wachsende Zahl von Besuchern, die irische Kulturerbe-Stätten als großartige Ausflugsziele betrachten Das OPW (Office of public works) ist für die Pflege, Instandhaltung und den Betrieb von 780 wichtigen Kulturerbestätten verantwortlich und bewahrt und schützt das bauliche Erbe Irlands. Die Daten für 2023  zeigen einen anhaltend steigenden Trend bei den Besucherzahlen für die wichtigsten historischen Stätten in ganz Irland. Gleichzeitig stehen offenbar auch die großen Parks wie der Phoenix Park , St. Stephen's Green und die Parkanlagen rund um Doneraile Court weiterhin ganz oben auf der Liste der Irlandbesucher. In Dublin verzeichnete beispielsweise Farmleigh Estate einen Anstieg der Besucherzahlen um 13 %. Dún Aonghasa auf Inis Mór, das im vergangenen Jahr den Europäischen Filmpreis gewann, verzeichnete einen Besucheranstieg von 20 %. Achtung! Freier Mittwoch - freier Eintritt An jedem ersten Mittwoch im Monat bieten viele OPW-Kulturerbe-Stätten freien Eintritt für Einzelpersonen und Familien. Eine Liste der teilnehmenden Attraktionen findet man hier auf der OPW-Website . Die zehn beliebtesten Attraktionen Irlands 2023, laut OPW 1. Kilkenny Castle & Parklands - 546.354 Besucher - Grafschaft Kilkenny Kilkenny Castle, der zentrale Punkt der Stadt Kilkenny, wirkt wie ein königlicher Palast und ist daher ein sehr prachtvoller Ort, den man besuchen sollte. Es ist wichtig zu wissen, dass der Besuch des Parks kostenlos ist. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. 2. Dublin Castle - 534.014 Besucher - Dublin Das im Herzen von Dublin gelegene Dublin Castle wurde im frühen 13. Jahrhundert erbaut und diente als Machtzentrum der englischen (und später britischen) Regierung. Eine Voranmeldung https://www.dublincastle.ie/   wird empfohlen, da das Platzangebot begrenzt ist. Buchungen können bis zu 15 Tage im Voraus vorgenommen werden. 3. Rock of Cashel - 357.273 Besucher - Grafschaft Tipperary Der prächtige Rock of Cashel wurde ursprünglich als Festung im späten 4. oder 5. Jahrhundert als Sitz des Königtums von Munster und als Einweihungsort seiner Könige errichtet. Im 7. Jahrhundert taufte St. Patrick hier einen König von Munster, und 1101 schenkte der regierende König die Festung der Kirche. Dieses beeindruckende Bauwerk wurde 1869 als Nationaldenkmal in staatliche Obhut gegeben. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. 4. Kilmainahm Gaol - 258.154 Besucher - Dublin Das 1796 als neues County Gaol für Dublin eröffnete Gefängnis hielt Tausende von Männern, Frauen und Kindern für alles Mögliche gefangen, von kleineren Vergehen bis hin zu organisierter Rebellion. Die Geschichten, die Sie hören werden, sind sowohl traurig als auch kraftvoll. Eine Voranmeldung ist erforderlich, da die Karten schnell ausverkauft sind. Die Reservierung beginnt 28 Tage vor Ihrem Besuch um Mitternacht irischer Zeit. Dún Aonghasa by Ronan Mac Giollapharaic 5. Dún Aonghasa - 144.153 Besucher - Grafschaft Galway Dún Aonghasa ist die größte prähistorische Steinfestung auf den Aran-Inseln. Dún Aonghasa besteht aus drei massiven Trockensteinmauern, die von einem dichten Band aus zerklüfteten Steinen umgeben sind, und thront am Rande der Klippen - ein imposantes Bauwerk, das der Verteidigung dient. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Besucher sollten beachten, dass vom Besucherzentrum aus ein 1 km langer Fußweg zur Anlage führt, der über raue, natürliche Felsen führt. Am Rande der Klippen gibt es keine Zäune oder Barrieren. 6. Clonmacnoise - 122.718 Besucher - Grafschaft Offaly Das Klosterdorf Clonmacnoise liegt an einer der wichtigsten Kreuzungen des alten Irland und verfügt über drei Hochkreuze, zwei Rundtürme und neun Kirchen. Dieser Ort ist leicht zu besuchen, wenn man von Dublin nach Galway (oder umgekehrt) reist. Es ist ein wunderbarer Ort. Glendalough in der Grafschaft Wicklow sollte man sich auch nicht entgehen lassen (kostenfrei), Glendalough verzeichnete 2023 362.721 Besucher. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Ross Castle by Robert Linsdell 7. Ross Castle - 116.587 Besucher - Grafschaft Kerry Ich bin etwas überrascht, dass Ross Castle keine höheren Besucherzahlen aufweist, denn es liegt im Killarney National Park und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Ausflugsautos sowie die Bootsanlegestelle für die Killarney-Seen. Ich vermute, dass die Besucherzahlen nur die Leute zählen, die die Burg tatsächlich besichtigen. Dieses Turmhaus aus dem 15. Jahrhundert war eine der letzten Festungen in der Region, die 1652 vor Oliver Cromwell kapitulierte. Führungen werden von März bis Oktober angeboten. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. 8. Brú na Bóinne (including Newgrange and Knowth) - 114.934 Besucher - Grafschaft Meath Diese UNESCO-Welterbe-Stätte besteht aus drei prähistorischen Ganggräbern - Knowth, Newgrange und Dowth -, die um 3200 v. Chr. errichtet wurden und die größte Sammlung megalithischer Kunst in Westeuropa enthalten. Der Zugang zum Besucherzentrum ist für jedermann möglich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Zugang zu den Gräbern von Newgrange und Knowth ist nur mit Führung möglich und eine Voranmeldung ist erforderlich. Die Buchung ist 30 Tage vor dem Besuch um Mitternacht irischer Zeit möglich. 9. Trim Castle -  113.591 Besucher - Grafschaft Meath Trim ist die größte normannische Burg in Irland, deren Bau 30 Jahre dauerte. Sie wurde in Form eines Kreuzes mit 20 Seiten gebaut und war von einem Graben, einer Ringmauer und einem mit Wasser gefüllten Graben umgeben, so dass sie fast uneinnehmbar war. Das Gelände von Trim Castle und der reizvolle Flussweg sind kostenlos zu besichtigen. Siehe auch " Mit Mel Gibson im Trim Castle " . Besuche in der Burg sind nur mit Führung möglich. Eine Voranmeldung ist nicht möglich; die Führungen sind ausgebucht und werden in der Reihenfolge der Anmeldungen durchgeführt. Die Führungszeiten können sich täglich ändern. 10. Charles Fort -  96.253 Besucher  - Grafschaft Cork Diese sternförmige Militärfestung, die die Mündung des Hafens von Kinsale bewacht, wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Obwohl sie während der Wilhelminischen Kriege einer 13-tägigen Belagerung standhielt, erwiesen sich die Konstruktion und der Standort des Forts letztlich als fehlerhaft. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Garnish Island Letztes Jahr hat das OPW einen neuen Führer über die historischen Gärten Irlands herausgegeben. Dieser umfassende Führer zu jedem der 32 traumhaften Parkanlagen des OPW umfasst einige der ikonischsten Gärten und berühmtesten Pflanzensammlungen Irlands , von den international bekannten Nationalen Botanischen Gärten in Glasnevin in Dublin bis Ilnacullin/Garnish Island mit seiner Sammlung exotischer und seltener Pflanzen der südlichen Hemisphäre. Man kann auch einen wunderbaren Tag unter den 4500 Bäumen und Sträuchern des John F. Kennedy Arboretum in New Ross (Co. Wexford) verbringen, einem Freilichtmuseum für Bäume, von denen einige noch aus der Zeit der Dinosaurier stammen. Hier geht's zum (englischsprachigen) Führer über die 32 schönsten Parkanlagen Irlands.

  • Irland - die 20 meistbesuchten Attraktionen

    Auf der Suche nach den schönsten Orten in Irland in diesem Sommer? Dann bist Du hier genau richtig! Hier die 10 meistbesuchten kostenlosen Attraktionen Irlands: 10. Iveagh Gardens 9. Emo Court 8. National Botanic Gardens 7. Oldbridge Estate 6. Irish National War Memorial Gardens 5. Doneraile Park 4. Castletown House & Parklands 3. Kilkenny Castle 2. Phoenix Park Visitor Centre 1. Stephen's Green Hier die meistbesuchten Attraktionen, für die man Eintritt zahlen muss: 10. Charles Fort 9. Clonmacnoise 8. Brú na Boinne 7. Trim Castle 6. Dún Aonghsa 5. John F Kennedy Arboretum 4. Kilmainham Gaol 3. Rock of Cashel 2. Dublin Castle 1. Kilkenny Castle Das Office of Public Works (OPW) , das 780 historische Stätten in Irland betreut, verzeichnete im Jahr 2022 über 15 Millionen Besucher. Sie haben jetzt diese zwei Listen mit Attraktionen veröffentlicht; einmal solche, die kostenlos zugänglich sind, und Attraktionen, für die man Eintritt zahlt. Mehr über Irland, Kurioses, Wissenswertes und Fun Facts findet man in " Irland wie es nicht im Reiseführer steht " von Lisalina Sagner. #Irland, #Dublin, #Irlandreise, #ReisenIrland, #Irlandurlaub, #Dublinreise, #Irlandfans, #KilkennyCastle, #DublinCastle, #TrimCastle, #LisalinaSagner, #9Lebenverlag, #IrlandAttraktionen, #IrlandAusflüge, #AttraktionenIrland, #IrlandTopTipps

  • Irlands Nationalgestüt, nicht nur 'was für Pferdeverrückte

    Nando Parado Ganz gleich, ob ihr pferdeverrückt seid oder einfach nur einen unterhaltsamen Tag mit Spaß haben möchtet: Das irische Nationalgestüt (Irish National Stud & Gardens ), nur 30 Autominuten von Dublin, in Tully, Grafschaft Kildare gelegen, ist ein garantiert kurzweiliger Ausflug für jung und alt. Seit langem ist das Gestüt sowohl bei Familien in Irland als auch bei Besuchern aus dem Ausland überaus beliebt, und das aus gutem Grund, wie ihr gleich lesen werdet. Es ist übrigens das einzige für die Öffentlichkeit zugängliche Gestüt in Irland und der Geburtsort vieler Top-Rennlegenden sowie die Heimat ehemaliger Renn-Champions, die nun dort ihren wohlverdienten Ruhestand genießen. Besucher können an einer der kostenlosen Führungen teilnehmen (beim Kauf einer Eintrittskarte inbegriffen), die den ganzen Tag über in regelmäßigen Abständen stattfinden. Die Führungen (englischsprachig) sind sehr interessant und danach weiß man definitiv, dass man im Leben nie auslernt. ;-) Kurze Geschichte des irischen Nationalgestüts und wie man mit Astrologie Zuchterfolge erzielt 1900 kauft der Schotte William Hall-Walker , aus einer berühmten Brauerfamilie stammend und praktischerweise wohlhabend, einen Gutshof in Kildare, um Vollblutpferde zu züchten. Dabei neigt der etwas exzentrische Pferdezüchter zu bemerkenswert ungewöhnlichen Zuchtmethoden. Hall-Walker notiert beispielsweise bei jeder Geburt den Stand des Mondes und der Sterne. Stehen die Sterne astrologisch günstig, bleibt das Fohlen am Hof und läuft später Rennen. Wenn nicht, wird es verkauft. Kaum zu glauben, doch dieses, öhm, sehr spezielle Auswahlverfahren zeitigt erstaunliche Erfolge. Die zehn äußerst geräumigen Hengstboxen sind alle mit einem Dachfenster versehen, denn Hall-Walker war sich absolut sicher, dass die Sterne das Schicksal der Pferde bestimmen. Der Erfolg gibt ihm Recht. De facto ist Walker einer der erfolgreichsten Züchter seiner Zeit und erlebt seine Sternstunde, als König Edward VII. den in Tully geborenen und aufgewachsenen Minoru nach seinem berühmten Sieg im Derby von 1909 ins Siegergehege von Epsom führt. Nach 15 Jahren erfolgreicher Arbeit schenkt er sein Gestüt dem britischen Königshaus und erhält dafür den Adelstitel Lord Wavertree. Bis 1943 heißt es British National Stud Company, dann übernimmt die irische Regierung das Gestüt. Bis heute werden hier erstklassige Vollblutpferde groß gezogen, die namhafte Rennen gewinnen, darunter die Stute Sun Chariot , die 1942 die Triple Crown gewinnt. Heute lassen sich dort Top-Hengste wie Invincible Spirit  (Decktaxen bis zu 120 000 Euro) bewundern. Er ging im letzten Jahr in den wohlverdienten Ruhestand und ist für sein Alter noch immer in Top-Form. Es gibt einen Stuten-Fohlen-Bereich und manche lassen ihr Pferd im Gestüt in Pension gehen, für schlappe 80 Euro pro Tag. Durchschnittlich werden jährlich mehr als 300 Fohlen geboren. Ganze Teams aus internationalen Veterinäraspiranten sowie erfahrenen Senior-Veterinären sorgen dafür, dass es den schnellen Vierbeinern gut geht. Wer dort als Veterinärmedizin-Student ein Praktikum machen möchte, sollte vielleicht auch vorher die Sterne befragen, denn die Plätze sind weltweit heiß begehrt, mit hunderten von Bewerbungen, von denen maximal 20 - 30 Bewerber pro Jahr handverlesen genommen werden. Hier geht es übrigens zur Broschüre über die Hengste, ihre Trainer etc.. Für Pferdefans - wie wird im Irish National Stud gezüchtet? Die wenig romantische Liebesbox ... Es werden grundsätzlich die Besten mit den Besten gekreuzt; heutzutage ohne astrologische Betrachtungen. Normalerweise kommt der Besitzer einer leistungsfähigen, erfolgreichen Stute, um einen geeigneten Deckhengst zu finden. Die Gebühr dafür (covering fee) variiert zwischen 4000 und 130 000 Euro (!) oder noch mehr. Die Gebühr ist natürlich stark abhängig davon, wie erfolgreich der Hengst in Rennen abschneidet. Die Preise können daher ebenso schnell steigen, wie fallen. Die Rolle von Tommy (the teaser) Um herauszufinden, ob eine Stute deckungsfähig ist, kommt Tommy im Paddock zum Einsatz - ein ausgemusterter Hengst, der sich neben die Stute stellt. Reagiert sie interessiert, ist sie deckungsfähig. Der arme Tommy muss dann frustriert den Paddock verlassen und der Deckhengst der Wahl darf binnen 3 Minuten seine Arbeit verrichten. Das alles wird gefilmt - die Besitzer wollen natürlich sicher gehen, dass alles wie gewünscht passiert. Ein eher unromantisches Geschäft, oder? Wesentlich niedlicher sind die Fohlen, wenn sie in der Abfohleinrichtung zur Welt kommen. Auch wenn Tommy the teaser im nächsten Leben gerne als Deckhengst zur Welt kommen möchte, ist das Leben für die Deckhengste auch kein Zuckerschlecken. Deckzeit ist von Februar bis Juli und die Hengste sind in dieser Zeit ununterbrochen "im Dienst". Invincible Spirit deckte z. B. im Jahr 2022 trotz seines fortgeschrittenen Alters (25 Jahre) noch 106 Stuten für jeweils ca. 60 000 Euro. Lucky Vega kam 2022 auf 151 Stuten zum Einsatz für 15 000 Euro. 2023 deckte er 147 Stuten, die Taxe wurde auf 12500 Euro gesenkt; Nando Parrado ist günstiger - 2022 deckte er 130 Stuten für jeweils 6000 Euro. Von ihrer "Arbeit" erholen sich die Star-Hengste auf ihren Hengstkoppeln, ganz idyllisch unter Bäumen mit saftigem Rasen. Da Hengste territorial sind, hat jeder seine eigene. Wenn die Deckzeit in Irland zu Ende ist, fliegen manche Deckhengste nach Australien (mit dem eigenen Flugzeug und 4 Mann Betreuung), um dort auch die australischen Stuten "zu versorgen". Das Irish Racehorse Experience (geeignet ab 8 Jahren) Dieses preisgekrönte, interaktive Erlebnis (THEA Award 2022 für herausragende Leistungen, nur drei europäische Attraktionen schafften es auf die weltweite Liste der THEA-Preisträger 2022) nimmt Euch mit auf eine Entdeckungsreise, von der ersten Steeplechase in Cork über die Zucht und das Training von Vollblutpferden bis hin zu den heutigen Rennen in Irland und darüber hinaus. Das Erlebnis bietet die Möglichkeit, selbst ein virtueller Rennpferdetrainer zu sein. Erst kauft man auf einer virtuellen Pferdeauktion das hoffentlich "richtige" Pferd, dann bestimmt man, wie die Ausbildung aussehen soll, man wählt die Trainingsmethoden aus, kann das Jockey-Trikot entwerfen, um schließlich, der grandiose Höhepunkt, in einem virtuellen Rennen gegen die anderen Familienmitglieder oder gegen Freunde anzutreten. Wer wird der Sieger sein? Wessen Pferd hat seinen Kaufpreis und die Trainingskosten amortisiert? Es wird spannend ... Spielplatz, Feenpfad, Restaurant, Shop, Kiosk mit Café, Eis und anderen Leckereien Für die jüngeren Familienmitglieder bietet der Spielplatz des irischen Nationalgestüts eine große Auswahl an Spielgeräten, hinzu kommen Wälder und Gärten, um zu sehen, ob die Kids einige der 20 Feen entdecken können, die das irische Nationalgestüt ihr Zuhause nennen. An der Rezeption kann man eine Karte des Feenpfads bekommen, sie führt Feensucher auf eine zauberhafte Reise entlang des Sees im Garten von St. Fiachra und durch die Wälder zu den Stallungen, wo man vielleicht Hattie trifft, die sich um die neugeborenen Fohlen und andere Pferde kümmert. Wer alle Feen gesehen hat, kann sich auf dem Spielplatz auf dem speziellen Wunschsitz etwas wünschen. Der Japanische Garten Der japanische Garten des irischen Nationalgestüts wurde vom japanischen Gartenbaumeister Tassa Eida und seinem Sohn Minoru im Auftrag von Hall-Walker entworfen und angelegt. Ihr Ziel war es, durch Bäume, Pflanzen, Blumen, Rasenflächen, Felsen und Wasser das „Leben des Menschen“ zu symbolisieren. Dieser Plan wurde perfekt umgesetzt, und Eidas Vermächtnis wird heute von den 140 000 Besuchern bewundert, die jedes Jahr die Ruhe der Gärten genießen. Eidas Werk, das sehr repräsentativ für die japanischen Gärten des frühen 20. Jahrhunderts ist, zeichnet die Reise einer Seele aus der Vergessenheit in die Ewigkeit nach und schildert die menschliche Erfahrung ihrer Verkörperung, während sie auf selbst gewählten Wegen durchs Leben reist. Geburt, Kindheit, Ehe, Elternschaft, Alter, Tod und das Leben nach dem Tod werden in den einzelnen Gartenabschnitten, die eine nahtlose Mischung aus östlichen und westlichen Kulturen darstellen, thematisiert. Ein magisches Erlebnis mit fließendem Wasser, Brücken, einem traditionellen Teehaus und Statuen, Skulpturen, Pflanzen und Bäumen, die ein Fest für die Sinne sind. Man tritt durch die „Tore des Vergessens“ ein und folgt dem Pfad seiner Wahl, dem Pfad des Lebens, dem einfachen Pfad oder dem rauen Pfad. Es gibt 15 Stufen, die die Reise des Lebens darstellen, anhand des Plans, den man mitsamt dem Gestüt-Ticket erhält, kann man herausfinden, was jede Stufe bedeutet. Das Japanische Gärten Restaurant Besucher und Einheimische gleichermaßen schätzen das Japanese Gardens Restaurant. Sandwiches, Salate und Wraps werden auf Bestellung zubereitet, und da das Backen dort eine große Stärke ist, gibt es eine köstliche Auswahl an frisch gebackenen Broten, Scones, Desserts und Kuchen. Man kann das Bestellte auch mitnehmen (Take away). Sun-Chariot-Hof Der Hof wurde 1975 erbaut. Der Name erinnert an das Pferd Sun Chariot, welches Anfang der 1940er Jahre die English Fillies Triple Crown gewann. Hier stehen im Frühjahr die trächtigen Stuten, im Herbst die einjährigen Pferde. Dieser Hof hat wie alle Höfe ein selbstständiges Büro, Sattelkammer und tierärztliche Untersuchungseinrichtungen. Kildare-Hof Hier sind etwa 50 Stuten in zwei Stalltypen untergebracht; es sind die Barn-Yard-Stallungen und herkömmliche Stallungen. St. Fiachras Garten Der Mönch St. Fiachra lebte im 6. Jahrhundert. Der Garten wurde im Geiste dieses Mönches angelegt und soll der natürlichen Ökologie des 6. Jahrhunderts entsprechen. Im Garten befinden sich nachgebaute Mönchszellen. In einer der Zellen befindet sich der Waterford-Kristall-Garten. Öffnungszeiten des Nationalgestüts: Täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr, letzter Einlass um 16:00 Uhr. Tickets gibt's hier. Sonstiges 2011 besuchte Königin Elizabeth II. das Gestüt und enthüllte dort eine Skulptur. In der Nähe des Gestütes befindet sich die Pferderennbahn The Curragh sowie eine weite idyllische Ebene mit friedlich grasenden Schafen. Nichts deutet darauf hin, dass hier eines der schlimmsten Massaker in Irland stattgefunden hat. 350 unbewaffnete Menschen wurden in den Curraghs hingerichtet. Wie es zu dem furchbaren Blutbad kam, kann man hier nachlesen. Kildare und Umgebung - wenn man eh schon mal in der Nähe ist ... Ganz in der Nähe liegt das kleine Marktstädtchen Kildare, ein Besuch lohnt sich vor allem im Heritage Centre, wo man auf VR Tour gehen kann. Dort lernt man Einiges über die alten Mythen und Geschichten rund um die Curraghs. Alles Weitere hier: https://www.9lebenverlag.com/post/irland-grafschaft-kildare-die-5-besten-dinge-die-man-in-den-curraghs-tun-kann Und weil man gerade hier ist - die Grafschaft Kildare hält noch einiges für neugierige Besucher bereit: Hier 5 Ausflugstipps für die Grafschaft Kildare - auch der St. Brigid's Trail lohnt sich, wenn man jenseits ausgelatschter Touristenpfade unterwegs sein und Irland authentisch erleben möchte. Kildare, eine der elegantesten Grafschaften Leinsters, hat viele Juwelen in ihrer sprichwörtlichen Krone - die Japanischen Gärten, das irische Nationalgestüt , den Donadea Forest Park  und Castletown House . Doch nur wenige strahlen so hell wie die geschäftige Stadt Maynooth . Fährt man Richtung Leixlip wartet Irlands exzentrischstes Bauwerk auf einen - the wonderful barn . Wer auf Palladio  steht und auf Follys , der sollte sich unbedingt zu einem der beeindruckendsten Landhäuser Irlands auf den Weg machen. In Celbridge, Grafschaft Kildare, ist Castletown House  und sein weitläufiger Park zu finden. Das ruhige Städtchen Monasterevin im Süden von Kildare ist leider wegen zweier tragischer Ereignisse bekannt. Eines trug sich vor nicht allzu langer Zeit zu, am 3. Oktober 1975; das andere am 11. Juni 1798. In Irland findet man Geschichte und Geschichten buchstäblich an jeder Ecke.

  • Irlands Mühlen - Milford Mills, Co. Carlow und der Geheimtipp Barrow Way

    Unzählige Jahrhunderte lang wurde das gesamte in Irland verbrauchte Mehl in Mühlen im ganzen Land gemahlen. Heutzutage wird fast das gesamte Mehl Irlands importiert. Dabei dienten die Mühlen Irlands einst nicht nur der Mehlherstellung, sondern wurden auch für Sägewerke und die Textilherstellung genutzt. Keine Frage, die Blütezeit der irischen Müllerei ist rund 200 Jahre her - damals gab es über 7000 Mühlen auf der Insel; noch in den 1940er Jahren waren es immerhin noch 900 funktionierende. Siehe auch: Irische Mühlen - die Geschichte der Rudkin's Mühle, Co. Carlow. Hier nun die spannende Geschichte der Millford Mühle im County Carlow. Die Geschichte von Milford Mills Milford Mills, eine Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert, war zunächst eine Getreidemühle und Mälzerei, bis sie später als Wasserkraftwerk genutzt wurde. Die erste Mühle an diesem Standort wurde um 1775 von einem James Conolly Esquire gebaut. In den späten 1780er Jahren zog John Alexander, Mitglied einer nordirischen Familie schottischer Abstammung, in die Grafschaft Carlow und erwarb Ländereien in Ballygowan, Ballinabranna, Craanluskey und Tomard. Die Mühlen, die heute noch zu sehen sind, wurden später unter der Schirmherrschaft von "Alexander & Conolly" gebaut. Millfords Mill erwirtschaftete in den 1830er Jahren einen Umsatz von 195.000 Pfund pro Jahr. Die dreiteilige Buchserie Mr. & Mrs. Hall's Ireland beschrieb die Mühle 1840 als "eine der größten und berühmtesten in Irland". In ihrer Blütezeit in den 1860er Jahren soll die Mühle über die stärksten Mühlräder in Großbritannien und Irland verfügt haben . 1825 kaufte Alexander James Conolly die Mühle und ließ sie renovieren. Das große Feuer An einem Dienstag gegen 23:30 Uhr sieht die Milford Constabulary Rauch aus den Fenstern der oberen Dachböden und schlägt Alarm. Auch die Polizei von Carlow hatte das Feuer bemerkt. So schnell wie möglich rückt die Feuerwehr von Carlow an. Dennoch - das gesamte Gebäude geht in Flammen auf, zerstört die Maschinen und das gelagerte Getreide. Der erste Stock und sechs Dachböden stürzen ein. Das Feuer beschränkte sich nur auf die Mühle, die nahe gelegenen Mälzereien bleiben verschont. Der Weizen brennt noch einige Zeit weiter, auch nach dem das Hauptfeuer gelöscht war. Am 4. November 1862 ist von der Mühle nichts mehr übrig. Der Carlow Sentinel beschreibt die Ruinen als "einen traurigen Schauplatz der Verwüstung". Es wurde vermutet, dass das Feuer durch Funken aus der Reibung der Mahlsteine ausgelöst wurde, die einen Teil des Getreides entzündeten. Das noch erhaltene Mälzereigebäude wird später als Gerberei genutzt, die in den 1940er Jahren von dem Lederhändler Kennedy O'Brien gegründet wurde. Die Gerberei verarbeitete Schafsfelle aus ganz Irland und belieferte mit dem Leder Schuhfabriken im ganzen Land. Sie exportierte auch Leder und Sämischleder in das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. In den 1950er Jahren beschäftigte die Gerberei in ihrer Blütezeit über 100 Mitarbeiter. Bei einem weiteren Brand im Juli 1965 brannte das Gebäude erneut aus, woraufhin die Gerberei geschlossen und die industriellen Aktivitäten am Standort eingestellt wurden. Die Mühle produziert Strom - Carlow war die erste irische Stadt im Landesinneren, die über elektrischen Strom verfügte 1891 wird die Mühle so umgebaut, dass sie Strom erzeugen kann. Damit ist Carlow die erste Stadt im Landesinneren Irlands, die elektrischen Strom erhält. Auch nach der Wiederinbetriebnahme in den 1990er Jahren erzeugt die Mühle noch Strom, der in das nationale Netz eingespeist wird, dazu wurde ein Turbinenhaus hinzugefügt. Der Barrow Wanderweg Nahe der Mühle ist ein Wanderparkplatz. Die Mühle liegt am Barrow Way , einem Langstreckenwanderweg, der fast 117 km dem ursprünglichen Treidelpfad des Flusses folgt. Er ist einer der landschaftlich reizvollsten Langstreckenwanderwege Irlands, und immer noch ein Geheimtipp für alle, die jenseits ausgetretener Pfade unterwegs sein möchten. Der Weg entlang des Barrow beginnt in Lowtown bzw. Robertstown, Co. Kildare, und endet in St. Mullins, Co. Carlow. Er führt durch sehenswerte Städte wie Monasterevin, Athy, Carlow, Leighlinbridge, Bagenalstown, Goresbridge, Graiguenamanagh und St. Mullins. Will man den Barrow Way vollständig wandern, kann man mit 4 Tagen rechnen. Der Weg ist durchweg eben und auch gut zum Radfahren geeignet. Insgesamt bietet die lohnenswerte Route viele historische Sehenswürdigkeiten wie Schlösser, Abteien, alte Brücken und verfallene Mühlen.

  • Belfast - 5 gute Gründe, um Irlands unterschätzte Perle zu besuchen

    In der Vergangenheit stand Belfast nur bei relativ wenigen Touristen auf dem Reiseplan. Allzu viele Besucher wurden durch die Prominenz der Stadt in den Nachrichten aus den falschen Gründen abgeschreckt. Das hat sich inzwischen geändert - wer nach Belfast reist, findet eine lebendige Weltstadt vor, in der es viel zu sehen und zu tun gibt und in der man übrigens auch hervorragend einkaufen kann. Es ist zwar landläufig bekannt, aber sicherheitshalber sei es nochmal erwähnt: Belfast liegt in Nordirland, das zum Vereinigten Königreich gehört. Die Währung ist daher das Pfund Sterling, und obwohl einige Geschäfte den Euro akzeptieren, benötigt man britische Pfund für Restaurants, Bars, Verkehrsmittel usw.. Außerdem ist seit April 2025 die Einreiseerlaubnis ETA für das Vereinigte Königreich erforderlich, und - bitte den Reisepass nicht vergessen! Was gibt es in Belfast zu sehen? Belfast erlebte seine größte Blütezeit in der viktorianischen Ära, und überall gibt es schöne Beispiele viktorianischer Häuser und Architektur. Das prächtige Rathaus und die St.-Anne's-Kathedrale sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Kinder werden den Belfast Zoo lieben, der in den Cave Hill, das dominierende Naturdenkmal der Stadt, hineingebaut wurde. In der Nähe des Zoos ist auch das Belfast Castle einen Besuch wert - vor allem für Katzenliebhaber, die sich an den Katzenkunstwerken erfreuen werden, die überall im Schloss und in den Gärten zu finden sind. Das Stadtzentrum ist heute größtenteils eine Fußgängerzone mit ausgezeichneten Bars und Restaurants und einer sehr aktiven Clubszene für die Nacht. Ein Besuch im berühmten Crown Liquor Saloon, dessen aufwendige hochviktorianische Inneneinrichtung als nationales Denkmal erhalten ist, sollte man sich nicht entgehen lassen. Politische Touren In Belfast wird man mit der politischen Situation des Landes konfrontiert. Wir denken, es ist ein unbedingtes Muss, sich die einstigen No-Go-Areas entlang der katholischen Falls Road und der protestantischen Shankill Road anzuschauen. Zwischen den beiden Straßen sieht man die berühmteste der 17 Peace Walls. Auch wenn die, beschönigend "Troubles" genannten Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten durch das Karfreitagsabkommen befriedet wurden; die Tore in der Mauer werden bis heute jede Nacht geschlossen. Wer sich für die stürmische politische Geschichte der Stadt interessiert, kann sich eine der politischen Führungen von Belfast Political Tours gönnen. Im Gegensatz zu anderen Führungen besucht man bei diesen Touren sowohl republikanische als auch loyalistische Gebiete, erzählt werden beide Seiten der komplexen Geschichte und man bekommt einen guten Einblick in die Zeit der Unruhen. Besonders zu empfehlen sind auch die Black Taxi Tours . Vielleicht sind sie nicht für jeden etwas, aber es sind sehr interessante und gut geführte Touren. Einer der Touren-Aspekte sind die farbenfrohen und sehr gut ausgeführten Wandmalereien, die die verschiedenen Gemeinschaften in Belfast sowohl als politischen Kommentar als auch zur Markierung ihres Territoriums verwenden. Aber, das alles bekommt man spannend erzählt und erklärt. Industrie, Schiffbau und die Titanic In der jüngeren Vergangenheit war Belfast eine große Stadt der industriellen Revolution mit einer florierenden Leinen- und Schiffsbauindustrie, die zu ihrer Zeit eine beherrschende Stellung einnahm. Diese großen Industriezweige sind zwar entweder verschwunden oder wurden erheblich verkleinert, doch ihr Einfluss auf das Erscheinungsbild und die Entwicklung Belfasts ist überall zu sehen. Es lohnt sich, an einer der angebotenen Führungen durch die Belfaster Werft teilzunehmen, in der die Titanic gebaut wurde und die heute viel kleiner ist als zu ihrer Glanzzeit. Das neue Titanic Centre ist eine große Attraktion und ein absolutes Muss für jeden Besucher der Stadt. Alternativ gibt es geführte Schiffstouren wie https://ladyofthelagan.com/ sowie etliche Spezialthemen-Touren siehe hier: https://visitbelfast.com/see-do/sightseeing-tours/ . Und wenn man schon mal gerade in der Nähe ist, das Ulster Museum ist eines der besten Museen Irlands und auf jeden Fall einen halben Tag wert. Belfast hat im Dezember einen der schönsten Weihnachtsmärkte in Irland. Eine Reise außerhalb der üblichen Saison lohnt sich definitiv! Fazit: Das Schöne an Belfast ist, dass es sich auch bei einem zweiten oder dritten Besuch immer wieder anders anfühlt. Eine Stadt, die Abwechslung bietet, viel Geschichte, viele Möglichkeiten. Bei Regen bieten sich die Museen oder das Crumlin Road Gaol an, an trockenen Tagen lohnen sich die vielen verschiedenen geführten Walking Tours, Belfast Zoo oder ein Spaziergang im Cavehill Country Park. Der markanteste Punkt, der als „Napoleon's Nose“ bekannt ist, ist von den meisten Gebieten Belfasts aus zu sehen und bietet einige der besten Wanderungen in Belfast. Der Cave Hill Park befindet sich in der Nähe von Belfast Castle im Norden der Stadt, wo er sich bis zu einer Höhe von 368 m über dem Meeresspiegel erhebt. Der Zoo von Belfast ist in 10 Minuten zu erreichen und das Gefängnis Crumlin Road Gaol in 20 Minuten. Es gibt mehrere verschiedene Parkplätze am Cave Hill. Ich würde empfehlen, oben am Belfast Castle zu parken.

  • Irland, Dublins düsterster Ort

    Das 1796 erbaute Kilmainham Gaol (oder Kilmainham Jail) nimmt in der irischen Geschichte einen einzigartigen Platz ein. Mehr als 100 Jahre lang waren hier diejenigen inhaftiert, die gegen die englische Besetzung Irlands kämpften, und viele von ihnen starben hier. Es ist ein düsterer, vielleicht sogar abschreckender Ort, doch hier ist der Grund, warum man ihn dennoch besuchen sollte. Während der Führung wird viel Wert darauf gelegt, das Gefängnis in seinen historischen Kontext zu stellen. Nach der Führung versteht man viel besser und tiefer, welche komplexen Kräfte die irische Nation geformt haben. Kurzum, es erschließt sich dem Besucher, wir Irland zur Republik Irland wurde. Tragisch: Joseph Mary Plunkett und Grace Gifford Eines der ergreifendsten Ereignisse, die in Kilmainham stattfand, war die Hochzeit von Joseph Plunkett , einem der Anführer des Aufstands von 1916, und der Künstlerin Grace Gifford . Grace, protestantisch getauft, nimmt, nachdem sie Plunkett kennengelernt hatte, Unterricht im katholischen Glauben. Im April 1916 lässt sie sich katholisch taufen und möchte am Ostersonntag desselben Jahres heiraten, also genau an dem Tag, an dem der Aufstand begann. Als sie erfährt, dass ihr Verlobter hingerichtet werden soll, überredet sie die Behörden, die Hochzeit im Gefängnis stattfinden zu lassen. So werden die beiden am 3. Mai 1916 sieben Stunden vor Plunketts Tod in der kleinen Gefängniskapelle getraut. Am nächsten Morgen wird Joseph Plunkett planmäßig von einem Erschießungskommando erschossen. Grace lebte bis 1955 und heiratete nie wieder. Im Februar 1923 war Grace selbst ebenfalls während des Bürgerkriegs in Kilmainham in Haft. Die Haft dauerte drei Monate, in dieser Zeit bemalte sie die Wände ihrer Zelle, darunter ein Bild der Madonna mit Kind, das noch erhalten ist. Die Kapelle, in der sie ihren todgeweihten Joseph heiratete kann während der Führung besichtigt werden. Bis heute ist die irische Ballade „Grace“, ein Monolog von Plunkett, der seine Liebe zu Grace und seine Liebe zur Sache der irischen Freiheit in den Stunden vor seiner Hinrichtung zum Ausdruck bringt, eine heimliche Nationalhymne. Die Ballade wurde von vielen Künstlern gecovert, u. a. auch von Rod Stewart. Kilmainham Gaol Das Gefängnis besteht aus zwei Hauptflügeln, die sich in ihrem Charakter stark unterscheiden. Der Ostflügel wurde 1864, während der viktorianischen Gefängnisreform, eröffnet und ist fast identisch mit dem britischen Pentonville-Gefängnis , in dem schon Oscar Wilde einsitzen musste: ein hoch aufragender, dreistöckiger Raum, der von Laufstegen umgeben ist, zu denen sich die Zellen öffnen. Architektonisch immerhin sehr beeindruckend. Ein Ort des Todes mitten in Dublin Der ältere Teil des Gefängnisses im Westflügel ist erhalten geblieben, ein dunkler und klaustrophobischer Korridor mit Zellen, in denen Gefangene auf ihre Hinrichtung warteten. Der Korridor führt direkt zum Hof, dem Schauplatz vieler Hinrichtungen. 1803 wurde Robert Emmet , der Anführer einer unglücklichen Rebellion gegen die Engländer, in Kilmainham inhaftiert. Schließlich brachte man ihn zur Thomas Street, wo er gehängt und enthauptet wurde. Der Block, in dem er enthauptet wurde, ist hier ausgestellt, ebenso wie seine Totenmaske. Emmets berühmte Rede vor seiner Hinrichtung enthielt die folgenden Worte:„Wenn mein Land seinen Platz unter den Nationen der Erde einnimmt, dann, und nicht erst dann, soll mein Epitaph geschrieben werden“. Viele von denen, die seinen Kampf aufnahmen, folgten ihm ebenfalls nach Kilmainham und fanden ein nicht weniger tragisches Ende. Charles Stewart Parnell , der die Landreformbewegung anführte und sich für die Selbstverwaltung Irlands einsetzte, wurde hier 1881 sechs Monate lang festgehalten. Zwei Jahre später ermordete eine extreme Gruppe von Republikanern, die als „die Unbesiegbaren“ bekannt waren, Lord Frederick Cavendish, den britischen Sekretär für Irland, und seinen Unterstaatssekretär Thomas Henry Burke im Phoenix Park. Fünf von ihnen wurden im Gefängnishof gehängt. Die berühmtesten bzw. berüchtigtsten Hinrichtungen in Kilmainham waren die von vierzehn Anführern des gescheiterten Osteraufstands von 1916 . Sie fanden im Mai 1916 in den frühen Morgenstunden im Stonebreaker's Yard statt. Unter ihnen waren der Anführer des Aufstands Padraig Pearce und sein Bruder William, James Connolly , Eamon Ceannt und Sean McDermott. Starke schwarze Kreuze markieren heute die Orte, an denen sie starben. Der Osteraufstand scheiterte zwar, aber die Hinrichtung der Beteiligten war eine Katastrophe für die Briten, denn sie rief sogar diejenigen auf den Plan, die sich gegen den Aufstand gestellt hatten. Kilmainham und der irische Bürgerkrieg Der Vertrag zur Gründung des irischen Freistaats beinhaltete einen Kompromiss - Freiheit für 26 Grafschaften, aber die Beibehaltung der sechs Grafschaften in Nordirland unter britischer Herrschaft. Dies führte zu einer erbitterten Spaltung zwischen den Führern des neuen Staates und ihren ehemaligen Kollegen, die gegen den Vertrag waren - die Saat für den irischen Bürgerkrieg war damit ausgebracht. Während des Bürgerkriegs wurden in Kilmainham republikanische Gefangene, die gegen den Vertrag waren, hingerichtet, diesmal nicht von den Engländern, sondern auf Befehl ihrer Bürgerkriegsgegner, der Regierung des irischen Freistaats. Unter ihnen befanden sich vier junge Männer aus Dublin, deren einziges Verbrechen der Besitz von Schusswaffen war. Es ist eine traurige Tatsache, dass in Kilmainham in den wenigen Jahren des Bürgerkriegs mehr Menschen von ihren irischen Mitbürgern hingerichtet wurden als in den mehr als 120 Jahren davor. Selbst heute noch wird diese Wahrheit oft beschönigt und wenig darüber gesprochen. Diese Hinrichtungen hinterließen ein dauerhaftes Erbe der Verbitterung, das in der irischen Politik bis heute nicht weit unter der Oberfläche zu finden ist. Éamon de Valera - der letzte Gefangene Der IRA-Führer de Valera war der letzte Gefangene, der in Kilmainham inhaftiert wurde; später wurde er Premierminister und Irlands Präsident. Nach seiner Freilassung wird das Gefängnis verriegelt und im Wesentlichen dem Verfall überlassen, und zwar von einer Bevölkerung, die selbst die Erwähnung des Namens hasste. Die Folter und die Ungerechtigkeit wollte man vergessen. Mehr und Ungewöhnliches über de Valera: https://www.9lebenverlag.com/post/irland-und-rugby-von-regeln-und-ministerpr%C3%A4sidenten Erst in den 1960er Jahren gibt es erste Bemühungen, die Anlage zu erhalten und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Rechtzeitig zum 50. Jahrestag des Aufstands von 1916 konnte Kilmainham Gaol wieder eröffnet werden. Schnell entwickelte sich dieser düstere, tragische Ort zu einem beliebten Ziel in Dublin. Besuch des Kilmainham Gaol Kilmainham ist das ganze Jahr über geöffnet und vom Stadtzentrum Dublins aus mit den Buslinien 51B, 51C, 78A, 79, 79A leicht zu erreichen. In der Hochsaison und an den Wochenenden gibt es hier das ganze Jahr über lange Schlangen. Das Ticket kann und sollte man vorab online buchen, siehe https://kilmainhamgaol.admit-one.eu/index.php?s=OPW_KILM&p=calendar&ev=TOUR&language=ENG Der Besuch beinhaltet wie gesagt eine ausgezeichnete, sachkundige und unverzichtbare Führung. Es gibt auch einige sehr gute interaktive audiovisuelle Darstellungen, die sowohl erhellen als auch zum Nachdenken anregen. Zum Beispiel wird die Geschichte der Todesstrafe in ausgewogener Weise dargestellt, mit Argumenten für und gegen ihre Anwendung in der heutigen Zeit, und die Besucher können dafür oder dagegen stimmen. Besuche mit Kindern Ein Besuch im Kilmainham Gaol ist kaum als Spaß zu bezeichnen, für jüngere Kinder könnte er sogar beängstigend sein, und manche finden die "Geschichtslektionen" vielleicht ein wenig langweilig. Für ältere Kinder und vor allem für diejenigen, die sich für Geschichte oder das „Gruselige und Blutrünstige“ interessieren, ist der Besuch allerdings sehr interessant und es gibt viel zu lernen. Fazit: So oder so ein ungemein interessantes und lehrreiches Ziel mitten in Dublin.

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