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  • Irland - die besten Wanderungen in Dublin - Malahide Castle and Gardens

    Malahide Castle and Gardens - ein Ausflugstipp, der das ganze Jahr funktioniert, für Familien, Freunde, Paare - alle Altersgruppen. Der große Spielplatz und der Feenpfad ist etwas für die Kleinen, Gartenfreunde können donnerstags um 11 h eine geführte Gartentour mit dem Chefgärtner erleben, oder man gönnt sich abends eine Theateraufführung oder eine Whisky-Verkostung. Malahide Castle and Gardens hat einiges zu bieten. Warum sollte man Malahide Castle and Gardens besuchen? Wie gesagt, es gibt einen preisgekrönten Kinderspielplatz dort, einen Feenpfad, ein Schmetterlingshaus, alte Abteiruinen, Wanderwege, einen Avoca Store plus Café, Führungen durch das Innere des Schlosses und den Botanischen Garten, dazu gut gepflegte Wege sowie großzügige Parkmöglichkeiten. Noch besser: Es gibt hier auch einiges zu unternehmen, ohne dass man viel Geld ausgeben muss. Man kann einen Spaziergang durch die schönen Anlagen machen, bei geeignetem Wetter locken passende Picknickbänke und immer gibt es romantische Blicke auf das Schloss, oder die Ruinen von Malahide Abbey. Die Kinder werden auf dem Spielplatz definitiv Spaß haben. Das Schloss und der ummauerte Garten sind das ganze Jahr über ab 9.30 Uhr geöffnet, die letzte Führung findet im Sommer um 16.30 Uhr und im Winter (November - März) um 15.30 Uhr statt. Der letzte Eingang zum Feenpfad ist eine halbe Stunde früher, also 16 Uhr im Sommer und 15 Uhr im Winter. Parken und Anreise Am Schloss stehen zahlreiche kostenlose Parkplätze zur Verfügung, aber man das Auto auch auf dem Dorfparkplatz in Malahide abstellen und zum Schloss schlendern. Malahide Castle ist leicht zu erreichen, was es zu einem beliebten Tagesausflug vom Stadtzentrum Dublins aus macht. Bus - vom Stadtzentrum Dublins können Sie die Buslinie Nr. 42 Bus oder No. 32 Bus nach Malahide nehmen. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten. Zug - man nimmt den DART-Zug von der Stadt zum Bahnhof Malahide, die Fahrt dauert etwa 30 Minuten. Malahide Castles spannende Vergangenheit Malahide Castle stammt aus dem 12. Jahrhundert, als Richard Talbot, wie alle guten Normannen es zu tun pflegten, auf dem von König Heinrich II. geschenkten Land eine Burg baute. Die Burg ist insofern einzigartig, als die Familie Talbot sie fast (mit einer Ausnahme) 800 Jahre lang besaß. Die Familie Talbot lebte hier von 1185 an, bis der letzte Lord Talbot starb, da schrieb man das Jahr 1973 und das Schloss wurde verkauft. Der zentrale normannische Wohnturm ist der älteste Teil des Schlosses. Im Erdgeschoss gibt es eine interessante Ausstellung über die Familie Talbot und einen Bereich mit Erläuterungen. Es werden Führungen durch die oberen Stockwerke angeboten; sie dauern ca. 45 Minuten. Audioguides sind in Irisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Russisch und Mandarin erhältlich. Zu den Höhepunkten der Besichtigungstour gehört der prächtige Eichensaal mit seiner dunklen Vertäfelung und Möbeln aus der Zeit um 1600. Ein weiteres Schmuckstück ist die Great Hall, die 1495 für Bankette erbaut wurde und Porträts von Generationen der Familie Talbot enthält. In der Großen Halle befindet sich auch ein großes Gemälde des niederländischen Malers Jan Wyck, das die Schlacht am Boyne zeigt, die 1690 zwischen dem protestantischen König Wilhelm III. und dem katholischen König Jakob II. stattfand. Vierzehn Mitglieder der Familie Talbot starben in dieser Schlacht, da sie auf der katholischen Seite standen. Das Schloss überstand auch die Penal Laws (Gesetze gegen Katholiken und andere “Abtrünnige” von der anglikanischen Kirche), auch wenn die Familie bis 1774 standhaft katholisch blieb. 1918, während des Ersten Weltkrieges, wurde auf dem Burggelände ein Start- und Landeplatz für Luftschiffe etabliert, den die Luftschiffe der Luftwaffenbasis in Anglesey in Wales nutzten, die Angriffe gegen U-Boote in der irischen See flogen. Man plante, hier ab 1919 Luftschiffe zu stationieren, verwarf diesen Plan aber bei Kriegsende wieder. In den 1920er-Jahren entdeckte man die privaten Unterlagen von James Boswell in der Burg und der Urgroßenkel von Lord Talbot of Malahide verkaufte sie an den US-amerikanischen Sammler Ralph Heyward Isham (1890–1955). Letztlich erbte der 7. Baron Talbot Malahide Castle und dessen Anwesen und, als dieser 1973 starb, fiel es an seine Schwester ‘’Rose’’. Rose verkaufte die Burg an die Republik Irland, auch, um die Erbschaftssteuer bezahlen zu können. Große Teile der Einrichtung, darunter besonders Möbel, mussten leider vorab verkauft werden, was zu einem erheblichen, öffentlichen Streit führte, aber privaten Sammlern und dem Staat gelang es, einiges davon zu retten.

  • Irland - Die besten Wanderungen in Dublin - Killiney Hill Walk

    Wer seine Beine nicht allzu sehr strapazieren, sich aber dennoch mit spektakulären Ausblicken verwöhnen möchte, dem legen wir den Killiney Hill Walk in Dublin ans Herz. Schnappt Euch, falls vorhanden, Euren Hund, die Kinder und dann los! Zu sehen gibts Dublin im Nordwesten, die Irische See und die Berge von Wales (an klaren Tagen) im Osten und Südosten sowie Bray Head und die Wicklow Mountains im Süden. Killiney Hill ist der südlichste der beiden Hügel, die die Südgrenze der Bucht von Dublin bilden, der andere ist Dalkey Hill. Die beiden Hügel bilden einen Teil des Killiney Hill Park. Killiney Hill, 153 Meter hoch, wird von einem Obelisken gekrönt, der an die Opfer der irischen Hungersnot (1740-1741) erinnert. Bevor wir zu den Wanderrouten kommen, sei noch erwähnt, dass Henry Loftus, anglo-irischer Adliger und Politiker, zusammen mit John Scott 1st Earl of Clonmell diesen Hügelpark entwarf, erste Straßen baute und Rehe ansiedelte. Im Jahr 1887 hat Prinz Albert Victor von Wales zur Erinnerung an das Jubiläum von Königin Victoria den Park gnädigerweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - der Hügel hieß zunächst Victoria Hill. Jener Albert Victor übrigens, der 1889 bei einer Polizeirazzia in einem illegalen Männerbordell als Freier erkannt worden war und Vertuschungsaktionen in den höchsten Kreisen auslöste (Cleveland-Street-Skandal), aber wir wollen hier nicht abschweifen. ;-) Die Wanderrouten und wie kommt man hin? Die Killiney Hill Wanderung ist auch bei den Dublinern unter der Woche sehr beliebt, kein Wunder, bietet sie einen der schönsten Ausblicke Irlands. Wandern kann man mehrere Routen (eine längere, die am Fuße des Killiney Hill beginnt, und zwei kurze, die vom Hauptparkplatz des Killiney Hill ausgehen), falls man mit dem Auto anreist. DART-Züge fahren alle 10 bis 20 Minuten vom Bahnhof Connolly im Dubliner City Centre zum DART-Bahnhof Dalkey. Dalkey ist an sich schon ein reizvolles Dorf, mit vielen netten Restaurants und Geschäften. Von der DART-Station sind es etwa 20 Minuten bis zum Killiney Hill Park, aber schon der Weg dorthin bietet atemberaubende Ausblicke auf das Meer. In früheren Zeiten gehörte dieses Gebiet mit großen Ländereien über Jahrhunderte der normannischen Familie Talbot (es sind dieselben Talbots, denen auch Malahide Castle gehörte). Durch sie ging der Besitz schließlich an Colonel John Malpas über, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Rochestown ein Backsteinhaus für sich selbst baute. Die Geschichte des Obelisks Über ein Jahrhundert war der Obelisk die Hauptattraktion der Ländereien von Mount Malpas oder Scalpwilliam, und Besucher wurden mit der Kutsche, zu Pferd oder zu Fuß zum Gipfel gebracht, um die Aussicht zu bewundern. Es war Mapas, der den markanten, kegelförmigen Obelisken auf dem Killiney Hill errichtete, wie eine Marmortafel darauf vermerkt. Frühe Stiche zeigen eine Treppe, die zu einem Aussichtsbalkon führte, aber diese wurde später aus Sicherheitsgründen entfernt. Das Jahr des Schlachtens - 1741/42 Was außerhalb Irlands manchen nicht bekannt ist, der Winter 1741/42, in Irland als "das Jahr des Schlachtens" bezeichnet, war auf gewisse Art schlimmer, als die Große Hungersnot (irisch Gorta Mór) 1845-1852, denn sie kostete verhältnismäßig mehr Opfer. Es starben 1741/42 schätzungsweise bis zu 20 Prozent der 1740 lebenden Bevölkerung von 2,4 Millionen Menschen. Damals kam alles zusammen: Extrem kaltes und dann trockenes Wetter in aufeinander folgenden Jahren, extrem schlechte Getreide- und Kartoffelernten, Mangel an Milch und der Ausbruch tödlicher Krankheiten. Malpas war einer von mehreren Landbesitzern, die extra Bauprojekte durchführten, um Arbeitsplätze zu schaffen, um so die Not zu lindern. Die Pyramide Die Pyramide auf dem Killiney Hill befindet sich ganz in der Nähe des Obelisk, allerdings ein wenig versteckt hinter Ginsterhecken. Sie wurde 1852 von Robert Warren erbaut, dem damaligen Besitzer des Anwesens. Dubliner nennen die Pyramide “Wishing Stone“. Aufgepasst! Wenn man alle Ebenen der Pyramide umrundet, bis ganz nach oben geht und nach Dalkey Island, Richtung St. Begnet's Oratory blickt und dabei einen Wunsch äußert - soll er in Erfüllung gehen. Killiney Hill war früher höher. Als man die Piers von Dún Laoghaire baute, benötigte man Material und trug einfach den Gipfel ab. Was kann man noch erkunden, wenn man schon mal da ist? Es gibt noch eine Handvoll weiterer Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen in unmittelbarer Nähe von Killiney Hill, zum Beispiel Sorrento Park. Der Eingang zum Sorrento Park, Coliemore Road, ist leicht zu übersehen, er sieht eher wie eine Hofeinfahrt aus, doch es lohnt sich, nach ihm Ausschau zu halten, denn die Aussicht auf Dalkey Island ist überwältigend. Der nahe gelegene Dillon's Park ist einer der malerischsten Parks in Dublin. Dort gibt es auch einen uralten heiligen Brunnen, der einst Teil der frühen keltisch-christlichen Rituale war. Erstaunlicherweise wurde er erst 2017 freigelegt! Der heilige Brunnen befindet sich auf der Nordseite des Parks. Vico Baths ist eine der einzigartigeren Badestellen in Dublin und überaus beliebt. Einst war Vico Baths ein reiner Männerbadeort, heute zieht es Jung und Alt beiderlei Geschlechts gleichermaßen an. Man muss nicht unbedingt eintauchen, um die Geschichte dieses Ortes zu verstehen. Achtung! Vico Baths ist nur durch eine kleine Lücke in einer Mauer an der Vico Road zu erreichen, von wo aus man den Schildern und Handläufen hinunter folgt. Und nochmal Achtung! Die sich an die Klippen schmiegende Vico Road ist zwar wunderschön und riviera-ähnlich, aber auch eng, so dass es hier keine Parkplätze gibt! Der beste Parkplatz für Vico Baths ist der am Bahnhof von Dalkey (13 Minuten Fußweg). Wir empfehlen, gemütlich durch das malerische Dalkey zu schlendern und Dalkey Castle einen Besuch abzustatten. Believe it or not - es gab einst sieben Burgen in Dalkey. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch alle zerstört oder abgetragen, bis auf eine - Dalkey Castle. Zum Abschluss eines erlebnisreichen Tages könnte es dann noch nach Dún Laoghaire gehen. Mit seiner langen Promenade und dem belebten Hafen verströmt die Stadt ein angenehmes Küstenflair. Der People's Park, der Pier, die Cafés am Wasser - vieles trägt zur traditionellen Urlaubsatmosphäre der Stadt bei. Die Mariner's Church beherbergt heute das National Maritime Museum, und der Jachthafen mit 820 Liegeplätzen ist der größte Irlands. Hier eine Karte um sich selbst auf den historic trail zu begeben. Viel Spaß!

  • Irland - die besten Tagesausflüge von Dublin aus: Drogheda, County Louth

    Soll man dem 45 km von Dublin entfernten Drogheda, County Louth, eines der ältesten irischen Städte, einen Besuch abstatten? Wir finden, man sollte! Die Kirchen, die georgianische Architektur, das prächtige mittelalterliche Stadttor, der Kopf von St. Oliver Plunkett, eines der wenigen irischen Pestmahnmale und noch vieles mehr, machen einen Besuch lohnenswert. Drogheda lässt sich auch ganz prima mit einem Abstecher in das Boyne-Tal verbinden, wo beispielsweise der schicksalshafte Hügel von Tara und Newgrange warten, Mellyfont Abbey und Monasterboice kann man auch gleich "mitnehmen". Doch zurück zu Drogheda, einst von den Wikingern gegründet und damit eine der ältesten Städte in Irland. Ein Teil von Drogheda lag früher in der Grafschaft Meath. Lange Zeit war Drogheda als Nadelöhr auf der Straße von Dublin nach Belfast bekannt, heute wird die Stadt über die Boyne-Brücke und die M1 umfahren - eine Verbindung, von der sich die Einheimischen wünschen, dass sie schon zu Cromwells Zeiten bestanden hätte. Das Stadttor, St Lawrence Gate, aus dem 13. Jahrhundert oder das imposante Millmount Fort, das über den Dächern Droghedas thront laden förmlich zu einem Stadtbummel ein. Der Name Drogheda leitet sich vom irischen "Droichead Átha" ab, was wörtlich "Brücke an der Furt" bedeutet. Ein Name, der auch erklärt, warum die Wikinger sich hier niederließen. Es gab eine Furt und später eine Brücke, die Teil der wichtigsten Nord-Süd-Route an der Ostküste wurde - ein Ort des Handels und der Verteidigung. So entstanden zwei Städte, durch den Fluss getrennt. Drogheda-in-Meath und Drogheda-in-Oriel. Im Jahr 1412 wurden die beiden Droghedas schließlich zu einer "Grafschaft der Stadt Drogheda"; Jahrhunderte später, im Jahr 1898, wurde die Stadt, die sich noch eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt hatte, Teil der Grafschaft Louth. Im Mittelalter bildet Drogheda als ummauerte Stadt einen wichtigen Teil des "Pale" und beherbergt zeitweise auch das irische Parlament. Die strategische Bedeutung garantierte praktisch leider ein nicht ganz so friedliches Leben für ihre Bewohner. Die Stadt wurde mehrmals belagert und beschossen. Die berüchtigtste Belagerung endete mit der Einnahme von Drogheda durch Oliver Cromwell im September 1649. Was dann geschah, hat sich tief in die kollektive irische Psyche eingebrannt: Cromwells Massaker an der royalistischen Garnison und der Zivilbevölkerung von Drogheda. Während der Wilhelminischen Kriege war Drogheda gut verteidigt, und König Williams Truppen beschlossen schicksalhaft, die Stadt zu umgehen und stattdessen den Boyne bei Oldbridge zu überqueren. Die Schlacht am Boyne im Jahr 1690 ist bis heute eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte Irlands. Das Millmount Museum in der Barrack Street steht auf dem Gelände einer ehemaligen Burg und überragt Drogheda, wenn auch von der anderen (südlichen) Seite des Flusses. Die Ausstellungen zur lokalen Geschichte und Industrie sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Im 19. Jahrhundert erfindet sich Drogheda als Handels- und Industriezentrum neu. Ab 1825 stellt die "Drogheda Steam Packet Company" eine Seeverbindung nach Liverpool her. Das Motto der Stadt "God Our Strength, Merchandise Our Glory" (Gott unsere Stärke, Waren unser Ruhm) sagt alles, auch wenn das 20. Jahrhundert Drogheda weniger prosperierende Zeiten beschert. Einen großen Zustrom von Einwohnern erlebt die Stadt dann in den Jahren des "keltischen Tigers", als Drogheda plötzlich Teil des Pendlergürtels nach Dublin wurde. Ein Spaziergang durch das Zentrum von Drogheda dauert weniger als eine Stunde und führt zu den meisten Sehenswürdigkeiten, wobei das Millmount Museum eine Ausnahme bildet. Das Parken kann manchmal etwas problematisch sein. Die Stadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Das St. Laurence's Gate (Ecke Laurence Street und Palace Street) ist ein fast vollständiger Teil der mittelalterlichen Stadtmauer und immer noch imposant. Allerdings fließt der Verkehr hindurch und die bebaute Umgebung lenkt irgendwie vom Tor ab. Von hier aus kann man noch immer die ehemaligen Grenzen der Stadt nachvollziehen, indem man den Straßen folgt, die an die Stelle der Stadtmauern getreten sind. Der Magdalene Tower ist alles, was heute von dem einst bedeutenden Dominikanerkloster Saint Mary Magdalene übrig ist. Einst auf dem höchsten Punkt des nördlichen Drogheda vom damaligen Erzbischof von Armagh, Lucas de Netterville, gegründet. Der Turm war der gotische Glockenturm des Klosters, erbaut im Jahr 1370. Der Turm befand sich in der Nähe des heute abgerissenen St. Sunday's Gate und lag direkt innerhalb der nördlichen Stadtmauern. Das Kloster muss insofern von großer Bedeutung gewesen sein, als O'Donnell, O'Hanlon, McMahon, O'Neill und die anderen Häuptlinge von Ulster hier Ende des 14. Jahrhunderts ihre Unterwerfung unter Richard II. von England bestätigten. Im Jahr 1412 war sein Abt, Pater Bennett, der Friedensstifter in dem Konflikt zwischen den Menschen auf beiden Seiten des Flusses Boyne, der zur Vereinigung der Stadt führte. Während der Tudor-Periode unter König Heinrich VIII. wurde das religiöse Leben in Drogheda völlig verändert, als die großen Abteien, Priorate und Krankenhäuser verschwanden und ihre Ländereien von der Krone übernommen wurden. Während der Belagerung durch Cromwell im Jahr 1649 wurden auch die Zinnen des Turms schwer beschädigt. Die St. Peter's Church (Church of Ireland, Peter Street) ist wegen ihres Kirchhofs interessant. In einer Mauer hinter der Kirche befindet sich eine mittelalterliche Grabplatte, auf der die Verstorbenen als Skelette dargestellt sind, die nur mit Leichentüchern bekleidet sind. Dieses realistische Bild, das als Memento mori für die Hinterbliebenen diente, war für kurze Zeit in Mode und steht im Gegensatz zu den prächtigeren Bildern und konventionelleren mittelalterlichen Gräbern. Es soll nur sieben dieser Memento mori-Werke in Irland geben; ergänzend hierzu ist es vielleicht auch interessant mehr über den Schwarzen Tod in Irland zu erfahren. Die St. Peter's Church (römisch-katholisch, West Street) ist eine große katholische Kirche direkt im Stadtzentrum und ein Wallfahrtsort. Hier ist der Kopf von St. Oliver Plunkett zu sehen. Nichts für zarte Gemüter. In einem Schrein hinter Glas ist das etwas verschrumpelte Antlitz von Irlands jüngstem Heiligen kein schöner Anblick. Eine kleine Ausstellung informiert die Besucher auch über den Märtyrertod des Heiligen Oliver Plunkett durch die Engländer. Last but not least kann man sich noch einen Spaziergang zum alten Boyne Viadukt gönnen. Viel Spaß! :-)

  • Irland - tolle Wanderstrecken nahe Dublin

    Seid ihr auf der Suche nach leichten Wanderungen in Irland, möglichst nahe Dublin? Nichts leichter als das! Wer herrliche Landschaften und schöne Ausblicke genießen möchte, ist hier genau richtig. Wir stellen Euch drei schöne einfache Strecken nahe Dublin vor, die auch noch tolle Fotomotive bieten. Drei schöne Wanderungen nahe Dublin Die nahen Wicklowmountains laden förmlich dazu ein, die Schuhe zu schnüren. Wer ungewöhnliche Fotomotive sucht, ist mit Victor's Way bestens bedient. Wer zu Fuß nach Hollywood möchte - bitte sehr! Nichts leichter als das. Weitere wunderschöne Touren in den Wicklow Mountains, wie z. B. das Miner's village (familienfreundlich auch für kleine Beinchen) findet ihr hier! In den Dublin Mountains lockt das irische "Tal des Todes". Keine Sorgen, man überlebt es heutzutage, doch das war nicht immer so. Wer gerade in Dublin ist und die Stadt mal abseits typischer Touristenpfade erkunden möchte, dem seien hier drei schöne Routen ans Herz gelegt. Lohnt sich. Versprochen!

  • Irland - Der Burren. Wurde Tolkien hier zu Mordor und Mittelerde inspiriert?

    John R. R. Tolkien, mit Der Herr der Ringe schuf er die kommerziell erfolgreichsten Romanwerke des 20. Jahrhunderts und den Klassiker der Fantasy-Literatur. Besonders viel Zeit verbrachte Tolkien in der einmaligen Landschaft des Burren, da er zwischen 1949 und 1959 als externer Prüfer für die englische Abteilung der National University of Ireland Galway arbeitete. In dieser Zeit soll er "Der Herr der Ringe" intensiv überarbeitet haben. Beginnen wir die Geschichte Peter Curtin. Peter ist Besitzer und Betreiber des Pubs "The Roadside Tavern" in der Grafschaft Clare, ein großer Burren-Enthusiast und der Mann hinter Storytelling: Tolkien im Burren. "Tolkien schätzte die einzigartige Landschaft des Burren", sagt Peter in einem Interview . "Es gibt zwar viele andere Orte auf der Welt mit Karstkalksteinlandschaften, aber keine kommt an die Schönheit des Burren heran. "Die Landschaft hier ist sicherlich ungewöhnlich, und für einen Fantasy-Autor wie Tolkien muss sie wie ein Magnet gewirkt haben", meint Curtin. Wurde Tolkien für die Landschaften von Mittelerde und Mordor von den wilden Mondlandschaften des irischen Burren und der Gegend westlich von Irland inspiriert? Im Burren gibt es eine Höhle, die für Tolkien-Fans interessant sein dürfte. Die Höhle wird Poll naGollum genannt und Tolkien-Fans dürfte es dabei bereits heftig in den Ohren klingeln. Ein unterirdischer Fluss bahnt sich in dieser Höhle seinen Weg durch weitere Kammern und Höhlen und sie kann nur unter der Führung erfahrener Höhlenforscher erkundet werden. Warum Gollum Gollum heißt Die Figur Gollum ist für die gesamte Handlung von Der Herr der Ringe von entscheidender Bedeutung. Erinnern wir uns: Gollum gibt seltsame, gurgelnde Laute von sich. Am Eingang dieser Höhle  hallen die Rufe der Felsentauben wider und klingen dort ähnlich guttural. Man sieht förmlich die aufleuchtende Glühbirne über Tolkiens Kopf, oder? Auch der Reiseschriftsteller Paul Clements, der über den Burren schrieb, sagt: „Es besteht eine enge Verbindung zwischen dem Namen „Gollum“ und dem Eingang des Höhlensystems, der „Poll na gColm“ (irisch: Höhle der Felsentaube) genannt wird. Ausgesprochen wird der Name „Poll naGollum“. Der Dozent der University of Ulster und Tolkien-Forscher Dr. Liam Campbell meint ebenfalls, aufgrund seiner Kenntnisse von Tolkiens Bearbeitungstechniken, seiner Nachforschungen nach spezifischen Belegen und seiner Kenntnis der Chronologie von Tolkiens Überarbeitungen, Beweise vorlegen zu können, dass die weltberühmte Karstlandschaft der Burren-Region und die keltischen Legenden Irlands Tolkien zu seinen Meisterwerken inspiriert haben. Campbell stützt seine Behauptungen auf die Untersuchung der Originalmanuskripte und -papiere Tolkiens an der Marquette University in Wisconsin, USA. Mordor im Südosten von Mittelerde oder das Burrengebiet? Zur Erinnerung: Mordor liegt im Südosten von Mittelerde und ist im Norden, Westen und Süden von steil aufragenden Bergketten umgeben. Der Nordosten Mordors wiederum ist karges Steppenland, das den Namen Lithlad (Sindarin: Aschenebene) trägt. Der Nordwesten, die Ebene von Gorgoroth ist eine kahle, mit Schlackehügeln und Asche bedeckte Wüste, unter den riesigen Rauchwolken, die der Schicksalsberg ausstößt. Kommen wir nochmal zu Peter Curtin zurück: "Nach dem Studium von Tolkiens Werken und Korrespondenzen sowie nach Gesprächen mit Menschen, die ihn kannten, glauben wir, dass sein berühmtestes Werk, "Der Herr der Ringe", zumindest teilweise durch seine Erfahrungen im Burren inspiriert wurde", so Peter Curtin. So mag es sein, oder auch nicht. Nach Tolkiens Tod kann leider nichts mehr bewiesen werden. Im Roman sagt Boromir: "Man geht nicht einfach nach Mordor." Doch, denn hier im Burren stehen einem alle Wege nach Mittelerde und Mordor offen. Viel Spaß beim Erkunden! :-) Quellen: https://clarechampion.ie/academic-links-j-r-r-tolkiens-writings-with-the-burren/ https://www.irishcentral.com/travel/lord-of-the-rings-middle-earth-visits-the-burren-photos https://www.bbc.com/news/uk-northern-ireland-21859633 https://www.facebook.com/BurrenTolkien https://clareherald.com/living/events/a-taste-of-tolkien-in-lisdoonvarna-23817/ https://eatsleepbreathetravel.com/things-to-do-in-doolin/ https://brehonacademy.org/the-irish-roots-of-middle-earth-discover-how-j-r-r-tolkien-was-inspired-by-irelands-ancient-myth-language-and-landscapes/ https://twitter.com/Elvenevent https://www.thejournal.ie/lord-of-the-rings-the-burren-1617998-Aug2014/ https://cavesofireland.com/home/caves/pollnagollum/

  • Irland, zum Wandern nach Dublin? Warum nicht? Drei schöne, einfache Wanderungen

    Dublin hat nicht nur großartige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Vielen ist gar nicht so richtig bewusst, dass man in der Stadt auch wunderbar wandern kann. Tipp Nr. 1 - Dollymount Strand Wer Strandspaziergänge liebt ist in Dublin mit Bull Island bzw. dem Dollymount Strand gut bedient. Alle Strecken, die wir hier vorstellen, sind auch gut ohne Auto zu erreichen. Wenn man bis zur Spitze wandert und wieder zurück, hat man locker 10 Kilometer geschafft. Nicht schlecht für den Anfang, oder? Tipp Nr. 2: langer Spaziergang zum Poolbeg Leuchtturm Der Poolbeg-Leuchtturm - ein wunderbarer Spaziergang, abseits der üblichen Dublin-Touristenpfade, der zum dicken roten Leuchtturm führt. Man wird mit faszinierenden Aussichten auf die Dublin Bucht, Howth Head, Dun Laoghaire Hafen und die Berge von Dublin und Wicklow belohnt. Eine Route, die selbst Einheimische oft noch nicht gegangen sind. Außerdem - dieser Deich zählt noch immer zu den längsten in Europa! Tipp Nr. 3: Howth Cliff Walk Der Howth Cliff Walk, auch bekannt als Howth Head Walk, ist eine der besten Wanderungen in Dublin. Dieser Weg verwöhnt einen mit herrlichen Aussichten auf Lambay Island, Ireland’s Eye, auf die Dublin Bay und das Baily Lighthouse. In Howth gibt es verschiedene Trails, mit unterschiedlicher Gehdauer/Länge, die alle gut zu gehen sind und für alle Fitnesslevel geeignet sind. Bonus-Tipp: Phoenix Park Der Phoenix Park ist eine der größten Stadtparks in Europa, fünf Mal größer als der Londoner Hyde Park. Er bietet nicht nur eine willkommene grüne Lunge, sondern offeriert weitläufige Wege, auf denen man an zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlangwandern kann. Hier kann man sehr abwechslungsreich "Kilometer machen". Der Park bietet viele Möglichkeiten für Familien und ist auch für Hunde geeignet (angeleint), dazu Cafés, Toiletten etc. Mehr über Irland, Kurioses, Wissenswertes und Fun Facts in "Irland wie es nicht im Reiseführer steht" von Lisalina Sagner.

  • Irland - die Tragödie von Saltmills

    Im Jahr 1920 wird die Gegend um das malerische St. Kearns in der Nähe von Saltmills, Co. Wexford, in der Nacht des 12. Oktober von einer schweren Explosion erschüttert. Das Ereignis ist der größte einzelne Verlust an Menschenleben in der Grafschaft Wexford während des irischen Unabhängigkeitskrieges. Wie kam es zur Explosion? Am 12. Oktober 1920 bereitet eine IRA-Einheit Sprengstoff in einem alten, unbewohnten Haus in St. Kearns vor. Als der Sprengstoff vorzeitig detoniert, werden Sect. Com. Michael Fitzgerald, Sect. Com. Martin Roche, Vol. James Byrne, Vol. Robert Walsh und Vol. James Gleeson von der G-Kompanie des 2. Bataillons der South Wexford IRA getötet. Neun weitere überleben. Die Explosion ist ein Unglück und geschah versehentlich. Sechs der Amateur-Bombenbauer werden daraufhin inhaftiert, drei weitere flüchten. Anlässlich des 50. Jahrestages der Explosion wurde im Oktober 1970 ein Denkmal an dieser Stelle errichtet, um an diese lokale Tragödie zu erinnern. Irischer Unabhängigkeitskrieg ist ein Guerillakrieg Das alles ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass der irische Unabhängigkeitskrieg (1919-1921) von der I.R.A. als Guerillakrieg geführt wurde, um die britische Herrschaft in Irland zu beenden und einen unabhängigen irischen Staat zu errichten. Während des Krieges kommt es in der Grafschaft Wexford immer wieder zu zahlreichen Angriffen auf Kasernen der Royal Irish Constabulary (R.I.C.), von denen einige von der R.I.C. aufgegeben werden. Auch Postämter werden angegriffen, und es gibt Angriffe auf die Eisenbahn. Co. Wexford unter Kriegsrecht Als Antwort führen die Briten in Irland und eben auch in der Grafschaft Wexford eine Truppe namens Black and Tans ein, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die "Black and Tans" machen sich wegen der Misshandlung der Menschen schnell äußerst unbeliebt. Im Sommer 1920 zerstören sie ganze Städte und Dörfer, u. a.: Tuam im County Galway, Trim, Balbriggan, Knockcroghery, Thurles, Templemore, Tralee. Sie brennen die Innenstadt von Cork nieder und legen keinen Wert darauf, sich an irgendwelche Gesetze zu halten, es geht ihnen primär nur um die Vernichtung irischer Separatisten. Viele Menschen werden inhaftiert. Der wohl bekannteste Todesfall des Krieges in der Grafschaft Wexford ist der von Percival Lea-Wilson, einem Bezirksinspektor des R.I.C., der in Gorey stationiert war. Er wird als Rache für die Behandlung gefangengenommer Iren am 15. Juni 1920 von der I.R.A. vor seinem Haus in Gorey erschossen. Am 4. Januar 1921 wird die Grafschaft Wexford unter Kriegsrecht gestellt. Endlich, am 11. Juli 1921, stimmen beide Seiten einem Waffenstillstand zu. Der Konflikt hatte eine Pattsituation erreicht. Der Spielfilm The Wind That Shakes the Barley nimmt die Massaker der Black and Tans zum Ausgangspunkt für seine Darstellung des irischen Befreiungskampfes. Er erhielt dafür die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes 2006.

  • Irland mit Hund - Serie - heute: Abenteuer mit Hund #8 County Wicklow

    Urlaub mit dem Vierbeiner? Irland bietet sich durchaus dafür an. Zusammen mit engagierten Socialmedia-Nutzern, die in Irland leben, haben wir einige nützliche Informationen, tolle Wanderstrecken, hundefreundliche Pubs, Cafés, Restaurants, Bootstouren, Camping/Glampingmöglichkeiten und vieles mehr zum Download zusammen getragen. Entdeckt mit Euren Fellnasen neue Orte und Erlebnisse in Irland! Ihr werdet staunen, wieviele Möglichkeiten es gibt! Bislang hatten wir County Dublin, gefolgt von County Carlow und Donegal, County Clare , County Cavan, County Cork und die nordirischen Counties. Die weiteren Countys folgen in loser Folge! Heute ist das gut von Dublin aus zu erreichende Co. Wicklow dran. Sollte etwas fehlen, lasst es mich einfach wissen. Vielen Dank! :-D

  • Irland - Schweizer Zuflucht bei einem Atomschlag im Kalten Krieg

    Hinter Bäumen verbirgt sich ein weißes, dreigeschossiges Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert. Et voilà, dürfen wir vorstellen? Liss Ard Estate, County Cork. Erbaut 1853, nach der irischen Hungersnot von den O'Donovans. Das wäre er also gewesen, der sichere Zufluchtsort für die Schweizer Landesregierung bei einem nuklearen Schlag durch die Sowjetunion. Von hier aus hätte der Schweizer Bundesrat seine Amtsgeschäfte im Exil weiterführen sollen. Wer wissen möchte, was dieses Anwesen mit einem Schweizer Spion, dem Schweizer Armeegeheimdienst und den Exilplänen für die Schweizer Regierung zu tun hat, der ist hier richtig ;-) Ganz früher war das Anwesen über 3000 Hektar groß, mitsamt einem kleinen See und dem Seehaus "Glen Teigh" diente es als Sommerresidenz für die O'Donovans. Den Garten umrahmte eine vier Meter hohe Mauer, damit die Einheimischen nichts aus dem Garten stahlen. 1924 verkauften die O'Donovans und zogen sich nach England zurück. Eine neue Familie zog ein - John und Mary-Ellen Connolly mit ihren vier Töchtern. Anfang der 1940er Jahre wurde John Connolly von der britischen Regierung aufgefordert, die Kriegsanstrengungen durch Holzlieferungen zu unterstützen. John Connolly lehnte ab, vermutlich auch unter Verweis auf die irische Neutralität und ließ die schönen Bäume von Liss Ard House stehen. Zwischen 1947 und 1970 wechselten die Besitzer und das Haus diente mal als Hotel, als Restaurant und als Freiluftvergnügungszentrum. Alles ändert sich, als Albert Bachmann Ende der 1960er Jahre Irland bereist. Spion Albert Bachmann, der Armeegeheimdienst und das nukleare Wettrüsten Der 1929 in Zürich geborene Albert Bachmann lässt sich während seines Militärdienstes in der Schweiz zum Spion ausbilden und steigt schnell in den Rang eines Obersts auf. Bis 1975 ist Bachmann Chef des privaten Nachrichtendienstes und Kommandeur des Schweizer "Stay behind"-Programms, das seinerzeit aus Eliteangehörigen der Armee bestand, die ausgebildet wurden, um im Falle einer Invasion durch sowjetische Staaten in der Schweiz zu bleiben. Während des Kalten Krieges sieht Bachmann aufgrund der strategischen Lage der Schweiz eine sehr reale Bedrohung durch eine Invasion. 1976 wird Bachmann Chef des Spezialdienstes (Deckname: «Tom») innerhalb der Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr (UNA) des Eidgenössischen Militärdepartements (EMD, heute VBS). In seinen Aufgabenbereich fallen die Weiterführung der Widerstandsvorbereitungen für den Fall einer Besetzung der Schweiz (später P-26) und der Aufbau eines ausserordentlichen Nachrichtendienstes (später P-27). 1976/1977 kauft Bachmann Liss Ard Estate als "Tarnung" für die Schweizer Regierung und betreibt es als Reitzentrum und Landhotel. Die Schweizer Regierung finanziert mit Bundesbankgeld das Projekt; neben dem Kauf des Anwesens werden damit u. a. Tests für die Funkverbindungen zwischen der Schweiz und Irland finanziert. Bachmann will Liss Ard House für den außerordentlichen Nachrichtendienst nutzen und es soll der Standort der möglichen Exilregierung im Falle einer Besetzung der Schweiz werden. Zu den Plänen gehört auch die Evakuierung der Goldreserven der Schweizerischen Nationalbank durch die Swissair. Die Regierung überlegt, wie sie verhindern kann, dass Besatzungsmächte auf die Vermögenswerte der wichtigsten Schweizer Unternehmen zugreifen können. Mit Kanada hatte man in den 1950er Jahren bereits eine Vereinbarung unterzeichnet, die es dem Bundesrat ermöglicht hätte, die mitgereisten Schweizer Firmen zu besteuern, um so das Exil zu finanzieren. Um über genügende Mittel zu verfügen, war sogar der partielle Transfer des Nationalbankgolds vorgesehen. Das Gold sollte in Depots in Irland lagern. Aufgrund der vorherrschenden südöstlichen Winde wäre Irland im Falle eines chemischen Niederschlags aus dem sowjetischen Block der sicherste Ort in Europa ... und als westlichstes Land in Europa wird West Cork als idealer Standort für ein sicheres Haus für die Schweizer Regierung im Falle einer Invasion oder eines nuklearen Angriffs angesehen. Manche argwöhnen, Liss Ard House böte nicht genügend Platz für die Schweizer Regierung. Das ficht Bachmann nicht an. Er lässt unverdrossen mehrere Cottages und den Pub "Skibbereen Eagle" bauen, der sich durch eine ungewöhnlich große Küche (ausgelegt für 100 Personen) auszeichnet. Wie das SRF schreibt, war alles bereit. Falls der Krieg ausgebrochen wäre, hätte die Schweizer Delegation hier verköstigt werden können, mit frischem Fisch aus dem eigenen Teich. Das unrühmliche Ende des Schweizer "James Bond" 1979 werden die Exilpläne in Irland abrupt gestoppt. Albert Bachmann fällt wegen einer Spionageaffäre in Österreich in Ungnade. Auf Geheiß Bachmanns soll einer seiner Mitarbeiter die Raumverteidigungsübung 78 der österreichischen Armee ausspionieren. Leider stellt sich der besagte Mitarbeiter dabei reichlich ungeschickt an. Die Zürcher Zeitung schreibt: Ende November 1979 erproben 32 500 Soldaten mit 480 Ketten- und 4200 Räderfahrzeugen in einem grossen Manöver das österreichische Konzept der Raumverteidigung. In der Nacht auf den 19. November beginnt die heisse Phase der Übung. Um halb drei Uhr nachts sitzt in einem abgestellten Wagen bei St. Pölten, der Schweizer Kurt Schilling. Ausgerüstet mit Feldstecher, Landkarte und Notizblock, starrt er ins Dunkle. Plötzlich tauchen Soldaten des österreichischen Bundesheers auf. Sie nehmen an einem Manöver teil und inspizieren das verdächtige Fahrzeug. Doch statt wie erwartet auf ein Liebespaar stossen sie auf einen sichtlich gut informierten Mann, der sich offensichtlich sehr für die Truppenbewegungen im Manövergebiet interessiert. Da er bereits am Vortag beim Fotografieren beobachtet worden war, drehen die Österreicher den Spieß um. Sie observieren diesen Mann. Brav weist er sich in Gesprächen mit österreichischen Unteroffizieren mit seinem Pass aus, penibel hält er alle Feststellungen und Beobachtungen fein säuberlich in einem Notizheft fest. Genau das wird ihm zum Verhängnis. Unter dem Verdacht, für einen fremden Staat militärischen Nachrichtendienst zu betreiben, wird Schilling verhaftet. Intensive Verhöre folgen. Nach und nach bröckelt seine Geschichte. Ermüdet und noch immer ohne Anwalt hält er schließlich dem Druck nicht mehr stand. Er gibt offen zu, von Oberst Bachmann für den ausserordentlichen Nachrichtendienst angeworben und ausgebildet worden zu sein. Er habe bei der Firma Metallwaren Holding AG eine Scheinanstellung angetreten, um für Bachmann spionieren zu können. Schilling wird inhaftiert. Damit ist auch Albert Bachmann kompromittiert. Umgehend erfolgt seine Suspendierung. In der Pressemitteilung des Eidgenössischen Militärdepartements heißt es, ein Spionageauftrag sei gar nicht nötig gewesen, da eine offizielle Delegation von den Österreichern zur Manöverbeobachtung eingeladen worden sei. Spöttische Schlagzeilen "Der Spion aus Emmental" folgen. Der Nachrichtensender 20 Min berichtet: "Am 22. November 1979 ereignete sich eine der grössten Peinlichkeiten der jüngeren Schweizer Geschichte. Die österreichische Polizei verhaftete den Schweizer Kurt Schilling in Amstetten – jenem Ort, der zuletzt durch die Affäre Fritzl zu trauriger Berühmtheit gelangte. Der Betriebsberater aus Zug hatte ein Manöver des Bundesheeres ausspioniert und sich so dilettantisch verhalten, dass er mühelos enttarnt wurde. Vor Gericht erklärte Schilling: «Ich sollte herausfinden, wie lange Österreich einem Angriff aus dem Osten standhalten könnte.» Dabei berief er sich auf einen «Führungsoffizier» in Bern." Deckname "Y" Als Folge der Spionageaffäre wird Oberst Bachmann Ende 1980 mit 51 Jahren aus dem Bundesdienst in die Frühpension entlassen. In einem als geheim klassifizierten Zusatzbericht kommt die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats damals zum Schluss, Oberst Bachmann stelle kein Sicherheitsrisiko dar, "solange er in seiner Ehre nicht ungebührlich verletzt wird und finanziell nicht in die Enge getrieben wird". Bachmann zieht sich nach Irland zurück. Als er 1976 zum Chef des Spezialdienstes ernannt wurde, war das Thema Irland dienstlich aktuell. Doch Bachmann interpretierte seinen Auftrag, im Ausland Szenarien für einen «Exilstandort» des Bundesrats durchzuspielen, sehr grosszügig. Ein Angebot des britischen Geheimdienstes MI6, mit dem die Schweiz eng zusammenarbeitete, lehnt Bachmann ab. Stattdessen entscheidet er sich für den Standort Irland, dem er den Decknamen «Y» gab. Wo Patti Smith, Nick Cave, Van Morrison und Bono nächtigen 1989 kauft ein Zürcher Galerist Liss Ard House. Es wird zu einem beliebten Treffpunkt für Künstler. 2021 wird das Anwesen für geschätzte 3,5 Mio. EUR an US-Investoren verkauft. Liss Ard befand sich seit mehr als 25 Jahren im Besitz der Familie Stern aus der Schweiz und wurde fünf Jahre zuvor für 7,5 Millionen Euro auf den Markt gebracht. Im Jahr 2019 wurde die Preisvorstellung auf 5 Millionen Euro gesenkt, aber es fand sich kein Käufer. Nach der Covid-19-Pandemie, die zu einem unerwarteten Anstieg der Nachfrage nach hochwertigen Landgütern geführt hatte, findet Liss Ard doch noch einen Käufer. In einer Erklärung sder Investmentfirma heißt es: "Liss Ard war ein Fall von Liebe auf den ersten Blick. Es ist ein altes Anwesen in einer der schönsten Gegenden der Welt. Die natürliche Schönheit, die reiche Geschichte und die kulinarischen Vorzüge von West Cork haben uns schon lange angezogen. Liss Ard, ein ehemaliger Künstlerort in West Cork, verfügt über 25 Zimmer und bietet Platz für 60 Gäste im Haupthaus, in einer Lodge am See und in vier Nebengebäuden. Das Anwesen hat im Laufe der Jahre viele bekannte Gäste beherbergt, darunter Patti Smith, Nick Cave, Van Morrison und Bono. Auch die Darsteller der letzten Star-Wars-Filme wohnten hier, als sie auf Skellig Michael drehten. Zum Gelände gehören Waldspaziergänge, Landschaftsgärten, ein privater See und der berühmte "Irish Sky Garden", der von dem bekannten US-Bildhauer James Turrell entworfen wurde. Der Schweizer James Bond Kommen wir noch einmal auf Albert Bachmann, spöttisch von den Medien "James Bond der Schweiz" betitelt, zurück. Ihn interessieren die Schlagzeilen wenig. Er genießt seinen vorzeitigen Ruhestand. "Ich liebe es, mit Pferden zu arbeiten", sagt er in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen RTS, das ihn 1981 auf dem Reithof von Liss Ard House besucht. Sein Vorgesetzter schrieb seinerzeit über Bachmann, er sei eine "schillernde Persönlichkeit, mit abenteuerlichen Zügen" und einer "vorwärtsdrängenden Phantasie", welche "ständig neue Sicherheitsrisiken" schaffe. Fakt ist: Es gab mehrere erstaunliche verdeckte Operationen Bachmanns - keine davon war offiziell von der Regierung genehmigt. Bis heute wird auch gerätselt, was es mit dem Schweizer Gold auf sich habe. Sind während des kalten Krieges tatsächlich Goldreserven der Schweizer Nationalbank nach Irland geschafft worden? Und falls ja, wo sind sie? Lagerten sie in den Kellergewölben von Liss Ard House? Albert Bachmann wird uns dazu nichts mehr sagen können. Am 12. April 2011 stirbt er nach kurzer Krankheit in seiner Wahlheimat Irland. Quellen: https://www.nzz.ch/frueherer_geheimdienst-oberst_bachmann_gestorben-ld.578194 https://www.independent.ie/irish-news/west-cork-bids-farewell-to-the-cold-war-swiss-spy-who-set-up-a-secret-army/26726112.html https://spyscape.com/article/albert-bachmann-the-paranoid-spymaster-who-stayed-out-in-the-cold https://www.telegraph.co.uk/news/obituaries/8493181/Colonel-Albert-Bachmann.html https://www.irishtimes.com/life-and-style/people/swiss-spymaster-settled-in-cork-after-his-schemes-earned-notoriety-1.572411 https://www.southernstar.ie/news/historic-liss-ard-is-brought-back-to-life-after-multi-million-refresh-4241573 https://www.lissardestate.ie/ https://www.nzz.ch/schweiz/kurt-schilling-ein-schweizer-spion-in-oesterreich-ld.1524095 https://www.20min.ch/story/die-kriegsspiele-der-geheimdienstler-535404251592 https://www.nzz.ch/frueherer_geheimdienst-oberst_bachmann_gestorben-ld.578194 https://www.irishtimes.com/life-and-style/homes-and-property/us-investor-buys-liss-ard-estate-in-west-cork-1.4466620 https://www.nzz.ch/schweiz/der-skurrile-oberst-und-seine-irland-connection-ld.1407067 https://www.srf.ch/news/schweiz/kalter-krieg-hier-haette-der-bundesrat-bei-einem-atomkrieg-zuflucht-gefunden https://www.srf.ch/news/schweiz/bundesrat-im-kalten-krieg-albert-bachmann-war-drahtzieher-bei-den-exilvorbereitungen https://www.derbund.ch/der-spion-der-aus-den-alpen-kam-921625539500

  • Wie feiert man eigentlich Ostern in Irland?

    Vom Abendessen bis zum Nachtisch, vom Brötchen bis zum Hering - wir werfen einen Blick auf die Art, wie Ostern in Irland gefeiert wird. Zunächst jedoch, vor allem, für alle, die Kinder haben und in Irland leben - eine "eggscelente" Übersicht über Osterveranstaltungen in Irland. Wo kann man 2024 mit den Kids auf Eiersuche gehen, den Osterhasen treffen, eine Traktorfahrt auf der Farm machen u.v.m.? Ohne Anspruch auf Vollständigkeit eine kurze Zusammenstellung, was sich in Sachen Ostern 2024 in Irland so tut: In und um Dublin herum bieten sich etliche Aktivitäten zu Ostern an. Weitere Infos hier. Kildare Farm, Co. Kildare bietet vom Eiersuchen, über Traktorfahrten und Osterhasentreffen einiges an. Weitere Infos hier. Farmspaß kann man zu Ostern auch in Co. Cork haben. Leahy's Open Farm bietet eine Eierjagd, Babytierfütterung und die Chance, durch ein Osterlabyrinth zu navigieren. Co. Galway hat ebenfalls etwas zu bieten. Zum Einen kann man in Connemara eine Reise durch wunderschöne Themengärten machen - siehe https://www.galwaytourism.ie/event/family-easter-hunt-at-brigits-garden/. Zum Anderen kann man traditionelles Handwerk, historische Touren mit der Ostereiersuche am Lough Gur verbinden. Die Marlhill Farm in Co. Tipperary bietet ebenfalls österliche Erlebnisse für den Nachwuchs. Im Fota House, Co. Cork wartet ein Ostereier-Trail auf Groß und Klein, auf dem Weg (Dauer ca. 45 Min.) wird man Charaktere des Zauberers von Oz begegnen, versteckte Hinweise gilt es zu finden und man sollte auch nach dem Osterhasen Ausschau halten. Das Angebot richtet sich an Kinder von 3 - 10 Jahren. Weitere Infos hier. Osterzug in Co. Carlow plus Panto. Vom 1. – 10. April lädt der Rathwood Express zu einer Fahrt durch den Wald von Rathwood ein. Kinder können Fiona, die Fee, sowie Thomas Toffee helfen, Bunny aus dem fiesen Sirius Chocolayte zu retten. Eine lustige interaktive Show mit neuester Popmusik und Comedy für die ganze Familie, gefolgt von einer actiongeladenen Eier-Suche im erstaunlichsten Labyrinth Irlands (laut Website)! Hier weitere Informationen. Am Samstag, 8. April und Sonntag, 9. April, schaut der Osterhase bei der Sandy Feet Farm, Co. Kerry, vorbei. Er wird dort seine Ostereier verstecken ... es gibt auch Rätsel zu lösen, um an die Ostereier zu kommen und Magic Steve wird sein Publikum mit Zaubertricks erfreuen. Weitere Infos: https://sandyfeet.rezgo.com/details/336286/easter-egg-hunt Sonntag, 31. März und Montag, 1. April lädt Killrudery House, Co. Wicklow, zu einem Osterwochende mit viel Familienspaß ein. Große und kleine Menschen können den besonderen Oster-Schatzweg mit einer kleinen Karte, die an jedem Ort gestempelt wird, entdecken. Weitere Infos hier: https://killruddery.com/products/easter-treasure-trail-family-weekend-once-more-in-aid-of-the-dspca Drei Tage Osterspaß für die ganze Familie bietet die Glenroe Farm, Co. Wicklow. Den ganzen Tag über werden Eiersuchen veranstaltet, die erste beginnt um 10:30 h; die letzte gegen 16:30 h. Die 3 bis 6-jährigen suchen auf dem Spielplatz; die über 7-jährigen neben den Alpakas. Details: https://glenroefarm.ie/ Malahide Castle, Co. Dublin, dort wird der Feenweg zu einem Osterpfad mit vielen Hinweisen, um das Oster-Puzzle zu lösen. Easterella und ihre Freunde warten auf osterfreudige Kids. Ein Arbeitsblatt, mit dem sich Jung und Alt den Weg über den Osterpfad bahnen können, hilft, die fehlenden Teile des Rätsels zu finden, um den Code zu knacken und den Osterkorb zu finden. Alle weiteren Infos hier. Osterspaß wartet auf Familien auf der Red Mountain Open Farm, Co. Meath. Das Ganze ist auch wetterfest, dank der großen offenen Scheune. Die Schatzsuche, von Samstag, 30. März bis Montag, dem 1. April, geht den ganzen Tag und jedes Kind erhält einen Preis. Siehe: https://redmountainopenfarm.ie/easter Überall auf dem Gelände der Moher Hill Open Farm, Co. Clare, lässt sich Schokolade finden. Dazu gibts eine Ostereiersuche, Spiele für die ganze Familie, einschl. Eierlauf und Dreibeinrennen. Fotos mit dem Osterhasen sind möglich und für die unter 5-jährigen gibt es eine besondere Ostereiersuche. Details: https://www.moherfarm.com/events/ Auch auf der Nore Valley Park Open Farm, Co. Kilkenny sind rund um den Hof leckere Eier versteckt. Die Ostereierjagd findet zwischen Samstag, 23. und Sonntag, 31. März 2024 von 10 bis 16 Uhr für Tagesbesucher auf der Farm statt. Auch bei schlechtem Wetter bietet die Farm zahlreiche Möglichkeiten für Familien. Siehe: https://www.norevalleypark.com/events/easter-egg-hunt/ Es gibt im Lullymore Heritage und Discovery Park, Co. Kildare, einen Osterhasen und ein Osterhasen-Rätsel, das darauf wartet, von cleveren Kindern gelöst zu werden. Danach kann man sich den wohlverdienten Preis und ein Osterei abholen. Es gibt eine Eiersuche und Preise sowie weitere Spiele. Hier alle weiteren Infos. Last but not least hier eine Übersicht über die Ostereiersuchen und Osterveranstaltungen in Nordirland. Wo und wie auch immer Groß und Klein Ostern verbringt, es ist in Irland immer ein freudiges und wichtiges Ereignis, wenn es auch hie und da ein wenig kommerzielle Schlagseite hat. Ostern musste für lange Zeit in Irland im Kontext von Erneuerung nach Entbehrungen und Fasten betrachtet werden, denn im Winter waren die Lebensmittel knapp. Und, wie gesagt: Die Osterzeit kann nicht ohne die vorherige Fastenzeit gedacht werden, somit beginnen wir heute mit dem Faschingsdienstag oder auch Pfannkuchendienstag. Der Pfannkuchendienstag Der Faschingsdienstag (Shrove Tuesday) findet am Tag vor Aschermittwoch statt, dem ersten Tag der Fastenzeit. Der Faschingsdienstag ist der Tag, an dem die Menschen in den irischen Haushalten all die köstlichen, verlockenden Zutaten aufbrauchen, die sie während der Fastenzeit nicht essen dürfen. Die leckerste Art, Eier, Milch, Mehl, Butter und Zucker zu verbrauchen, ist das Backen von Pfannkuchen. Traditionelle irische Pfannkuchen sind dünn und werden normalerweise mit Zucker und Zitronensaft bestreut serviert. Am Faschingsdienstag wendet traditionell die älteste unverheiratete Tochter in irischen Haushalten den ersten Pfannkuchen. Und bloß nicht fallen lassen, denn wenn der Pfannkuchen auf den Boden fällt, wird sie im kommenden Jahr wohl kaum heiraten, so der Glaube. Als kleines Schmankerl hier das Rezept für irische Buttermilchpfannkuchen: Buttermilchpfannkuchen - Rezept für 4 Personen Man benötigt: 3 EL Butter, 400 ml Buttermilch, 2 Eier, 250 gr Mehl, 1 Prise Salz, 3 TL Backpulver, 50 gr Zucker, 1 Pck. Vanillezucker In einer Schüssel Buttermilch und Eier gut verquirlen. Die Butter in einem Topf schmelzen, dann beiseitestellen und ein wenig abkühlen lassen. In einer anderen Schüssel Mehl, Salz, Backpulver, Zucker und Vanillezucker mischen. Das Buttermilch-Ei-Gemisch und die zerlassene Butter zu dem Mehlgemisch geben und alles gut verrühren. Den Teig in der Schüssel ruhen lassen, bis die Pfanne heiß ist (ca. 10 Minuten). Je Pfannkuchen 1,5 - 2 EL Teig in die mit Fett bestrichene Pfanne geben. Wenn sich an der Oberfläche Bläschen bilden, den Pfannkuchen wenden und auch von der anderen Seite goldbraun backen. GUTEN APPETIT! :-) Weitere irische Ostertraditionen findet ihr hier in "Der Kuchentanz - Ostern in Irland" Allen eine schöne Osterzeit, ob in Irland oder wo immer Ihr auch gerade seid! Lisalina :-)

  • Irland: Karfreitagstraditionen und schwarzes Fasten

    Seit dem Mittelalter gibt es in Irland bemerkenswerte Traditionen und Rituale rund um den Karfreitag, von denen einige auch heute noch praktiziert werden. Das reicht von "Heiligen Ostereiern" bis zum Saatgut. Karfreitag war auch der Tag des "schwarzen Fastens". Vom Abendessen bis zum Nachtisch, vom Brötchen bis zum Hering - wir werfen einen Blick auf die Art, wie Ostern in Irland gefeiert wird. Der nächste Artikel wird Euch einen Überblick über die Osterveranstaltungen 2024 in Irland geben. Die meisten Iren enthielten sich früher an Karfreitag ganz des Essens, und wenn sie doch etwas aßen, dann war es eine karge Mahlzeit aus Gerstenbrot, Kresse und Wasser. Karfreitag stand der Besuch der Messe an und es wurde von jeglicher Arbeit abgeraten; bei dem kargen Mahl musste man vermutlich auch mit seinen Kräften haushalten. Als die strengen Regeln mit der Zeit gelockert wurden, war den Katholiken zumindest eine fleischlose Mahlzeit erlaubt, und so wurde Fisch mit dem Karfreitag in Verbindung gebracht. Heute wird in vielen irischen Haushalten am Karfreitag immer noch Fisch gegessen und das Essen ist bei Weitem keine Form der Buße mehr. Siehe hierzu auch: https://www.9lebenverlag.com/post/irland-fischessen-in-der-fastenzeit Bevor wir uns einigen der Bräuche widmen, machen wir noch einen kurzen Schlenker zur irischen Karwoche. Die Osterkarwoche in Irland Die Karwoche findet in der Woche nach dem Lazarus-Samstag statt und beginnt am Abend des Palmsonntags. In Irland wurde früher eine ganze Woche lang extrem gefastet. Zum Frühstück gab es nur etwas trockenes Brot, vielleicht noch einen einfachen Brei und Tee mit einem Tropfen Milch. Zum Mittagessen gab es noch mehr trockenes Brot und Tee, und das Abendessen bestand zwar nicht unbedingt wieder aus trockenem Brot, doch ein Gaumenschmaus waren auch die trockenen Kartoffeln mit Salz sicher nicht. Diese extrem freudlose Karwoche soll sogar Papst Paul VI. Mitte der 1960er Jahre zum Umdenken bewegt haben. Er ließ viele dieser strengen Fastenregeln reformieren. Übriggeblieben sind heutzutage nur noch der Aschermittwoch und Karfreitag als einzige obligatorische Tage des Fastens und der Enthaltsamkeit für Katholiken. Karfreitagsbräuche in Irland - Eier mit Rußkreuz Die von den Hühnern am Karfreitag gelegten Eier wurden wie das Brot mit Ruß bzw. mit einem verkohlten Stock oder einem Bleistift mit einem Kreuz gekennzeichnet. Bis Ostersonntagmorgen wurden sie aufbewahrt und erst dann gekocht. Beim Frühstück aß dann jedes Mitglied des Haushalts eines der Karfreitagseier als Segensspruch. Mit der Zeit begannen die Menschen, die Karfreitagseier zu verzieren, indem sie sie mit natürlichen Farbstoffen aus Kräutern und Flechten färbten. Sie fügten auch Bänder und Wildblumen hinzu und verschenkten die Eier an ihre Freunde und Verwandten. Aus diesem Grund werden verzierte Eier heute mit Ostern in Verbindung gebracht, und bis heute haben Kinder und Erwachsene Spaß daran, Eier zu färben und zu bemalen. Karfreitagsbräuche in Irland - Karfreitagsgetreidaussaat Je nach Datum galt es auch als absoluter Glücksfall, am Karfreitag Getreide auszusäen. Die Aussaat von Samen symbolisierte den Frühling, das Wachstum und die Wiedergeburt. Getreide wurde zu Karfreitag aber nur ausgesät, wenn zuvor bereits Kartoffeln gepflanzt worden waren. Wie gesagt, im nächsten Artikel werfen wir einen Blick auf die Art, wie Ostern in Irland gefeiert wird. Vom Abendessen bis zum Nachtisch, vom Brötchen bis zum Hering. Außerdem gibt es einen Überblick über die Osterveranstaltungen 2024 in Irland.

  • Die Pyramiden Irlands

    Ja, richtig gelesen! In diesem Artikel möchte ich Euch zur Abwechslung mal Irlands Pyramiden vorstellen. Seit fast 5000 Jahren werden Pyramiden als Grabstätten genutzt, angefangen mit dem altägyptischen Pharao Djoser. Ein paar tausend Jahre später sieht ein irischer Adliger aus dem 18. Jahrhundert das außergewöhnliche Mausoleum des Pharaos und denkt sich vielleicht: "So etwas könnte ich auch gebrauchen". Auf einem kleinen Anstieg, nördlich von Arklow, mit Blick auf den Avoca Fluss, sieht man eine Pyramide, die von Sir John Betjeman als "das größte Pyramidengrab jenseits der Ufer des Nils" bezeichnet wurde. Es steht auf der höchsten Position auf dem alten Friedhof von Kilbride, Co. Wicklow, und stellt die Ruinen der angrenzenden mittelalterlichen Kirche in den Schatten. Ob das Howard-Mausoleum die größte Pyramide jenseits der Nilbänke ist, lässt sich schwer überprüfen, denn – obwohl Pyramiden symbolisch für das alte Ägypten stehen, wurden sie, solange wir Menschen begraben, als Grabmarker in Kulturen auf der ganzen Welt verwendet. Als der europäische Adel Pyramiden baute, um ihre sterblichen Überreste unterzubringen, taten sie dies als Hommage an die Macht und Geheimnisse der antiken Welt. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass Ralph Howard, Viscount aus dem County Wicklow, 1785 eine Pyramide für seine Familie bauen lässt. Es ist der Höhepunkt des Neoklassizismus und damit eine Zeit, in der stilistische Nachahmungen Griechenlands, Roms und Ägyptens nicht nur die eigene Bildung, sondern auch den guten Geschmack widerspiegeln sollen. Zum Gedenken an die vergangenen und künftigen Generationen der Howards ... Das lange Epitaph der Pyramide erklärt, das Mausoleum sei zum Gedenken an die Vorfahren errichtet worden, die ein Jahrhundert zuvor gestorben waren, und für die künftigen Generationen der Howards. In der Nähe der Pyramide befindet sich noch ein weiteres Mausoleum mit ägyptischen Einflüssen, ein Tempelgebäude, in dem offenbar die Leichen der "weniger bedeutenden" Howard-Verwandten untergebracht sind. Die Pyramide beherbergt 33 Platten für Särge, was manche als Hinweis auf Freimaurerverbindungen in Verbindung mit der geheimnisvollen Pyramide werten. Allerdings ist nur etwa die Hälfte der Plätze belegt. 1823 wird das Mausoleum ohne Angabe von Gründen versiegelt. Inzwischen, nach anderthalb Jahrhunderten der Vernachlässigung ist es von Efeu und Pflanzen überwuchert. Nächtliche Schreie eines Babys auf dem Friedhof? Es heißt, dass der letzte in dieser Pyramide bestattete Leichnam der eines kleinen Howard war. Die Einwohner von Arklow sollen berichtet haben, sie hätten nachts die Schreie eines Babys auf dem Friedhof gehört; die Schreie verstummten erst, als der Leichnam entfernt und an einem anderen Ort bestattet wurde und die Pyramide für immer versiegelt war. Fakt ist: Als Ralph Howard von Shelton Abbey 1785 zum 1. Viscount von Wicklow ernannt wurde, entschied er, dass kein verstorbener Howard mehr in kalter Erde begraben werden sollte. Das neue Mausoleum, so Howard, soll einer Pyramide gleichen. Simon Vierpyl, ein englischer Bildhauer, der fast zehn Jahre lang in Rom Souvenirkopien alter Skulpturen für die Betuchten auf ihrer Grand Tour produziert hat, soll wohl, zusammen mit dem Architekten William Chambers (Castletown House), an der Pyramide gewirkt haben. Im County Offaly findet man eine originalgetreue Nachbildung der Pyramiden von Gizeh Die Kinnitty-Pyramide wird in den 1830er Jahren als Grab für die Familie Bernard gebaut, die damals in Kinnitty Castle lebte, seinerzeit auch als "Burg Bernard" bekannt. Die Bernard Familie war dort übrigens bis 1946 ansässig. Hinter der Kirche St. Finian und an der Vorderseite des Ardmore Country House lässt sich das exotische Gebäude bewundern, das von Leutnant Colonel Richard Wellesley Bernard, Architekt und Ingenieur, in Auftrag gegeben wurde. Tja, so etwas passiert, wenn man den Militärdienst in Ägypten absolviert. Offenbar war Bernard von den Pyramiden sehr angetan und beschloss, sich und seiner Familie auch eine zu bauen. Warum auch nicht? Wir wissen nicht genau, wie lange an den ägyptischen, antiken Pyramiden gebaut wurde, bislang fand man keine Aufzeichnungen "Wir haben 20 Jahre an dieser Pyramide gebaut", doch dank Steinmetzzeichen und Jahreszahlen gehen Historiker davon aus, dass der Bau einer großen Pyramide im antiken Ägypten bis zu 20 Jahre gedauert haben könnte. Da war Bernard definitiv fixer; nach vier Jahren, im Jahr 1834, steht sie. Mit 24 Jahren von einem tollwütigen Hund gebissen Stufen führen unter den Boden in die Pyramide, wo die Särge der Familie Bernard platziert wurden. Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass dort 6 Särge platziert wurden. Die erste "Bernard", die dort bestattet wird, ist die junge Margaret, die 1842 im Alter von nur 24 stirbt, nachdem sie von einem tollwütigen Hund gebissen wurde. In den nächsten 65 Jahren folgen fünf weitere Bernards, u. a. Major Scroope Bernard im September 1857 im Alter von 38 Jahren, Lt Col Richard Wellesley Bernard 1877 und Col. Thomas Bernard am 13. Dezember 1882 im Alter von 66 Jahren. Das letzte Mitglied der Familie, Ellen Georgina, stirbt 1907 im Alter von 81 Jahren. Dann werden die Türen versiegelt. Die Gelehrten streiten bis heute, warum die ägyptischen Pyramiden gebaut wurden. Die Theorien reichen von "Geltungssucht der gottgleichen Pharaonen" bis zu "Beschäftigungstherapie fürs Volk", da die Bevölkerung in Überschwemmungszeiten des Nils arbeitslos war. Und nein, heute geht man davon aus, dass nicht Sklaven die Pyramiden unter schrecklichen Bedingungen bauen mussten. Es wurden Hinweise gefunden, dass die Arbeiter wohlgenährt und gut bezahlt wurden. Immerhin wissen wir, warum in Irland Pyramiden gebaut wurden - sie dienen schlichtweg als Mausoleen. Statt Pyramiden hätte es auch das Taj Mahal in Miniaturform oder die römische Engelsburg werden können. Da hat Irland vielleicht noch mal Glück gehabt, oder? ;-) Quellen: https://irishhistorichouses.com/2020/11/13/castle-howard-avoca-county-wicklow/ https://www.dib.ie/biography/howard-ralph-a4124 https://www.atlasobscura.com/places/howard-mausoleum-pyramid https://stairnaheireann.net/2022/02/15/kinnitty-pyramid-birr-co-offaly/ https://www.atlasobscura.com/places/kinnitty-pyramid https://www.buildingsofireland.ie/building-of-the-month/howard-mausoleum-kilbride-kilbride-td-arklow-county-wicklow/ https://heritage.wicklowheritage.org/places/arklow/howard_mausoleum_kilbride_co_wicklow https://www.atlasobscura.com/places/howard-mausoleum-pyramid https://heritage.wicklowheritage.org/places/arklow/howard_mausoleum_kilbride_co_wicklow https://www.planet-wissen.de/geschichte/antike/pyramidenbau/index.html https://www.buildingsofireland.ie/building-of-the-month/howard-mausoleum-kilbride-kilbride-td-arklow-county-wicklow/

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