Wie Guinness Irland im Zweiten Weltkrieg rettete
- lisalinas6
- 2. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Guinness ist ein weltweit beliebtes Getränk, aber wer weiß schon, dass es während des Zweiten Weltkriegs zu Irlands mächtigster wirtschaftlicher Waffe wurde und Irland regelrecht über die Zeit des Zweiten Weltkriegs rettete.
Die Briten üben schon wieder Druck auf die Iren aus
Irland mühte sich im Zweiten Weltkrieg neutral zu bleiben. Das gefiel dem britischen Premierminister Winston Churchill ganz und gar nicht und so übte er Druck auf Irland aus, der mit jedem Kriegsmonat stärker wurde. Churchill verhängte gegen Irland wirtschaftliche Restriktionen und unterbrach die Versorgung mit wichtigen Gütern wie Kohle, Weizen und landwirtschaftlichen Düngemitteln. Leider war Irland zu dieser Zeit noch stark von britischen Importen abhängig. Was tun? Nun, Irland drehte die Situation zu seinen Gunsten, denn es hatte Guinness als Geheimwaffe.
Irland hat etwas, was Andere auch gerne hätten ...

Den Krieg nahm man in Irland weitgehend als einen britischen Konflikt wahr, Eamon de Valera, irischer Premier, war entschlossen, die Souveränität Irlands zu wahren und nicht Kriegspartei zu werden. Zu dieser Zeit war Irland noch stark von britischen Importen abhängig - die Lage drohte immer ungemütlicher zu werden. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs exportierte Irland fast 1 Million Fässer Guinness. Insbesondere das britische Militär, aber auch die alliierten Truppen und die Kriegsindustrie sorgten für entsprechende Nachfrage. Die St.-James-Brauerei in Dublin schipperte kontinuierlich Stout über die irische See.
Den Spieß einfach umdrehen!

Als die Versorgungslage mit britischer Kohle, Weizen, Düngemittel etc. in Irland besorgniserregend ist, dreht Irland den Spieß um. 1942 verbietet Irland kurzerhand die Ausfuhr von Bier. Begründung: Die knappen Weizenvorräte sollen besser für Brot für die Armen in Irland genutzt werden.
Sofort beschweren sich die alliierten Truppen über den Guinness-Mangel. Und siehe da: Die britische Regierung liefert schnellstens wieder den benötigten Weizen. Irland sichert Guinness-Lieferungen zu. Doch schon kurz darauf setzen die Iren das Exportverbot wieder in Kraft und erklären, sie hätten zu wenig Kohle, um das Bier zu produzieren. Die Briten fackeln nicht lange und sichern Irland mehr Kohle zu. Dieses Muster setzte sich noch für wichtige weitere Importe nach Irland fort. Irland wurde von den Briten einigermaßen auskömmlich beliefert, die Handelsbedingungen besserten sich und Irland blieb weiterhin neutral.
Guinness ist somit nicht einfach nur ein Bier, sondern offenbar auch ein diplomatisches Instrument. Und da wäre noch eine Frage: Warum wird in Nigeria mehr Guinness getrunken als in Irland? Die Antwort und vieles mehr finden Irlandfans in "Irland wie es nicht im Reiseführer steht".








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