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Irlands Esel und das Donkey Sanctuary, Co. Cork

  • vor 19 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Ein Esel

Esel sind wunderbare, liebevolle Tiere, sehr intelligent, mit einem sanften und liebenswerten Wesen, die gerne unter Menschen sind. Esel wurden viel früher als Pferde domestiziert und waren somit das erste Lasttier, dass den Menschen zur Verfügung stand. Sie waren schon immer ein wichtiger Teil des irischen Erbes und halfen abseits der Straßen, lange bevor es moderne Transportmittel gab. "Das Pferd des kleinen Mannes" schleppte Torf für das Feuer, brachte Seetang, um die unfruchtbaren Felder der Westküste zu Düngen und zog die Karren der Bauern.

1897 gab es in Irland 247.000 Esel - heute sind es weniger als 5.000. Spätestens seit dem Aufstieg Irlands in wohlhabendere Gefilde, verrotten die Eselkarren auf den Höfen, ließ und lässt man die Esel vernachlässigt auf der Weide 'rumstehen, manche verhungern, andere werden misshandelt. Das Arbeitstier Esel hat schlicht ausgedient. Immerhin, Ende der 1980er gründeten Tierfreunde Donkey Sanctuaries, um die verwahrlosten Esel medizinisch zu versorgen und ihnen ein Gnadenbrot zu geben. Auch halten sich immer mehr Menschen Esel als Hobby.


Wir finden, dass der Besuch eines Donkey Sanctuary sehr gut zu einem Irland-Trip passt. Es ist ein herzerwärmendes, einzigartiges Erlebnis, vor allem auch für Kinder. Es gibt mehrere Donkey Sanctuaries in Irland. Wir fuhren nach Liscarroll in der Grafschaft Cork, da wir dort mehrere Esel adoptiert haben. Wer eine Geschenkidee sucht, warum nicht einfach einen Esel adoptieren (siehe: https://www.thedonkeysanctuary.ie/adopt) und ihm dann auch einen persönlichen Besuch abstatten?


Donkey Sanctuary in der Grafschaft Cork

Seit der Eröffnung im Jahr 1987 hat The Donkey Sanctuary Ireland über 5.600 vernachlässigte und ausgesetzte Esel aus ganz Irland aufgenommen und gepflegt. Für viele ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie liebevolle Hände spüren und sanfte Stimmen hören. Es wird sehr darauf geachtet, dass jeder Esel individuelle Aufmerksamkeit erhält. Heute leben über 1.500 Esel und Maultiere in der Obhut des Donkey Sanctuary. Rund 400 dieser Esel leben im Rahmen eines Vermittlungsprogramms in privaten Pflegestellen in ganz Irland, während die übrigen Esel auf vier Farmen in der Region Liscarroll untergebracht sind. In der Knockardbane Farm selbst leben etwa 130 Esel und Maultiere. Die Farm liegt eingebettet in die wunderschönen sanften Hügel außerhalb des Dorfes Liscarroll und hat an vier Tagen geöffnet. Es gibt Spazierwege, einen Shop, man kann beim Bürsten und Pflegen der Esel helfen, es gibt Wissenswertes über Esel und auch einen Kaffee. Hunde (angeleint) sind erlaubt.



Donkey Sanctuary in der Grafschaft Kilkenny

Im County Kilkenny gibt es ebenfalls ein Donkey Sanctuary mit rund 30 Eseln. Dort kann man auch Esel adoptieren, allerdings ist das keine offene Farm. Weitere Infos: https://www.bellinedonkeysanctuary.ie/belline-donkeys/


Donkey Sanctuary in der Grafschaft Donegal

Auch in der Grafschaft Donegal gibt es ein Donkey Sanctuary, wo man einen Esel adoptieren und das man besuchen kann. Alle notwendigen Infos hier: https://www.donegaldonkeysanctuary.ie/visit


Wissenswertes über Esel

Der Besuch eines Donkey Sanctuary passt ganz wunderbar zu einer Irlandreise. Irlands Geschichte ist nunmal untrennbar mit den "stillen, helfenden Hufen" der Esel verbunden. Und es macht einfach Spaß, diese intelligenten, neugierigen Tiere zu erleben. Bei unserem Besuch sahen wir, wie verspielt und freundlich sie sind und die Mitarbeiter vor Ort teilten ihr Wissen mit uns. Wir lernten u. a., dass Esel ein sehr gutes Gedächtnis haben, viel länger ohne Wasser und Nahrung auskommen können, als Pferde, dass sie keine Fluchttiere und sehr trittsicher sind. Anders als Pferde sind sie schwindelfrei, deshalb kann man sie gut als Saumtiere im Gebirge einsetzen. Esel sind Gruppentiere, die niemals allein gehalten werden sollten. Sie schließen meist mit einem oder zwei Eseln ganz enge Freundschaften. Esel vertragen (getrocknetes) Brot nur schlecht, weil es zu viele Kohlenhadrate und zu wenig Nährstoffe enthält. Füttern Besucher Esel mit Brot kann es zu schweren Koliken kommen. Futterverbote bitte immer beachten.

Wichtig! Esel kommen aus Afrika, aus trockenen, steinigen Regionen. Ihr Fell durchnässt schnell und trocknet langsam. Esel vertragen keine Nässe, und ihre Hufe entwickeln Strahlfäule, wenn sie zu lange auf feuchten Böden stehen müssen. Sie brauchen daher immer einen regengeschützten Unterstand.

Irland ist damit allein klimatisch definitiv nie das beste Land für Esel gewesen - Tradition hin oder her!


Buch Irland wie es nicht im Reiseführer steht von Lisalina Sagner





 

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