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Frage der Woche: Wie viele US-Präsidenten haben irische Wurzeln?

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit
Das Weiße Haus in Washington DC, USA

Ok, Donald Trump hat deutsche Wurzeln, aber, wer weiß, vielleicht gibt es doch einen Cousin 11. Grades, der irisch ist? Im Prinzip ist es auch egal, zumindest, wenn US-Präsidenten französisches, polnisches oder venezolanisches Blut in sich haben. Aber, wenn es irisch ist, dann ... ;-) mindestens die Hälfte der bisherigen Präsidenten sollen irgendwie irische Wurzeln haben - bei der anderen Hälfte ist vermutlich noch nicht gründlich genug geforscht worden. Im Grunde regieren Iren die Welt, zumindest im weitesten Sinne. Fakt ist: John F. Kennedy ist der berühmteste irisch-amerikanische US-Präsident, aber eben nicht der einzige. Barack Obama hat man eine ganze Tankstelle in Moneygall gewidmet, in Ballybunion gibt es eine Statue von Bill Clinton beim Golfspielen, und Galways berühmter Eyre Square ist auch als John F. Kennedy Memorial Park bekannt - es gibt wirklich erstaunlich viele US-Präsidenten mit irischen Vorfahren. Die Frage lautet also: Wie viele US-Präsidenten haben irische Wurzeln?


Die Antwort lautet: Ungefähr die Hälfte, also mindestens 23 US-Präsidenten sind irischer Abstammung!


Interessant? Taucht tiefer in die Geschichte ein, plant z. B. einen Besuch im Kennedy Homestead Museum in Wexford ein oder erfahrt mehr über die grüne Insel, Kurioses und Skurriles und Irlands Einfluss auf die Welt in Irland wie es nicht im Reiseführer steht. Auch ein Besuch im EPIC Museum in Dublin ist überaus erhellend.


John F Kennedy, Porträt irischstämmiger US Präsident

Angefangen beim berühmtesten irisch-amerikanischen Präsidenten haben beide Seiten der Familie von John F. Kennedy Wurzeln, die bis nach Irland zurückreichen. Alle vier seiner Großeltern waren Kinder irischer Einwanderer - aus Dunganstown und Owenduff in Wexford bzw. den Grafschaften Limerick und Cavan.


USA, Porträt von Ronald Reagan, US Präsident

Ronald Reagan hat enge Verbindungen zu Irland, da seine Urgroßeltern aus der Grafschaft Tipperary stammen, entschied sich jedoch für den protestantischen christlichen Glauben und nicht für die römisch-katholische Erziehung seines Vaters. Die Unterschriften des Ururgroßvaters und des Großonkels des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan wurden auf einer Rolle aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gefunden, die jetzt der Öffentlichkeit zugänglich ist. Beide Männer mit dem Namen Thomas Reagan aus Ballyporeen, Co Tipperary, unterzeichneten 1841 die Morpeth Roll, eine Dankesrolle für den scheidenden irischen Staatssekretär Lord Morpeth, die von mindestens 160 000 Iren unterschrieben wurde und von einem Ende zum anderen 412 Meter misst. Reagans Urgroßvater und Thomas Reagans Sohn Michael Reagan wanderten über England in die Vereinigten Staaten aus, wo Präsident Reagans Großvater John Michael Reagan in Illinois geboren wurde.


USA, Richard Nixon Portrait, USA Präsident

Der 37. Präsident der Vereinigten Staaten, Richard Nixon, hatte seine Wurzeln in Timahoe in der Grafschaft Kildare, und seine Frau Pat stammte von Einwanderern aus Tipperary ab. Bei einem Besuch auf der grünen Insel im Jahr 1970 besuchte der Präsident die Gräber seiner Familie, wurde aber nicht so herzlich empfangen, wie es in Irland üblich ist, da er von einem Kriegsgegner mit einem Ei beworfen wurde.


USA, US-Präsident Portrait Jimmy Carter

Weniger bekannt sind die irischen Wurzeln von Jimmy Carter, 39. Präsident, denn im Gegensatz zu JFK, Biden und Barack Obama ist seine Abstammung nicht so alt wie ein Urgroßelternteil, der während der irischen Hungersnot auswanderte. Carters irisches Erbe reicht bis in die Pionierzeit zurück. Das irische Erbe des ehemaligen US-Präsidenten beruht auf den Wurzeln seiner Großmutter mütterlicherseits, Nina Pratt. Ninas Familienstammbaum mütterlicherseits hat irische Vorfahren in verschiedenen Linien. Die Eltern des Vaters von Ninas Mutter, die ihre Urgroßeltern sind, waren Isaac Cowan und Jane Seawright. Beide waren Nachkommen von Iren, die aus Ulster ausgewandert waren.


Irland, Besuch von John F Kennedy, US Präsident bei seinen irischen Verwandten, Kennedy Homestead

Kommen wir noch einmal zum wohl bekanntesten US-irischen Präsidenten: Als Präsident John Fitzgerald Kennedy im Sommer 1963 beschliesst, nach Irland zu reisen, sind seine Berater skeptisch. Da der Präsident die irischen Wählerstimmen ohnehin bereits im Sack hat, scheint ihnen der politische Nutzen gering, vielmehr droht die Fahrt ins Land von Kennedys Vorfahren als persönliche Vergnügungsreise wahrgenommen zu werden statt als offizielle Mission. Doch Kennedy lässt sich nicht beirren. Am 27. Juni landet sein Helikopter und der mediale Tross im Weiler Dunganstown in der südirischen Grafschaft Wexford bei jenem Bauernhof, aus dem sein Urgrossvater Patrick Kennedy über hundert Jahre zuvor in die USA ausgewandert ist. Seine Gastgeberin ist Mary Ryan, Cousine zweiten Grades des Präsidenten und damit seine nächste in Irland lebende Verwandte. Die Atmosphäre ist informell und entspannt. Kennedy verspeist beim familiären Picknick im Hof Lachsbrötchen und Kuchen, trinkt mehrere Tassen Tee und bringt einen Trinkspruch aus: "Wir trinken eine Tasse auf all die Kennedys, die weggingen, und auf all jene, die zu Hause geblieben sind."


Irland, Kennedy Homestead, Co. Wexford

Für viele dieser Präsidenten waren ihre irischen Wurzeln ausschlaggebend für ihre Meinung und Haltung zu Irland. Die Iren freuen sich über den Einfluss, den sie dank der „Landsleute“ im Weißen Haus vermeintlich haben. Umgekehrt setzen die Präsidenten auf irische Ahnen, um bei den US-Iren Stimmen zu fangen. John F. Kennedy war der Erste, der das nutzte und 1963 die Grüne Insel besuchte. Barack Obama und Joe Biden statteten Irland während ihrer Amtszeit ebenfalls Besuche ab. Donald Trump hat, wie wir wissen, deutsche, jedoch keine bekannten irischen Wurzeln, obwohl er öffentlich über seine Liebe zu Land und Leuten gesprochen hat. Er wurde immerhin öfters in seinem irischen Golfresort Doonbeg in Co Clare gesichtet.

Von Andrew Jackson (7. Präsident), der nur zwei Jahre nach der Auswanderung seiner Eltern aus dem Dorf Boney, Co. Antrim, geboren wurde, über Harry S. Truman (33. Präsident) mit Vorfahren aus Donegal und Tyrone bis Ulysses S. Grant (18. Präsident) ebenfalls irische Wurzeln in der Grafschaft Tyrone gibt es noch viel mehr Präsidenten mit irischen Vorfahren. Die irische Diaspora auf der anderen Seite des Atlantiks hat definitiv einen weit überdurchschnittlichen politischen Einfluss und auch das Dorf Boney in Antrim ist stolz auf sein Andrew Jackson Centre.


  




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