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  • Irland: Karfreitagstraditionen und schwarzes Fasten

    Seit dem Mittelalter gibt es in Irland bemerkenswerte Traditionen und Rituale rund um den Karfreitag, von denen einige auch heute noch praktiziert werden. Das reicht von "Heiligen Ostereiern" bis zum Saatgut. Karfreitag war auch der Tag des "schwarzen Fastens". Vom Abendessen bis zum Nachtisch, vom Brötchen bis zum Hering - wir werfen einen Blick auf die Art, wie Ostern in Irland gefeiert wird. Der nächste Artikel wird Euch einen Überblick über die Osterveranstaltungen 2024 in Irland geben. Die meisten Iren enthielten sich früher an Karfreitag ganz des Essens, und wenn sie doch etwas aßen, dann war es eine karge Mahlzeit aus Gerstenbrot, Kresse und Wasser. Karfreitag stand der Besuch der Messe an und es wurde von jeglicher Arbeit abgeraten; bei dem kargen Mahl musste man vermutlich auch mit seinen Kräften haushalten. Als die strengen Regeln mit der Zeit gelockert wurden, war den Katholiken zumindest eine fleischlose Mahlzeit erlaubt, und so wurde Fisch mit dem Karfreitag in Verbindung gebracht. Heute wird in vielen irischen Haushalten am Karfreitag immer noch Fisch gegessen und das Essen ist bei Weitem keine Form der Buße mehr. Siehe hierzu auch: https://www.9lebenverlag.com/post/irland-fischessen-in-der-fastenzeit Bevor wir uns einigen der Bräuche widmen, machen wir noch einen kurzen Schlenker zur irischen Karwoche. Die Osterkarwoche in Irland Die Karwoche findet in der Woche nach dem Lazarus-Samstag statt und beginnt am Abend des Palmsonntags. In Irland wurde früher eine ganze Woche lang extrem gefastet. Zum Frühstück gab es nur etwas trockenes Brot, vielleicht noch einen einfachen Brei und Tee mit einem Tropfen Milch. Zum Mittagessen gab es noch mehr trockenes Brot und Tee, und das Abendessen bestand zwar nicht unbedingt wieder aus trockenem Brot, doch ein Gaumenschmaus waren auch die trockenen Kartoffeln mit Salz sicher nicht. Diese extrem freudlose Karwoche soll sogar Papst Paul VI. Mitte der 1960er Jahre zum Umdenken bewegt haben. Er ließ viele dieser strengen Fastenregeln reformieren. Übriggeblieben sind heutzutage nur noch der Aschermittwoch und Karfreitag als einzige obligatorische Tage des Fastens und der Enthaltsamkeit für Katholiken. Karfreitagsbräuche in Irland - Eier mit Rußkreuz Die von den Hühnern am Karfreitag gelegten Eier wurden wie das Brot mit Ruß bzw. mit einem verkohlten Stock oder einem Bleistift mit einem Kreuz gekennzeichnet. Bis Ostersonntagmorgen wurden sie aufbewahrt und erst dann gekocht. Beim Frühstück aß dann jedes Mitglied des Haushalts eines der Karfreitagseier als Segensspruch. Mit der Zeit begannen die Menschen, die Karfreitagseier zu verzieren, indem sie sie mit natürlichen Farbstoffen aus Kräutern und Flechten färbten. Sie fügten auch Bänder und Wildblumen hinzu und verschenkten die Eier an ihre Freunde und Verwandten. Aus diesem Grund werden verzierte Eier heute mit Ostern in Verbindung gebracht, und bis heute haben Kinder und Erwachsene Spaß daran, Eier zu färben und zu bemalen. Karfreitagsbräuche in Irland - Karfreitagsgetreidaussaat Je nach Datum galt es auch als absoluter Glücksfall, am Karfreitag Getreide auszusäen. Die Aussaat von Samen symbolisierte den Frühling, das Wachstum und die Wiedergeburt. Getreide wurde zu Karfreitag aber nur ausgesät, wenn zuvor bereits Kartoffeln gepflanzt worden waren. Wie gesagt, im nächsten Artikel werfen wir einen Blick auf die Art, wie Ostern in Irland gefeiert wird. Vom Abendessen bis zum Nachtisch, vom Brötchen bis zum Hering. Außerdem gibt es einen Überblick über die Osterveranstaltungen 2024 in Irland.

  • Der Kuchentanz - Ostern in Irland

    Ja, es gab einmal eine Zeit, da wurde zu Ostern noch um den Kuchen getanzt. Dieser Brauch ist leider ein wenig in Vergessenheit geraten. Was hat es damit auf sich? Der Kuchen, in der Regel ein Barmbrack, wurde seinerzeit an prominenter Stelle auf ein feines Stück irisches Leinen gelegt. Dann ertönt die Musik und das Tanzen beginnt. Gewonnen hat die Person oder das Paar, das sich am meisten Mühe gegeben oder am längsten getanzt hat. Die irische Ostertradition des Kuchentanzes wurde bis weit ins 20. Jahrhundert zelebriert und wer weiß, vielleicht lebt sie ja auch wieder auf?! Wäre doch sehr schön, oder? Dann gibt es in Irland noch den Brauch namens: Cluideog Auch hier kommt der Tanz nicht zu kurz. Am Ostersonntag tanzten und sangen die Kinder für ihre Familie und Nachbarn, in der Hoffnung, rohe Eier geschenkt zu bekommen. Die Kinder versammelten sich dann auf einem Feld und kochten die Eier über einem Feuer. Sie behielten die Schalen dieser Eier, um sie zu verzieren und am ersten Mai an den Maibusch zu hängen. In Irland ist der Maifeiertag - auch als Bealtaine bekannt - ein traditionelles keltisches Fest, mit dem die Ankunft des Sommers gefeiert wird. Schokoladen-Ostereier in Irland Was sich bis heute ungebrochen hoher Beliebtheit erfreut sind natürlich die Schokoladeneier. Die werden am Ostersonntag nach dem Mittag- oder Abendessen verputzt. Dies ist bei weitem die beliebteste aller irischen Ostertraditionen. Die ersten Schokoladen-Ostereier wurden im frühen 19. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland hergestellt. Die britischen Chocolatiers John und Benjamin Cadbury stellten ihr erstes Cadbury-Osterei im Jahr 1875 her. Zunächst hatten die Cadbury-Ostereier aus Zartbitterschokolade noch eine glatte, schlichte Form und waren mit zuckerüberzogenen Schokoladentropfen, so genannten Dragées, gefüllt. Später, inspiriert von der Tradition, zu Ostern echte Eier zu verzieren, verzierten die Gebrüder Cadbury die einfachen Schokoladeneier mit Marzipanblumen und Schokoladenpaspeln. Heutzutage haben die Schokoladen-Ostereier diese Motive auf der Schale. Wusstet Ihr, dass die Iren echte Schokoladen-Leckermäuler sind, mit einem sagenhaften Verbrauch von durchschnittlich 16,3 Pfund Schoki pro Kopf und Jahr! Wenn man an die Kalorien denkt, wäre es vermutlich nicht das Schlechteste, die Ostertänze wieder aufzunehmen ... ;-) Irische Bräuche am Ostersonntag Wie bereits erwähnt, wurden/werden traditionell am Ostersonntag als Erstes die gekochten Eier gegessen, die die Hühner am Karfreitag gelegt hatten. Dann wurde das kleine Stück Fleisch, das seit Aschermittwoch an der Wand hing, ins Feuer geworfen, (im Karfreitagsartikel beschrieben), so dass das ganze Haus verlockend roch und die Menschen an das bevorstehende Fest erinnerte. Vorher besuchte man die Messe am Ostersonntag, mit der die Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seiner Kreuzigung gefeiert wird. Danach ging es nach Hause zum Ostersonntag-Mittagessen. Zu den traditionellen Speisen, die am Ostersonntag in Irland serviert werden, gehören Lauchsuppe, gebratenes Frühlingslamm, Corned Beef, gebackener Schinken und gekochter Speck. Dazu Kraut und Kartoffeln. Eine weitere traditionelle Osterspeise in Irland ist der Simnel cake - auf der Oberseite des Kuchens liegen zwölf Marzipankugeln, die die wahren Apostel Jesu darstellen; Judas wird weggelassen. Easter Egg Hunt - Ostereiersuche - wie in Deutschland In Irland bringt der Osterhase Ostereier für die Kinder. Allerdings versteckt der Hase die Eier rund um das Haus und den Garten, und die Kinder müssen sie suchen. Der Hase versteckt sowohl hartgekochte, verzierte Eier als auch Schokoladeneier in allen Formen und Größen. Ostern soll übrigens nach der angelsächsischen Göttin des Frühlings, Eostre, benannt sein. Sie wird mit Hasen und Eiern in Verbindung gebracht, die für Fruchtbarkeit und Überfluss stehen. In der deutschen Folklore verwandelte Eostre einen Vogel in einen Hasen, und aus Dankbarkeit nutzte der Hase seine ursprüngliche Funktion als Vogel, um an ihrem Festtag, dem Ostersonntag, Eier für die Göttin zu legen. Wie auch immer - allen eine schöne Osterzeit!

  • Die Pyramiden Irlands

    Ja, richtig gelesen! In diesem Artikel möchte ich Euch zur Abwechslung mal Irlands Pyramiden vorstellen. Seit fast 5000 Jahren werden Pyramiden als Grabstätten genutzt, angefangen mit dem altägyptischen Pharao Djoser. Ein paar tausend Jahre später sieht ein irischer Adliger aus dem 18. Jahrhundert das außergewöhnliche Mausoleum des Pharaos und denkt sich vielleicht: "So etwas könnte ich auch gebrauchen". Auf einem kleinen Anstieg, nördlich von Arklow, mit Blick auf den Avoca Fluss, sieht man eine Pyramide, die von Sir John Betjeman als "das größte Pyramidengrab jenseits der Ufer des Nils" bezeichnet wurde. Es steht auf der höchsten Position auf dem alten Friedhof von Kilbride, Co. Wicklow, und stellt die Ruinen der angrenzenden mittelalterlichen Kirche in den Schatten. Ob das Howard-Mausoleum die größte Pyramide jenseits der Nilbänke ist, lässt sich schwer überprüfen, denn – obwohl Pyramiden symbolisch für das alte Ägypten stehen, wurden sie, solange wir Menschen begraben, als Grabmarker in Kulturen auf der ganzen Welt verwendet. Als der europäische Adel Pyramiden baute, um ihre sterblichen Überreste unterzubringen, taten sie dies als Hommage an die Macht und Geheimnisse der antiken Welt. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass Ralph Howard, Viscount aus dem County Wicklow, 1785 eine Pyramide für seine Familie bauen lässt. Es ist der Höhepunkt des Neoklassizismus und damit eine Zeit, in der stilistische Nachahmungen Griechenlands, Roms und Ägyptens nicht nur die eigene Bildung, sondern auch den guten Geschmack widerspiegeln sollen. Zum Gedenken an die vergangenen und künftigen Generationen der Howards ... Das lange Epitaph der Pyramide erklärt, das Mausoleum sei zum Gedenken an die Vorfahren errichtet worden, die ein Jahrhundert zuvor gestorben waren, und für die künftigen Generationen der Howards. In der Nähe der Pyramide befindet sich noch ein weiteres Mausoleum mit ägyptischen Einflüssen, ein Tempelgebäude, in dem offenbar die Leichen der "weniger bedeutenden" Howard-Verwandten untergebracht sind. Die Pyramide beherbergt 33 Platten für Särge, was manche als Hinweis auf Freimaurerverbindungen in Verbindung mit der geheimnisvollen Pyramide werten. Allerdings ist nur etwa die Hälfte der Plätze belegt. 1823 wird das Mausoleum ohne Angabe von Gründen versiegelt. Inzwischen, nach anderthalb Jahrhunderten der Vernachlässigung ist es von Efeu und Pflanzen überwuchert. Nächtliche Schreie eines Babys auf dem Friedhof? Es heißt, dass der letzte in dieser Pyramide bestattete Leichnam der eines kleinen Howard war. Die Einwohner von Arklow sollen berichtet haben, sie hätten nachts die Schreie eines Babys auf dem Friedhof gehört; die Schreie verstummten erst, als der Leichnam entfernt und an einem anderen Ort bestattet wurde und die Pyramide für immer versiegelt war. Fakt ist: Als Ralph Howard von Shelton Abbey 1785 zum 1. Viscount von Wicklow ernannt wurde, entschied er, dass kein verstorbener Howard mehr in kalter Erde begraben werden sollte. Das neue Mausoleum, so Howard, soll einer Pyramide gleichen. Simon Vierpyl, ein englischer Bildhauer, der fast zehn Jahre lang in Rom Souvenirkopien alter Skulpturen für die Betuchten auf ihrer Grand Tour produziert hat, soll wohl, zusammen mit dem Architekten William Chambers (Castletown House), an der Pyramide gewirkt haben. Im County Offaly findet man eine originalgetreue Nachbildung der Pyramiden von Gizeh Die Kinnitty-Pyramide wird in den 1830er Jahren als Grab für die Familie Bernard gebaut, die damals in Kinnitty Castle lebte, seinerzeit auch als "Burg Bernard" bekannt. Die Bernard Familie war dort übrigens bis 1946 ansässig. Hinter der Kirche St. Finian und an der Vorderseite des Ardmore Country House lässt sich das exotische Gebäude bewundern, das von Leutnant Colonel Richard Wellesley Bernard, Architekt und Ingenieur, in Auftrag gegeben wurde. Tja, so etwas passiert, wenn man den Militärdienst in Ägypten absolviert. Offenbar war Bernard von den Pyramiden sehr angetan und beschloss, sich und seiner Familie auch eine zu bauen. Warum auch nicht? Wir wissen nicht genau, wie lange an den ägyptischen, antiken Pyramiden gebaut wurde, bislang fand man keine Aufzeichnungen "Wir haben 20 Jahre an dieser Pyramide gebaut", doch dank Steinmetzzeichen und Jahreszahlen gehen Historiker davon aus, dass der Bau einer großen Pyramide im antiken Ägypten bis zu 20 Jahre gedauert haben könnte. Da war Bernard definitiv fixer; nach vier Jahren, im Jahr 1834, steht sie. Mit 24 Jahren von einem tollwütigen Hund gebissen Stufen führen unter den Boden in die Pyramide, wo die Särge der Familie Bernard platziert wurden. Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass dort 6 Särge platziert wurden. Die erste "Bernard", die dort bestattet wird, ist die junge Margaret, die 1842 im Alter von nur 24 stirbt, nachdem sie von einem tollwütigen Hund gebissen wurde. In den nächsten 65 Jahren folgen fünf weitere Bernards, u. a. Major Scroope Bernard im September 1857 im Alter von 38 Jahren, Lt Col Richard Wellesley Bernard 1877 und Col. Thomas Bernard am 13. Dezember 1882 im Alter von 66 Jahren. Das letzte Mitglied der Familie, Ellen Georgina, stirbt 1907 im Alter von 81 Jahren. Dann werden die Türen versiegelt. Die Gelehrten streiten bis heute, warum die ägyptischen Pyramiden gebaut wurden. Die Theorien reichen von "Geltungssucht der gottgleichen Pharaonen" bis zu "Beschäftigungstherapie fürs Volk", da die Bevölkerung in Überschwemmungszeiten des Nils arbeitslos war. Und nein, heute geht man davon aus, dass nicht Sklaven die Pyramiden unter schrecklichen Bedingungen bauen mussten. Es wurden Hinweise gefunden, dass die Arbeiter wohlgenährt und gut bezahlt wurden. Immerhin wissen wir, warum in Irland Pyramiden gebaut wurden - sie dienen schlichtweg als Mausoleen. Statt Pyramiden hätte es auch das Taj Mahal in Miniaturform oder die römische Engelsburg werden können. Da hat Irland vielleicht noch mal Glück gehabt, oder? ;-) Quellen: https://irishhistorichouses.com/2020/11/13/castle-howard-avoca-county-wicklow/ https://www.dib.ie/biography/howard-ralph-a4124 https://www.atlasobscura.com/places/howard-mausoleum-pyramid https://stairnaheireann.net/2022/02/15/kinnitty-pyramid-birr-co-offaly/ https://www.atlasobscura.com/places/kinnitty-pyramid https://www.buildingsofireland.ie/building-of-the-month/howard-mausoleum-kilbride-kilbride-td-arklow-county-wicklow/ https://heritage.wicklowheritage.org/places/arklow/howard_mausoleum_kilbride_co_wicklow https://www.atlasobscura.com/places/howard-mausoleum-pyramid https://heritage.wicklowheritage.org/places/arklow/howard_mausoleum_kilbride_co_wicklow https://www.planet-wissen.de/geschichte/antike/pyramidenbau/index.html https://www.buildingsofireland.ie/building-of-the-month/howard-mausoleum-kilbride-kilbride-td-arklow-county-wicklow/

  • Irland - St. Patrick's Day ist wenn ...

    die Hälfte der Welt nach Irland und die Hälfte Irlands ins Ausland will. Wer war eigentlich dieser St. Patrick und warum machte er die Druiden arbeitslos? Was die meisten zu wissen glauben: Er vertrieb die Schlangen von der Insel, brachte das Christentum nach Irland und sorgte für den St. Patrick's Day. ;-) Tatsächlich weiß man nicht genau, wann er lebte und starb, und ob es überhaupt St. Patrick war, der das Christentum nach Irland brachte. Was man jedoch sicher weiß: Der Bursche war noch nicht einmal Ire. Er stammte aus Großbritannien. Daten für seinen Tod pendeln zwischen 457 und 493 n. Chr.. Und kommt mir jetzt nicht mit dem 17. März, an dem der St. Patrick’s Day weltweit gefeiert wird. Das Meiste, was wir wissen, entstammt Legenden und der Confessio, die er verfasst haben soll. In dieser Confessio beschreibt Patrick, wie er in Britannien gefangen genommen und nach Irland verschleppt wird. Da ist er 16 Jahre alt und seine Berufsbezeichnung lautet: Sklave. Darauf kommen wir noch zurück, doch zunächst: Wo wird der St. Patrick's Day gefeiert? Dieser irische Feiertag wird in Irland in vielen Städten, Dörfern und Gemeinden mit Paraden unterschiedlicher Größe begangen. In Dublin gibt es eine riesige Parade am St. Patrick's Day, die uns eher an Karneval erinnert. In Kilkenny wiederum gibt es ein riesiges sechstägiges Fest; Waterford hat immer noch seine Parade, nachdem es 1903 die erste irische Stadt mit einer Parade war. Wer in Irland lebt, wird sicher wissen, wo und wie er St. Patrick's Day gebührend feiern oder entfliehen kann. St. Patrick's Day in Deutschland - Paraden und Parties 2024 Inzwischen wird dieser irischste aller Feiertage auch weltweit zelebriert. Ich komme ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen und siehe da: Es grünt so grün - ob in Düsseldorf oder Dinslaken - ob in München, Köln oder Berlin, ob Hamburg oder Speyer. St. Patrick's Day hat längst auch in Deutschland Einzug gehalten. Wie man sieht, wird St. Patrick's Day auch zu Wasser gefeiert. Wer gerade in Irland mit einem Boot unterwegs ist - auf nach Kinsale, Co. Cork! Wie gesagt, ob der Heilige Patrick an einem 17. März geboren wurde ist, wie wir wissen, reichlich unklar; wesentlich klarer ist, dass es weltweit der Nationalfeiertag aller Iren, aller Guinness-Trinker und aller „gefühlten Iren“ ist. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts sind die Paraden zu St. Patrick‘s Day belegt. Die erste St. Patrick’s Day Parade fand übrigens gar nicht in Irland statt! Nö, die erste St. Patrick's Day Parade fand 1762 in New York statt. Irische Soldaten, die damals in der englischen Armee dienten, marschierten durch New Yorks Straßen. Heutzutage erlebt man in Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika, in den USA sowieso, aber auch in Argentinien und sogar auf Montserrat große St. Patrick‘s Day-Paraden, auch in Großbritannien und natürlich in Irland ist alles, was zwei Beine hat, an diesem Tag ausser Rand und Band. Kommen wir nochmals zum Namensgeber zurück. Der von Piraten gekidnappte Patrick darf Tiere hüten – tagein, tagaus. Nach sechs Jahren erscheint ihm Gott im Traum. Ein Schiff, so Gott, werde kommen und ihn zurück nach Britannien bringen. Als er tatsächlich wieder in Britannien landet, bitten seine Eltern ihn inständig, nicht mehr fort zu gehen, doch Patrick behauptet, das Volk in Irland brauche ihn. Mit dem Segen des Papstes schippert er wieder nach Irland und bringt den Bewohnern das Christentum, so die Legende. Die Wahrheit über Patricks Schlangenvertreibung Und dann wäre da noch die Geschichte von St. Patrick und seiner Schlangenvertreibung. Eine schöne Geschichte, solange die Wissenschaft nicht dazwischenkommt. Tatsächlich ist Irland wie Australien, nur umgekehrt. Soll heißen, in Irland hätte Indiana Jones eine richtig entspannte Zeit, denn Irland gehört zu der Handvoll von Ländern wie Neuseeland, Island und Grönland, in denen es keine gefährlichen giftigen Säugetiere, Insekten und Reptilien gibt. Die letzte Eiszeit sorgte dafür, dass der heilige Patrick in Bezug auf Schlangen rein gar nichts zu tun hatte. Erst war es zu kalt für Reptilien, und nach der Eiszeit gab es zu viel Wasser rund um die Insel. Keine Chance für Schlangen mit Kolonisierungsplänen. Irland blieb für sie unerreichbar. Nach dem Rückzug der Gletscher und dem Aussterben der Mammuts konnten sich Schlangen zwar im nördlichen und westlichen Europa etablieren; einfach weil bis vor gut 6500 Jahren Großbritannien die dazu notwendige Landbrücke bildete, doch Irland hatte bereits 2000 Jahre vorher seine Landverbindung zu Großbritannien gekappt. Doppelt Pech für die Schlangen. Nur die Eidechsen schaffen es so gerade noch nach Irland. ;-) Zum St. Patrick's Day wird traditionell gerne etwas Grünes auf den Tisch gebracht. Legt also Löffel und Gabel bereit für ein typisch irisches Rezept für alle kommenden St. Patrick's Day-Feiern. Habt alle eine gute Zeit, wo auch immer ihr gerade seid! Slainté und Happy St. Patrick's Day!

  • St. Patrick's Day - leckere Rezepte aus Irland

    Zu St. Patrick's Day färbt sich nicht nur die Welt grün, sondern es gibt auch typische Gerichte, die an diesem Tag auf den Tisch kommen, bzw. mit denen es sich die Partygäste schmecken lassen, z. B.: Irische Lauch-Kartoffelsuppe Zutaten für 4 Portionen: 2 Stange/n Lauch, in Ringe geschnitten, 750 g Kartoffel(n), gewürfelt 3 Zwiebel(n), klein gewürfelt, 500 ml Gemüsebrühe, 500 ml Milch, 3 EL Haferflocken 2 Zehe/n Knoblauch, zerdrückt, Salz und Pfeffer, Schnittlauch zum Bestreuen, Muskat. Zwiebelstückchen und Lauchringe anbraten. Kartoffelwürfel dazu geben und solange mitbraten, bis sie schön goldbraun sind. Haferflocken einrühren und ca. 1 Minute kochen lassen. Knoblauch dazu, Brühe und Milch einrühren und das Ganze für ca. 30 Minuten kochen lassen. Würzen, abschmecken. Fertig! Guten Appetit! :-)

  • Irland - die Nacht, als Deutschland Dublin bombardierte

    Vielleicht hat es der ein oder andere beim Anflug nach Dublin bereits entdeckt. Ein großes Éire-Zeichen auf der Halbinsel Howth. Entlang der irischen Küste gibt es eine Reihe dieser ÉIRE-Zeichen, die einem aus der Luft sofort ins Auge fallen. Inzwischen sind zwar die meisten der "Éire"-Zeichen von der Landschaft verdeckt; nur etwa fünf sind noch aus der Luft deutlich sichtbar, darunter am Loop Head und Malin Head. Wir hatten das Glück, eines in Dalkey, Co. Dublin zu sehen. Was hat es mit diesen Zeichen und dem Bombardement Dublins zu tun? Die Éire-Zeichen sollten im Zweiten Weltkrieg Irland vor versehentlicher Bombardierung schützen und den Piloten anzeigen, dass sie die Küstenlinie des neutralen Irlands erreicht hatten. Die Frage ist, warum wurde nicht nur Dublin trotzdem bombardiert? Rückblende: Im Jahr 1939 werden entlang der irischen Küste 83 Wachposten ausgewählt. Von Louth bis Donegal, sogenannte Look out posts, LOPs, die für gewöhnlich mit einem einheimischen Zweierteam besetzt wurden. Zunächst brachte man die Wächter in Zelten unter, die nach und nach durch kleine Bunkerkästen ersetzt wurden. Diese Standorte wurden nummeriert, Nr. 1 in Ballagan Point, Grafschaft Louth bis zur Nr. 82 Inishowen Head, Co. Donegal. Foileye Head Kerry wurde die Nr. 83. Tagsüber sind die Schilder nützlich, aber nachts mussten Feuer in der Nähe der Schilder entzündet werden. Die Zeichen bestehen aus mit Kalkfarbe bemalten Steinen. Ab dem Sommer 1943 nehmen die Zwangslandungen kriegsführender Flugzeuge in Irland drastisch zu. Der Bombenangriff auf Dublin In der Nacht des 31. Mai 19941 werden 28 irische Zivilisten getötet und 90 verwundet; 300 Häuser zerstört. Die ÉIRE-Zeichen verhindern nicht, dass Dublin, North Strand, bombardiert wird. Eine Entschuldigung des Nazi-Regimes folgt und die Briten behaupten, das sei die Folge für das Nichtstun der Iren im Krieg gegen das Dritte Reich. Nach dem Krieg zahlt Deutschland der irischen Republik eine Entschädigung für das, was es als militärischen Fehler bezeichnete. Inzwischen hat ein älterer Deutscher, der nun in Kanada lebt, gegenüber den Medien darauf bestanden, dass er einer der Piloten der Luftwaffe in der Nacht des Bombenangriffs auf Dublin gewesen sei. Ein Appell zur Vergebung wurde über den staatlichen irischen Rundfunk RTÉ ausgestrahlt. Er sei gebeten worden, Belfast zu bombardieren, sagte der Mann, der sich für die Medien nur Heinrich nennt, aber seine zwei Staffeln mit 30 Flugzeugen hätten versehentlich Dublin angeflogen. "Bitte verzeihen Sie mir diesen Fehler, der außerhalb unserer Kontrolle lag", sagte Heinrich dem Reporter Micheal Holmes. "Es gab kein Fehlverhalten von unserer Seite. Jeder war verärgert, nicht nur die Mitglieder der [deutschen] Luftwaffe, sondern auch die Politik."Leider trübte Heinrich das moralische Wasser, indem er seine Bewunderung für Hitler zum Ausdruck brachte. "Ich hielt ihn für einen guten Kerl", sagte er den verdutzten Reportern. "Ich war beeindruckt, weil er mich meinen Chef [Luftfahrtminister] Göring kritisieren ließ. Ich dachte, er sei ein sehr freundlicher Mann." Leider versäumte es Heinrich, sein Bedauern für die Menschen in Belfast auszudrücken, die in jener Nacht angeblich das eigentliche Ziel waren und die im Monat zuvor bereits zwei schreckliche Nächte mit Angriffen der Luftwaffe über sich ergehen lassen mussten. Die Bilanz: fast 1000 Zivilisten wurden durch die Luftwaffe-Bomben getötet. Welche Rolle spielten die Briten? In Berichten über den Blitzangriff der Luftwaffe auf Großbritannien wurde später behauptet, britische Wissenschaftler, in ihrem Bemühen, die Bomber abzulenken, hätten die deutschen Funkrichtstrahlen "verbogen" und die deutschen Flugzeuge in Richtung des neutralen Irland geschickt. Tatsächlich konnten die Briten Strahlen, die vom besetzten Frankreich und Norwegen aus gesendet wurden, nicht "verbiegen", doch sie konnten die Funksignale stören und die Flugzeuge dazu bringen, sich zu verirren. Eine faszinierende Reihe von Berichten aus den ehemals geheimen Geheimdienstakten der irischen Armee legt nahe, dass dies bereits am 28. Mai 1941 - zwei Tage vor dem Bombenangriff auf Dublin - geschehen war, als eine große Anzahl von Flugzeugen, die mit ziemlicher Sicherheit aus Deutschland stammten, die irische Küste hinaufflogen und dann verwirrt waren, als sie die irische Hauptstadt erreichten. Man hörte dann, dass viele von ihnen ihre Bomben über dem Meer abwarfen, nachdem sie vermutlich erkannt hatten, dass sie nicht über einem britischen Ziel waren. Churchill soll empört gewesen sein, dass der irische Premierminister Eamon de Valera sich weigerte, Großbritannien drei ehemalige Häfen der Royal Navy zu überlassen, die die britische Regierung vor dem Krieg an Irland zurückgegeben hatte. Desweiteren sagte er, de Valera erlaube insgeheim U-Booten in westirischen Häfen aufzutanken und ihre Besatzungen an Land zu bringen - eine Behauptung, die sich später als falsch herausstellen sollte. Die Briten befürchteten außerdem, die deutsche Gesandtschaft in Dublin würde Vorabinformationen über die D-Day-Landung nach Deutschland funken. Der irische Heeresnachrichtendienst hatte das Funkgerät der Deutschen bereits entfernt undf fast jeder deutsche Spion, der mit dem Fallschirm über Irland absprang, wurde von den Iren sofort gefangen genommen. Die Bombardierung von Dublin bleibt jedoch eines der großen Rätsel. Seltsamerweise warnte eine deutsche Rundfunksendung drei Wochen vor den Bombenangriffen auf Dublin: "Um ihre Ziele zu erreichen, beabsichtigen die Briten, Irland zu bombardieren und dann zu erklären, dass dieses Verbrechen von Deutschland verübt wurde". Aber die Bombensplitter, die deutsche Entschuldigung und Heinrichs Eingeständnis machen deutlich, dass die Luftwaffe die Schuld trägt. Wurden die Bomber von den Briten in die Irre geführt? Durchaus möglich, obwohl sie die Flugzeuge nicht hätten umleiten können. Aber angesichts der unterdrückten Wut Churchills auf de Valera wären die Briten wahrscheinlich nicht verärgert gewesen, wenn sie die Luftwaffe losgeschickt hätten, um Dublin zu bombardieren. Fazit: Als Teil des Vereinigten Königreichs befand sich Nordirland im Krieg mit Deutschland, gleichzeitig war der unabhängige Staat Irland neutral. Dennoch fielen zahlreiche Bomben auf Irland. Dazu folgen noch weitere Artikel. Für alle, die mehr über den einzigen deutschen Soldatenfriedhof Irlands wissen wollen - hier weitere Infos! Quellen: http://eiremarkings.org/ https://www.thejournal.ie/howth-eire-6-neutrality-sign-5734625-Apr2022/ https://archive.org/details/hitlersirishvoic00davi/page/60/mode/2up https://www.irishtimes.com/news/pilot-s-error-blamed-for-bombs-that-brought-second-world-war-to-dublin-1.585793 https://northstrandbombing.ie/personal-stories-memories/ https://web.archive.org/web/20100811004504/http://www.dublincity.ie/RecreationandCulture/libraries/Heritage%20and%20History/Dublin%20City%20Archives/Collections%20Post%201840/Pages/donore_bombing_archives.aspx https://www.independent.co.uk/news/why-the-nazis-bombed-dublin-1075966.html https://northstrandbombing.ie/the-story-of-the-bombings/

  • Irland: Hill of Tara und die irischen Hochkönige - Mythen, Fakten und der Stein des Schicksals

    Der Hill of Tara ist eine der bedeutendsten antiken Stätten in Europa und eine wichtige symbolische und mystische Landschaft in Irland selbst. Über 100 Krönungen irischer Hochkönige fanden hier statt. Und es gibt eine Verbindung zum Filmklassiker "Von Winde verweht". Das prominenteste und älteste Denkmal des Hügels ist der Mound of the Hostages (Hügel der Geiseln). Er ist, wie sich bei seiner Ausgrabung erwies, ein Passage tomb, ungefähr auf 2700 v. Chr. datiert. In der Eisenzeit erlangte Tara seine wahre Bedeutung, und zur Zeit des frühen Christentums fanden hier über 100 Krönungen irischer Hochkönige statt. Alle Wege in Irland führten in dieser Zeit nach Tara. Der Heilige Patrick soll den Ort besucht haben, und es gibt Hinweise darauf, dass im 11. Jahrhundert dort eine Kirche gebaut wurde. Der Legende nach entzündete Patrick im Jahr 433 das Osterfeuer auf dem Hügel von Slane, um dem heidnischen König von Tara zu trotzen. Im Filmklassiker um die Südstaaten Vom Winde verweht ist die Plantage der Familie O'Hara nach Tara, diesem mystischen Ort, benannt. Hier wächst die Hauptperson Scarlett O’Hara auf und kehrt am Ende des Films wieder zu ihrem Geburtsort zurück. In der Fortsetzung des Films von 1994 Scarlett reist Scarlett nach Irland. Als sie das echte Tara besucht, nimmt sich Scarlett eine Handvoll Erde mit, um sie auf dem Grab ihres Vaters, eines gebürtigen Iren, zu verstreuen. Historisches Bis heute ist Tara ein wichtiges Symbol irischer nationaler Einheit und Identifikation. Tara ist und soll der Garant gesellschaftlich-kultureller Einheit der Provinzen Irlands sein. Dazu tragen auch die Überlieferungen im Lebor Laignech („Das Buch von Leinster“, ca. 1160) und im Leabhar Buidhe Lecain („Das gelbe Buch von Lecan“, um 1400) bei, die es von anderen Königssitzen so nicht gibt. Aus der Zeit des legendären Königs Cormac mac Airt (im 3. Jahrhundert n. Chr.) kam Tara einst ins historische Rampenlicht. Der vorgeschichtliche Clansitz entwickelte sich zum regionalen Königssitz, dessen Herrscher (die südlichen Uí Néill, anglisiert O’Neill) zeitweise den Anspruch erhoben, Hochkönige Irlands zu sein. Die irischen Hochkönige entstammen keiner erblichen Linie, die in Tara residierte, aber etliche Regionalkönige kämpften der Überlieferung nach um diesen imaginären Titel. Es gab aber nie, sieht man von wenigen Jahren der Herrschaft Brian Borus im 11. Jahrhundert ab, einen Hochkönig, der wirklich Macht über Irland besaß. Wie gesagt, Könige von Tara waren die ansässigen O’Neill. Als St. Patrick nach Tara kam, um hier König Laoghaire (King Lear) zu treffen, waren die heidnischen Priester auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Der Königssitz wurde im Jahre 1022 von Mael Shechlainn aufgegeben. Ab dem 12. Jahrhundert verlor Tara allmählich auch seine heidnisch-religiöse Bedeutung. Es gibt hier keine Anzeichen eines großen Königspalastes. Nichts als einfache Erdwälle, die Raths of Tara, blieben erhalten. Die in alten literarischen Quellen genannten Gebäude müssen aus Holz gewesen sein und sind lange verschwunden. Die Schlacht von Tara - 1798 Am 26. Mai 1798, zu Beginn der Rebellion der Vereinigten Iren, wurde eine Armee der Vereinigten Iren aus Meath von den Regierungstruppen auf dem Hügel von Tara schwer geschlagen. Etwa 4000 Rebellen hatten hier ihr Lager aufgeschlagen, weil der Berg ein Symbol für die alte gälische Souveränität war und weil er strategisch günstig an der Straße von und nach Dublin lag. Die Regierungstruppen (etwa 300 Mann, bestehend aus lokalen und schottischen Truppen) stießen von Süden her auf den Hügel vor, und die begeisterten, aber leider untrainierten Rebellen stürmten hinunter und gaben damit ihre überlegene Position auf. Geübtes Musketenfeuer und Kanonenbeschuss fügten ihnen schwere Verluste zu. Die Rebellen zogen sich verzweifelt in die zerstörte Kirche zurück (1822 wieder aufgebaut), wurden aber schließlich besiegt. Die Regierungstruppen erlitten nur 41 Verluste und hatten 9 Todesopfer zu beklagen. Es heißt, dass 400 tote Rebellen in einem Massengrab auf dem Forradh-Denkmal begraben wurden und dass der Schicksalsstein (von seinem ursprünglichen Standort in der Nähe des Geiselhügels) dorthin verlegt wurde, um die Stelle zu markieren. Die beiden Grabsteine auf dem Hügel erinnern an die Schlacht. 1843 versammelten sich in Tara schätzungsweise eine Million Menschen, um die Rede von Daniel O'Connell ("der Befreier") gegen die Union von Großbritannien und Irland zu hören. Um die starke Symbolik wissend, wählte O'Connell, wie die Rebellen im Jahr 1798, sehr bewusst Tara als Ort, um zu den Iren zu sprechen. Der Stein des Schicksals - er schreit Wir sahen dort viele Iren, die den Lia Fáil, den Stein des Schicksals, umarmten. Möge er Glück bringen. In früheren Zeiten soll der Stein aufgeschrien haben, wenn ein rechtmäßiger König ihn berührte oder sich auf ihn setzte. Der Legende im Lebor Gabála Érenn („Das Buch der Landnahme Irlands“) folgend wurde der Lia Fáil von den Túatha Dé Danann nach Irland gebracht. Der Stein soll hart wie Diamant gewesen sein und stammte aus der Stadt Falias im Norden, einer der vier mythischen Städte der Túatha Dé Danann. Nach einer anderen Version wurde der Stein von Simon Brec, einem Angehörigen der Gruppe um Partholon, aus Spanien nach Irland geholt. Schon in Spanien diente er bereits demselben Zweck. Über seinen Verbleib gibt es mehrere Geschichten. In Irland heißt es, dass der Krönungsstein auf Tara neben der St.-Patricks-Statue der wahre Stein von Fál sei. Laut schottischen Quellen kam der Stein auf verschlungenen Pfaden nach Schottland und ist mit dem „Stone of Scone“ identisch, der 1296 von Edward I. nach London gebracht wurde, wo er in der Westminster Abbey als Symbol der Einheit Englands und Schottlands unter dem Krönungsthron der britischen Monarchen lag, bis er 1996 nach Schottland zurückgeführt wurde. Gegen eine geringe Gebühr werden Führungen angeboten, die vom Besucherzentrum aus starten. Es gibt ein paar Cafés in der Nähe, einen Souvenir-Shop, zusätzliche Toiletten und einen Parkplatz für Autos und Busse. Hunde sind auf dem Gelände willkommen (angeleint). Der Hill of Tara liegt in der Grafschaft Meath, etwa 40 km nordwestlich von Dublin. Weitere Infos hier: https://heritageireland.ie/visit/places-to-visit/hill-of-tara/

  • Irland, Dublin - lange nicht mehr gespielt, gedaddelt, gezockt? Dann ab ins Token!

    Zocken, Daddeln, Spielen und die Preisfrage: Macht Spielen glücklich? Nach Stunden im permanenten Flow im Dubliner Token können wir die Frage entschieden mit "Ja!" beantworten. Wen Pixeloptik und niedrig aufgelöste Texturen nicht stören, der hat bei den Game-Klassikern hier in Dublin jede Menge Spaß. Die 90er-Computerspiele sind meist simpel und trotz manchmal unterirdischer Grafik ein ganz wunderbarer Zeitvertreib. Auch wer Spaß am Abschießen der Stahlkugel, am Flipperhebel und an blinkenden Highscore-Ständen hat, wer Super-Mario-Anhänger oder einfach ein Game-Nostalgiker ist, der nochmal Pac-Man spielen möchte, sie alle sind im Token gut aufgehoben. Leckere Burger, Chicken wings oder vegane Gerichte gibt's dort obendrein. Für einen Regentag in Dublin natürlich auch bestens geeignet, doch wer jetzt mit seinen Kiddies dort anrücken möchte hat Pech. Bis auf einige ausgewählte Tage, die vorher angekündigt werden, haben ansonsten nur 18+ Gäste Zutritt. So leer (links) ist es nur eine Minute nach Öffnung. Wichtig! Das Token ist sehr gut besucht, es ist ratsam, möglichst direkt nach der Öffnung dort zu sein, sonst heißt es Schlange stehen. Wir ergatterten für 20 Euro 32 Token und damit 32 Mal die Gelegenheit, alle Arcadegames und Flipper auszuprobieren. Zunächst strebten wir ins Untergeschoss. Dort warten Flipper aller Art auf Game-Aficionados. Beim Adams Family Flipper schaffen wir mehrmals eine Freikugel. Ist halt wie Fahrradfahren, man verlernt es nie mehr ;-) Allerdings, alle Versuche, die Bewegung der Kugel durch Stoßen zu beeinflussen, führt zum bekannten Tilt-Mechanismus. So war es früher schon und daran hat sich bis heute nix geändert. Aaarrgh ... Ja, wir sind nicht mehr ganz die Jüngsten, was man zweifelsohne daran erkennen kann, dass bei uns Jugenderinnerungen wach werden, als wir uns auf Pac-Man stürzen. Das Arcadespiel schlechthin und schon über 40 Jahre alt. 1980 brachte Namco das Spiel unter dem Namen Puck-Man in Japan auf den Markt. Für den US-Markt wurde es in Pac-Man umbenannt, niemand wollte riskieren, dass das Ding in "F...-Man" umgetauft wird. ;-) Der Designer soll auf die Idee der Spielfigur gekommen sein, als er eine Pizza mit einem fehlenden Stück sah, so die Legende. Jungedi, während wir verzweifelt mittels Joystick die Punkte im Labyrinth fressen, gibt es früher oder später natürlich kein Entrinnen vor den Störenfrieden Blinky, Inky, Pinky und Clyde. Vom maximalen Score, der bei 3.333.360 Punkten liegen soll, blieben wir natürlich weit entfernt. Anders als der damals 8-jährige Jeffrey R. Yee, der 1982 in der US-Fernsehshow „Starcade“ auftrat und behauptete, nach mehrstündiger Spielzeit einen Punktestand von 6.131.940 erreicht zu haben. Dafür erhielt der Bursche am 5. Dezember 1982 ein Glückwunschschreiben von Präsident Ronald Reagan, der ihm zu dem Weltrekord gratulierte. Fazit Egal, ob an einem Regentag oder weil man in Dublin einfach mal Lust hat, etwas ganz Anderes zu machen - ein Besuch in Dublins "Token" lohnt sich. Token ist ein Restaurant, eine Bar, eine Retro-Arkade, ein Flippersalon und Veranstaltungsraum mit über 32 Spielmaschinen sowie einer Speisekarte mit leckeren Burgern, Chicken Wings, Desserts, Veganes u.v.m. sowie "Tacos-Dienstag" und Take away-Gerichten. Für Retro-Gamer ein absolutes Muss! Das Token sieht uns auf jeden Fall wieder. Hier geht's zum Menü und hier zu den Getränken. Wer dort essen möchte, sollte einen Platz reservieren. Besondere Stoßzeiten: 19 bis 21 Uhr. Es gibt des Weiteren Events, Filmvorführungen, Brettspiel-Treffen, Flipper-Ligen und Bier-Verkostungen. Aber dran denken: Strikt 18+ Zugang!

  • Irland - Mit Mel Gibson im Trim Castle - die besten Tagesausflüge von Dublin aus

    Trim Castle ist die größte, am besten erhaltene und beeindruckendste anglo-normannische Burg in Irland. Wer noch nicht wusste, dass Mel Gibson hier geköpft wurde, der weiß es nun ;-) Im Film Braveheart erging es ihm in Trim Castle nicht gut, wobei das Gebäude noch eine Reihe weiterer schottischer und englischer Burgen nachahmen musste. Auch für den Film The Big Red One mit Lee Marvin aus dem Jahr 1980 diente die Burg als Drehort sowie für die erfolgreiche Fernsehserie Mystic Knights – Die Legende von Tir Na Nog. Trim Castle ist ein sehr lohnenswerter Tagesausflug - von Dublin aus ist man in weniger als einer Stunde dort. Das Beste, es gibt mehrere schöne Wanderstrecken in und um Trim Castle, nette Cafés u.v.m. Baron Hugh de Lacy hilft beim Bau der Burg mit - warum wird er dabei mit der Axt erschlagen? 1172, kurz nach der Ankunft der Anglonormannen in Irland, wird Trim Castle gebaut. König Heinrich II. überträgt zum Dank für seine Verdienste bei der anglonormannischen Eroberung Irlands seinem Baron Hugh de Lacy das Königreich Meath und die Vormundschaft über Dublin. Der König befürchtet, dass ein anderer seiner Barone, Richard de Clare (auch bekannt als Strongbow), ein rivalisierendes anglo-normannisches Königreich in Irland errichten könnte. Trim Castle ist eine Zeit lang das größte Kastell Europas. Im Jahr 1186, so die Überlieferung, hilft Hugh de Lacy höchstpersönlich beim Ausbau der Burg. Ein Wunder, dass er dafür Zeit fand, denn er soll ein berüchtigter Frauenheld mit zweifelhaftem Charakter und ausschweifendem Leben gewesen sein. Wie dem auch sei, er ehelicht Rose von Monmouth, die Tochter eines irischen Hochkönigs. Die de Lacys werden irischer als die Iren - sie sprechen Irisch und nehmen zum Teil irische Namen an, genauso wie sein Rivale "Strongbow" sowie Gilbert de Angula (MacCostello). Aber bevor wir vom Thema abkommen: Der englische König Heinrich II verdächtigt de Lacy sich zum König von Irland aufschwingen zu wollen. Da kommt es ihm sehr gelegen, dass ein vermeintlicher Ire de Lacy kurzerhand den Kopf mit einer Axt abschlägt. Das Motiv für den Mord? Der Legende nach, soll das Motiv für den Mord die Zerstörung einer von St. Columban von Iona gegründeten Abtei bzw. einer dem irischen Nationalheiligen St. Patrick geweihten Kirche gewesen sei, weil Hugh die Steine für den Bau einer Burg in Durrow brauchte. Andererseits, die Iren mussten für den Bau der riesigen normannischen Befestigungen harte Fronarbeit für die Besatzer leisten - ein Umstand, der sicher nicht zu großen Sympathien für de Lacy und die anderen Anglo-Normannen führte. Fakt ist, die historischen Quellen sind sich nicht darüber einig, ob es sich bei dem Mörder um einen einfachen Arbeiter, einen verkleideten irischen Adeligen oder gar um einen vom englischen Königshaus gedungenen Mörder gehandelt habe. Beigesetzt wurde Hugh de Lacy 1195 in der Abtei von Bective und der englische König musste sich um das Thema nicht mehr kümmern. Hughs aufsässiger Sohn sorgte zwar später für weiteren Ärger, aber das ist eine andere Geschichte. Was Trim Castle für die Iren bedeutet Trim Castle jedenfalls ist für die gälischen Iren ein bedrohendes Mahnmal ihrer Besatzung. 1174 greift der letzte Hochkönig Irlands, Ruaidhrí Ua Conchobair (anglisiert Rory O'Connor), König von Connacht, Trim Castle an und es kommt zu großen Zerstörungen. Daraufhin beginnen die Auf- und Ausbauten zur größten anglonormannischen Burg Irlands. Wir erinnern uns, an den kleinen Schlenker in das Elend der britischen Besatzung Irlands, die mit dem irischen König von Leinster, Diarmuid, beginnt. Als dieser Diarmuid 1169 Unterstützung durch die anglonormannischen Eroberer erhält, kann Ruaidhrí sie zwar zunächst in Ferns schlagen, doch als Strongbow, de Lacy und ihre Truppen hinzukommen, können sich die Besatzer endgültig in Irland festsetzen. 1175 schließt Ruaidhrí Ua Conchobair mit Heinrich II. den Vertrag von Windsor. Dieser Vertrag sah vor, dass dem irischen König das Reich Baile Atha Cliath und die umliegenden Regionen zugestanden werden, während die normannischen Barone ihre Besitztümer auf der Insel ungehindert erweitern dürfen. Im Gegenzug erkennt er den englischen König als seinen Oberherrn an und leistet ihm Tribut. Na ja, das Ganze geht traurig aus. Ruaidhrí Ua Conchobair konnte sich jedoch gegenüber den anderen irischen Königen nicht dauerhaft durchsetzen. Am Ende verliert er sowohl das Vertrauen der Iren, als auch das der anglonormannischen Barone. 1183 dankt er zugunsten seines Sohns Conchobar ab und zieht sich in das Kloster von Cong zurück. Der Name Trim leitet sich übrigens vom irischen Baile Átha Troim ab, was so viel wie "Stadt an der Furt der älteren Bäume" bedeutet und darauf hinweist, dass es sich hier um eine wichtige Furtstelle des Flusses Boyne handelt. Die Bedeutung dieser Stelle war so groß, dass es hier im fünften Jahrhundert bereits ein Häuptlingsdún (Fort) und ein frühes Kloster gab. Wie gesagt, Trim Castle ist die größte, am besten erhaltene und beeindruckendste anglo-normannische Burg in Irland und man kann dort wunderbar zu weiteren romantischen Ruinen wandern. Viel Spaß!

  • Alles, was man über den Schwarzen Tod in Irland wissen muss

    Ist Dir kalt, hast Du das Gefühl, Fieber zu bekommen? Eine Erkältung? Im mittelalterlichen Irland des Jahres 1348 wäre es höchstwahrscheinlich keine Erkältung sondern die Pest. Es ist die größte Katastrophe des Mittelalters. Mitte des 14. Jahrhunderts erreicht die Pest, per Schiff aus dem Osten kommend, das Abendland. Kein Gebirge, kein Fluss, kein Meer kann die tödliche Seuche aufhalten. Sie ist die Mutter aller Seuchen, rafft ein Drittel der Gesamtbevölkerung Europas dahin und sie hat Irland erreicht. Ganze Familien werden in ihren winzigen Häusern eingeschlossen, um zu versuchen, die Krankheit im Haus zu halten. Wenn jemand der Pest erliegt, wird ein weißes "X" an die Haustür gemalt, damit jeder, der vorbeikommt, weiß, dass die Krankheit dort gewesen ist. Wie groß die Furcht ist, zeigen diese Steinmale in Drogheda, Co. Louth, von denen es noch sieben in ganz Irland geben soll. Diese hier findet man auf dem Friedhof von St. Peter's Church of Ireland. Die anglo-irische Kolonie ist in größerem Umfang und radikaler betroffen als das gälische Irland. Die Pest bricht zuerst in den Häfen der Kolonie aus, wo sie von infizierten Ratten und ihren Flöhen in den Laderäumen von Handelsschiffen oder in Waren übertragen wurde. Laut Bruder John Clyn, einem Franziskanermönch aus Kilkenny, dessen Bericht praktisch der einzige Augenzeugenbericht ist, tritt die Krankheit zuerst in Howth oder Dalkey auf und breitet sich bis Ende Juli oder Anfang August 1348 auf Dublin und Drogheda aus. Im Allgemeinen verlaufen die Übertragungswege in den Rest des Landes über den Landweg zwischen den Häfen und den Marktstädten, über die Flüsse, die die Marktstädte mit den Seehäfen, insbesondere im Osten und Süden, verbinden, und über den Seeverkehr zwischen den Häfen an der Ost- und Südküste. Es liegt damit fast auf der Hand, dass Dublin und Drogheda den Kern der Seuche bilden. "eine unerhörte Sterblichkeit ..." Die Pest wütet zwischen August und Dezember in Dublin und gibt ein Muster für den Schrecken vor, den sie in anderen Teilen des Landes verbreiten sollte. Clyn schreibt, dass "die Menschen vor lauter Angst und Schrecken nur selten den Mut hatten, Werke der Frömmigkeit und Barmherzigkeit zu verrichten, wie z. B. die Kranken zu besuchen und die Toten zu begraben", und erhaltene Predigten weisen darauf hin, dass Überlebende in Drogheda das Eigentum von Witwen und Minderjährigen beschlagnahmen. Andere reagieren, indem sie auf Pilgerfahrt gehen oder beten. Öffentliche Veranstaltungen werden abgesagt, wie eine beispiellose Unterbrechung in den Aufzeichnungen der Predigten von Richard Fitzralph, Erzbischof von Armagh, zwischen dem 11. Mai 1348 und seiner nächsten Predigt am 25. März 1349 und dann wieder bis zu seiner Abreise aus dem Land im Juni 1349 zeigt. Die Aufzeichnungen über die Parlamentssitzungen zwischen Mai 1348 und Juni 1350 sind völlig lückenhaft, ebenso wie die Aufzeichnungen über die Sitzungen des Justizministeriums. Zu diesem Zeitpunkt ist die Pest hochgradig ansteckend, so dass "jeder, der Kranke oder Tote berührte, sofort angesteckt wurde und starb". Clyn unterstreicht auch die Verwüstung: "Es gab kaum ein Haus, in dem nicht ein einziger Mensch gestorben war, sondern in der Regel gingen Mann und Frau mit ihren Kindern und der ganzen Familie den gemeinsamen Weg des Todes". Brüder und Klöster waren schwer betroffen: Fünfundzwanzig Franziskanermönche sterben in Drogheda, dreiundzwanzig in Dublin. Von Dublin aus, so berichtet ein Chronist des Franziskanerklosters in Nenagh, breitete sich diese "unerhörte Sterblichkeit" auf die umliegenden Städte und Dörfer aus, von denen viele ohne Einwohner bleiben. Dass es sowohl Lungen- als auch Beulenpest gab, geht aus den anschaulichen Beschreibungen von Bruder Clyn hervor, die die Symptome beider Formen enthalten: Er beschreibt die für die Beulenpest charakteristischen Eruptionen in der Leistengegend oder unter den Achseln, die vor allem durch Flohbisse übertragen werden, aber auch die Kopfschmerzen und das Ausspucken von Blut, die die Lungenpest kennzeichnen. Die Übertragung durch direkten Kontakt war damals in Dublin und Drogheda in den ersten virulenten Phasen des Ausbruchs der Pest in Irland sehr wahrscheinlich. Die Pest breitet sich aus - in ganz Irland und das sehr schnell Noch vor Ende des Jahres 1348 ist die Pest nach Louth, Meath und Kildare vorgedrungen; an Weihnachten ist sie in Kilkenny. Clyn berichtet, die Seuche grassiere zwischen Weihnachten und März in Kilkenny habe allein an einem einzigen Tag im März acht Dominikanermönche dahingerafft. Dann verstummt Clyn. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er ebenfalls der Pest zum Opfer gefallen ist. Die Pest dehnt sich im Südosten und Süden aus, New Ross, Clonmel, Cashel, Youghal und Cork. Ein Annalist von Nenagh, wiederum die einzige direkte Quelle für die Verbreitung im Süden, konzentriert sich allerdings nur auf die Todesfälle, die für den Franziskanerorden von Interesse sind. Er berichtet über den Tod von zwei Brüdern in Nenagh am 10. und 29. August. Am 1. November hatte die Pest Limerick erreicht, wo der Tod eines Mönchs vermerkt ist. Danach breitet sie sich höchstwahrscheinlich nach Ennis in der Grafschaft Clare aus, wo der Tod von Matthew Caoch MacConmara, einem Laienpatron der Franziskaner, verzeichnet ist. Warum die Seuche besonders die anglo-irische Bevölkerung dahinrafft Die Kürze und die formelhafte Qualität der Einträge in den Annalen lassen vermuten, dass die gälisch-irische Bevölkerung nicht in gleichem Maße betroffen ist, wie die anglo-irische Kolonie. Andere Kommentatoren stimmen dem zu: Geoffrey Le Baker, ein zeitgenössischer englischer Chronist, schreibt, dass die Pest in Irland "die englischen Einwohner dort in großer Zahl tötete, aber die einheimischen Iren, die in den Bergen und im Hochland lebten, wurden kaum berührt", obwohl er hinzufügt, dass die Pest bei einem späteren Ausbruch im Jahr 1357 die gälisch-irische Bevölkerung "unvorbereitet traf und sie überall auslöschte". Im Sommer 1349 behauptete Erzbischof Fitzralph, die Pest habe die "irische Nation" noch nicht erreicht. Auf dem Großen Rat im Juli 1360 wurde beklagt, dass die Pest "so groß und so scheußlich unter den englischen Leibeigenen, aber nicht unter den Iren" sei. Der Hauptgrund für diese Diskrepanz war, dass die anglo-irischen Siedlungen anfälliger für Ratten und Flöhe waren. Die Kolonisten konzentrierten sich vor allem auf Gebiete unterhalb von 600 Fuß Höhe und überließen die bergigen, hügeligen und weniger zugänglichen Gebiete den gälischen Iren, die sich hauptsächlich in unregelmäßigen ländlichen Siedlungskernen oder einzelnen Gehöften ansiedelten und verstreut lebten. Die Sterblichkeit unter den irischen Bischöfen lag bei etwa 18 % und entsprach damit den Schätzungen für die Bischöfe Englands. Die Sterblichkeit unter den unteren Rängen des Klerus war höher, da sie mehr Kontakt zur Öffentlichkeit hatten: Clyn schreibt, dass die Pest so ansteckend war, dass "sowohl der Büßer als auch der Beichtvater gemeinsam ins Grab getragen wurden". Die Franziskaner verloren fast 50 % ihrer Häuser in Dublin und Drogheda. Der Glaube an die Ordnung der Welt zerbricht - es ist verheerend Die Auswirkungen dieser ungeheuren Verluste an Menschenleben sind sowohl unmittelbar als auch lang anhaltend. Die Familienstrukturen brechen zusammen. »Manche schlossen ihre todkranken Angehörigen aus Furcht vor Ansteckung in ihren Häusern ein, um sie verhungern zu lassen, andere warfen die kaum erkalteten Leichen auf die Straße«, beklagt Boccaccio. Wo die Pest auftritt, ist der Mensch bald im wahrsten Sinn des Wortes verlassen. Die Repräsentanten der öffentlichen Ordnung fliehen aufs Land, Handwerker stellen ihre Dienste ein, Ärzte weigern sich, Kranke zu behandeln, und nicht minder desolat ist es um die Moral der Kirchenmänner bestellt. Manche Geistliche machen sich lieber aus dem Staub, als Sterbesakramente zu spenden, andere lassen sich ihren geistlichen Beistand fürstlich bezahlen. Sie wissen warum. Eine erschütternde Ahnung beschleicht die Gläubigen: Die katholische Kirche, die einzig wahre Vermittlerin zwischen Gott und den Menschen, hat in der Krise versagt. Wem soll man nun noch Vertrauen schenken, wenn selbst die Gebete und Predigten der höchsten Würdenträger keine Wirkung zeigen? In den ländlichen Gebieten sind die Grundherren mit einem anhaltenden Mangel an Pächtern, sinkenden Pachtpreisen und Gewinnen konfrontiert. Auf den Ländereien der de Burgh in Meath, Kilkenny und Tipperary bleiben die Besitztümer bis 1351 pachtlos, da keine Pächter gefunden werden können. In den Städten sind die Auswirkungen sogar noch deutlicher zu spüren, da dort mehr Menschen in Quartieren leben, die die Übertragung von Krankheiten begünstigen. Clyn schreibt, dass in Dublin zwischen dem 8. August und dem 25. Dezember 14000 Menschen starben, was einer durchschnittlichen täglichen Sterblichkeit von hundert entspricht und in einem Bericht aus dem Jahr 1351 heißt es, dass "zur Zeit der besagten Pest der größte Teil der Bürger von Cork und andere treue Männer des Königs, die dort wohnten, alle den Weg des Fleisches gingen". Verwüstete Städte Die Auswirkungen der Pest auf die Städte ist verheerend. Der Mangel an Arbeitskräften und die daraus resultierende Unterbrechung der ländlichen Wirtschaft bedrohen die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln: Es kommt häufig zu Engpässen. Die Bedingungen für die Überlebenden verschlechtern sich weiter: Die Städte werden zum Ziel von Überfällen wiedererstarkter gälischer Häuptlinge; die daraus resultierenden höheren Verteidigungskosten bedeuten höhere Steuern für eine schrumpfende Bevölkerung. Viele Städte geraten in Zahlungsrückstand und bitten in immer größerer Zahl um Steuererleichterungen, wobei sie sowohl die Pest als auch den Krieg als Ursache ihres Unglücks anführen: Dublin, New Ross und Clonmel bitten im Jahr 1351 um Hilfe. Das Gleiche gilt für Waterford, Drogheda, Youghal und andere. Die Belastungen sind so groß, dass viele Irland ganz verlassen. Verzweifelt versucht man den Exodus einzudämmen; indem man Lizenzen für die Auswanderung oder den Transport benötigt. Demografische Auswirkungen des Schwarzen Tods Da die Pest immer wieder auftritt, ist eine dauerhafte Genesung nicht möglich, und es kommt zu einer chronischen, krisenhaften Sterblichkeit. Im Jahr 1361 gibt es "eine große Sterblichkeit unter den Menschen, wobei viele Männer, aber nur wenige Frauen starben", und 1363 gibt es "eine große Sterblichkeit in Irland und besonders in Connacht, Thomond, Kerry und Desmond". Es folgen weitere Pestausbrüche in den Jahren 1370, 1383, 1390-93, 1398 und auch danach in regelmäßigen Abständen. Und dies sind nur die aufgezeichneten Ausbrüche; möglicherweise gab es weitere örtlich begrenzte Ausbrüche, die nicht in den offiziellen Aufzeichnungen vermerkt wurden. In den Jahren 1350 und 1361 wurden Kinderseuchen verzeichnet, und 1370 berichteten die Annals of St. Marys Abbey Dublin von einer großen Seuche, "an der viele Adlige und Bürger und vor allem junge Leute und Kinder starben". Das langfristige Ergebnis ist eine Krisensterblichkeit, eine geringere Fruchtbarkeit und eine tiefgreifende Verlangsamung der Bevölkerungserholung in Irland. Während in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts in Europa eine gewisse demografische Erholung eintritt, geschieht dies in Irland erst im 17. Jahrhundert, und zwar aufgrund der anhaltenden Kriege, der Bedingungen de kolonialen Besatzung in Irland und der wiederholten Ausbrüche der Pest. Noch im 16. Jahrhundert wurde Irland regelmäßig erneut von Pestepidemien heimgesucht. Laut Colm Lennon bricht die Pest in jenem Jahrhundert sechsmal aus. Der letzte Ausbruch, von 1600 bis 1604, fällt mit der Endphase des Neunjährigen Krieges zusammen. In den 1650er Jahren, während der Eroberung Irlands durch Cromwell, führen Krieg, Hungersnot und Pest erneut zu einem Massensterben. Die Pest, von der man annimmt, dass sie seinerzeit mit der New Model Army nach Irland eingeschleppt wurde, fordert erneut außergewöhnlich viele Opfer. Bei der Belagerung von Limerick im Jahr 1651 beispielsweise stirbt jeder fünfte Einwohner und jede fünfte Garnison der Stadt an der Pest, noch bevor sich die Stadt den parlamentarischen Truppen ergibt. Auch ihr Kommandant Henry Ireton erliegt der Pest. Es ist jener Kommandant und Schwiegersohn von Oliver Cromwell, der wie Cromwell, durch blutigste Maßnahmen binnen kurzer Zeit den größten Teil Irlands unterwirft. Er erobert am 10. August 1651 Waterford und Ende Oktober 1651 Limerick, das sich bis dahin noch verbissen unter Hugh O’Neill wehrt. Leider ohne Erfolg. Iretons Truppen verüben eine Reihe von unnötigen Grausamkeiten an der ohnehin schon leidenden gäischen Bevölkerung. Seine Kapitulationsbedingungen sind hart. Er tötet die Widerständler und will auch O’Neill töten, scheitert mit seinem Ansinnen jedoch am Widerstand seiner eigenen Offiziere, die O’Neill als Soldaten und Kämpfer verehren. In der Welt der Pest tanzen Könige, Papst, Geistliche oder Weltliche, Edelmann oder gemeiner Mann, Greise oder Kinder gemeinsam mit dem Tod – alle kommen sie an die Reihe. Der Schwarze Tod kennt keine Klassenschranken, was sich zunehmend im Motiv des Totentanzes zeigt, an Friedhofsmauern, Kloster- und Kirchenwänden, aber auch in Handschriften, meist mit erläuternden sozialkritischen Bildunterschriften versehen. Zumindest beim Sterben sind alle gleich. Quellen: https://www.historyireland.com/unheard-of-mortality-the-black-death-in-ireland/ https://www.dublinia.ie/events_news/history-black-death/ https://www.theirishstory.com/2020/03/31/epidemics-in-ireland-a-short-history/ https://www.irishtimes.com/opinion/witness-to-catastrophe-an-irishman-s-diary-on-the-black-death-in-ireland-and-franciscan-friar-john-clyn-1.4215043 https://www.theirishstory.com/2020/03/31/epidemics-in-ireland-a-short-history/black-death/

  • Irland - St Brigid's Day - 40 Wunder und ein freier Tag

    Wenn wir an irische Heilige denken, kommt uns zuerst St. Patrick in den Sinn, dabei war der Gute noch nicht einmal Ire. Das ist bei Brigid von Kildare schon anders. Sie schaffte es im letzten Jahr ganz oft in die Nachrichten, denn sie wurde die erste weibliche Heilige, die in Irland mit einem Feiertag (Bank Holiday) geehrt wird. Dabei wird der St. Brigid's Day, der sozusagen auf halbem Weg zwischen der Winter- und der Frühlings-Tagundnachtgleiche liegt, von den Iren bereits seit Jahrhunderten gefeiert. Bevor Irland ein christliches Land wurde, soll er der heidnischen Göttin Brigid gewidmet gewesen sein und war als Imbolc bekannt, eines der vier gälischen Jahreszeitfesten (die anderen sind Bealtaine, Lughnasadh und Samhain). Alles über ihre Wunder, Multitasking und die Iren diesen Tag feiern: St. Brigid, auch als "Mary of Gael" bekannt, ist eine der wichtigsten Figuren der irischen Kultur, die sich zwischen Geschichte und Mythologie bewegt. Als Schutzpatronin hat sie alle Hände voll zu tun, denn sie wacht über Säuglinge, uneheliche Kinder, Hebammen, Dichter und Gelehrte, Reisende und Seefahrer, Flüchtlinge, Schmiede, Heiler, irische Nonnen und Bauern, um nur einige zu nennen. Ihre heilenden Fähigkeiten, ihre Liebe zu Tieren und ihr Mitgefühl für die Armen wurden besonders hervorgehoben; tatsächlich trug sie durch die von ihr gegründeten religiösen Gemeinschaften zur Verbreitung des Katholizismus im ganzen Land bei. Sogar in der Sprache lebt sie weiter - Brigid agus Muire dhuit ist immer noch ein gebräuchlicher Gruß, der "Mögen Brigid und Maria mit dir sein" bedeutet. Für die Gläubigen ist der Brunnen, an dem sie die Menschen getauft hat, immer noch ein Wallfahrtsort, und der Wunschbaum dort wird immer noch mit Bändern geschmückt. Es ist Tradition, am Festtag der Heiligen Brigid Kreuze aus Binsen zu machen. Man glaubte, dass die Kreuze die strohgedeckten Häuser vor Feuer schützen würden. Das Kreuz wird oft am Vortag, dem 31. Januar, gebastelt, und die Kinder lernen schon früh etwas über seinen Zweck und seine Geschichte, da sie in der Schule lernen, wie man es bastelt. Das Kreuz ist zu einem dauerhaften Bestandteil der irischen Kultur geworden, eine Zeit lang war es sogar das Logo von RTÉ, dem nationalen irischen Fernsehsender. Hier wird gezeigt, wie's geht: Die "Brat Bhride" oder "Brigid's Tuch" wurde am Vorabend von Brigids Festtag, dem 1. Februar, bei Sonnenuntergang nach draußen gelegt und vor Sonnenaufgang wieder nach drinnen gebracht. Man ging davon aus, dass der Tau, der in dieser Nacht fiel, dem Tuch Heil- und Schutzkräfte für das ganze Jahr verlieh. Das Tuch wurde an einem besonderen Ort im Haus aufbewahrt und bei Bedarf zu Heilzwecken verwendet, etwa um den Kopf gewickelt, um Kopfschmerzen zu lindern, oder um Frauen bei der Geburt zu helfen, da Brigid als Schutzpatronin der Heiler und Hebammen verehrt wurde. Außerdem wurde es zur Heilung kranker Tiere verwendet, insbesondere von Kühen und Schafen, zu denen Brigid eine besondere Beziehung hatte. Brigid wird auch die Gründung einer Kunstschule zugeschrieben, unter anderem für Buchmalerei und Metallarbeiten, die vom ersten Bischof von Kildare, Conleth, beaufsichtigt wurde. Gefeiert wird St. Brigid u. a. mit dem Programm Brigid 1500, das eine Reihe von Veranstaltungen und Initiativen, darunter Festivals, Konzerte, Vorträge, Kunstaufträge, Illuminationen, Wallfahrten und Handwerksworkshops sowie ein Schulprogramm umfasst, um das bleibende Erbe der heiligen Brigid zu festigen. Im Kildare Town Heritage Centre/Tourist office erhält man mit "Die Legenden von Kildare" (in mehreren Sprachen möglich) eine großartige Einführung über die Heilige Brigid. Als Virtual-Reality-Erlebnis. VR-Brille und Kopfhörer aufgesetzt und schon kann das magische Abenteuer beginnen, wunderbar für Regentage, spannend für Jung und Alt. Weitere Infos hier! Eine Frau, die wusste, wie man feiert Brigid war nicht nur eine Meisterin im Multitasking des 5. Jahrhunderts, sie war auch freundlich und mitfühlend und liebte gute Feste. Sie wusste, wie wichtig gutes Essen und viel zu trinken waren, wenn Familie, Freunde und Fremde zusammenkamen.  Brigid mochte das eine oder andere Bier, oder zwei oder drei oder vier. Sie braute Bier. Sie servierte Bier in Hülle und Fülle. Sie trank Bier. Sie verschenkte ihr Bier. Und wenn sie nicht genug Bier für alle hatte, stellte sie auf wundersame Weise mehr Bier aus Wasser her. Die 40 Wunder der heiligen Brigid, von der Verwandlung von Brunnenwasser in Bier bis zu einem zusätzlichen freien Tag Ein Fass von Brigids Bier stillte nicht nur den Durst eines Klosters voller Mönche, die Bier brauchten, sondern auch den von 17 weiteren Klöstern voller bierliebender Heiliger und Sünder. Bei einer Gelegenheit verwandelte sie Brunnenwasser in Bier, und die alten Legenden über ihre Braukunst berichten von weiteren Wundern der Bierherstellung. Man kann nicht umhin, die Ähnlichkeiten zwischen Brigids Wundern und den Wundern Jesu in der Bibel zu bemerken. Geschichten über die Verwandlung von Wasser in Wein mögen von den Kelten des 5. Jahrhunderts nicht verstanden worden sein, aber eine Frau, die Wasser in Bier verwandelt, machte diese Wunder für unsere heidnischen Vorfahren vielleicht realistischer. Fakt oder Fiktion? Wir werden es nie erfahren, denn in Irland heißt es: "Lass niemals die Wahrheit einer guten Geschichte im Wege stehen", und es gibt viele gute Geschichten über die heilige Brigid. Mehr als 40 Wunder werden ihr zugeschrieben. Ein beliebtes ist, als sie den König von Leinster bat, ihr Land für den Bau eines Klosters zu geben. Er willigte scherzhaft ein, ihr so viel Land zu geben, wie ihr Mantel bedecken könne, aber ihr Mantel dehnte sich irgendwie weit aus; am Ende kamen mehrere Hektar Land zustande. Brigid stand den Tieren nahe, und wenn sie eine Kuh berührte, produzierte diese angeblich zehnmal mehr Milch, selbst wenn sie bereits ausgetrocknet war. Sie heilte auch einen leprakranken Mann, trieb Dämonen aus, zähmte ein Wildschwein und besänftigte Stürme, um nur einige ihrer Wundertaten zu nennen. Wie aus der keltischen Göttin Brigid eine christliche Heilige gleichen Namens wurde Da die keltische Göttin Brigid die irische Tradition seit Jahrtausenden mit einer Mischung aus Verehrung und Furcht erfüllte, bevor das Christentum in Irland Einzug hielt, ist es nur allzu verständlich, dass unsere Vorfahren nur widerwillig bereit waren, sie vollständig zu verbannen, was zufälligerweise ungefähr zu dem Zeitpunkt geschah, als sie sich in die christliche Heilige Brigid verwandelte, die wir heute kennen. St. Brigid und die Heiligen Brunnen Heilige Brunnen waren für die alten Kelten heilige Orte. Als die Iren zum Christentum konvertierten, übernahmen sie viele Rituale aus ihrer keltischen Religion direkt in ihre neuen christlichen Traditionen. Die Tatsache, dass ihre allererste weibliche Heilige nach einer alten keltischen Göttin benannt wurde, erleichterte diese Umwandlung heiliger Stätten umso mehr. So findet man überall in Irland Brunnen, die nach der heiligen Brigid benannt sind. Unsere überragende Heilige aus dem 5. Jahrhundert hat wahrscheinlich nie einen Fuß in die Nähe der meisten dieser Brunnen gesetzt, aber ihr Name wurde ihnen durch ihre heidnische Namensvetterin Brigid verliehen. Noch heute sind die heiligen Brunnen der heiligen Brigid gut besucht. Ein kleines "Clootie" oder ein Stück Stoff wird in den Brunnen getaucht. Das Wasser wird verwendet, um Wunden zu waschen oder kranke Körperteile zu segnen. Das Tuch wird dann an einen Baum gebunden, um geistige Heilung zu erlangen. Noch heute sieht man alte Tücher an den Bäumen um diese heiligen Brunnen. St. Brigid, zeitweise bekannter als St. Patrick Die Mönche und Gelehrten, die Irland ab dem 6. Jahrhundert verließen, trugen die Geschichte von Brigids Leben und Hingabe nach England, Schottland, Wales und auf den europäischen Kontinent. Im Mittelalter war die heilige Brigid in Europa weitaus bekannter als der heilige Patrick. Ab dem 18. und 19. Jahrhundert trugen Missionare, Migranten und Gelehrte den Namen und den Geist der heiligen Brigid nach Amerika, Australien, Neuseeland, Afrika und in die ganze Welt. Spuren von Brigid, sowohl als Heilige als auch als Göttin, sind überall auf der Welt zu finden. Leider hat St. Brigid, im Gegensatz zu Patrick, keine Schriften hinterlassen, die uns etwas über ihren Hintergrund und ihre Mission verraten können. Infolgedessen wissen wir, ehrlich gesagt, eigentlich fast nichts über die historische Figur selbst. Dennoch: Lá Fhéile Bríde Shona Daoibh! Happy St. Brigid’s Day

  • Die besten Wanderungen in Dublin - Montpelier Loop Trail und das dunkle Geheimnis des Hellfire Clubs

    Na, mutig genug, den berüchtigten Hell Fire Club nahe Dublin zu besuchen, einen der Orte, an denen es in Irland spuken soll? Das verbrannte Äußere verleiht dieser Ruine mit ihrer historischen Verbindung zu Ritualen und schwarzer Magie zusätzliche Dramatik. Viele Mythen ranken sich um dieses isolierte und verlassene Überbleibsel eines alten Jagdschlosses in den Dubliner Bergen. Bevor wir zu den düsteren Geheimnissen dieser Ruine kommen, darf auch gesagt werden, dass der offiziell als "Montpelier Loop Trail" bekannte Wanderweg in Dublin überaus beliebt ist - bietet er doch einen grandiosen Panoramablick auf Dublin City und die Bucht. Hell Fire Club, das ist der Name, den die Einheimischen dem abgelegenen, unheimlichen und einsamen Jagdhaus gegeben haben. Es liegt in trostloser Abgeschiedenheit auf dem Montpelier Hill, umgeben von einem tiefen Waldgebiet, das als Hell Fire Hill Wood bekannt ist. Dieses ehemalige luxuriöse Jagdschloss wurde 1725 von William Connolly, dem seinerzeit reichsten Mann Irlands und Sprecher des irischen Parlaments erbaut. Conolly war unverschämt reich - er ließ auch das prachtvolle Anwesen Castletown House and Gardens erbauen, erfreute sich eines Hauses in Dublin und eben seinem luxuriösen Jagdschloss in den Dubliner Bergen. Ein Fluch liegt auf diesem Ort Den Überlieferungen zufolge soll der Ort, auf dem Connolly das Jagdschloss erbauen ließ von Anfang an verflucht gewesen sein. Um das Land für das Jagdhaus zu roden, soll Connolly die Zerstörung eines Cairns, eines alten keltischen Grabmals, angeordnet haben. Es dauerte nicht lange, bis das Dach durch einen Sturm zerstört wurde. Die Leute munkelten, der Schaden sei die Vergeltung für die Schändung der alten Grabstätte. Connolly konnte sich an seinem Jagddomizil nur vier Jahre erfreuen, dann ereilte ihn der Tod. In den 1730er Jahren fiel das Gebäude in die Hände von Richard Parsons, dem ersten Earl of Rosse und Gründer des irischen Hellfire Club. Anfangs war der Hellfire Club auf das ausgerichtet, was wir vielleicht als Eskapaden einer Oberschicht-Jugend bezeichnen würden, die einfach zuviel Zeit und Geld hat und von Beruf "Sohn" ist. Sie waren Witzbolde (die es oft auf den Klerus abgesehen hatten) und Frauenhelden; sie tranken und spielten. Schwarze Magie und okkulte Praktiken Doch kommen wir zunächst auf Richard Parsons zu sprechen. Dem Mann eilt der Ruf voraus, sich gerne und intensiv mit schwarzer Magie und okkulten Praktiken zu beschäftigen. Der abgelegene Hell Fire Club ist somit der perfekte Ort für dunkle Rituale, die aus den tiefsten Bereichen des Okkulten stammen sollen. Die Geheimniskrämerei der Club-Mitglieder sorgt für Gerüchte über satanische Rituale und Teufelsanbetung. Es heißt, dass sich Parsons als König der Hölle bezeichnete und sich wie der geflügelte und gehörnte Teufel kleidete, wenn er nicht gerade nackt Gäste empfang. Die Mitglieder des Clubs sollen immer einen leeren Platz am Tisch freigelassen haben, damit der Teufel teilnehmen konnte. Im Rahmen ihrer satanisch-dämonischen Rituale sollen sie schwarze Katzen geopfert haben. Fakt ist mit Sicherheit, dass es Ausschweifungen mit reichlich Sex und Alkohol gab. Die Bevölkerung glaubte, alles Bösartige, Schlechte und Dunkle halte sich bis heute in der Ruine versteckt. Ein Zeitgenosse jener "ausschweifenden Aristokraten", Jonathan Swift, Autor von "Gullivers Reisen" und in Dublin lebend nannte sie "eine Gruppe von Ungeheuern, Gotteslästerern und Bacchanalisten". Sie wurden auch "The Blasters" oder die "Young Bucks of Dublin" genannt. Lokale Berichte zeichnen zwar ein düsteres Bild davon, was im Club vor sich ging, aber aufgrund der Exklusivität der Mitgliedschaft und der abgelegenen Lage des Hauses gibt es natürlich nicht viele zuverlässige Berichte darüber, was genau dort vor sich ging; der Rest ist Legende, wie diese: Da man ja immer einen Platz für den Teufel frei ließ, soll dieser in einer stürmischen Nacht an die Tür des Schlosses geklopft haben. Er wurde von den Mitgliedern hereingebeten und beteiligte sich an ihrem Gelage und ihren Kartenspielen. Erst als einem der Mitglieder eine Karte auf den Boden fiel und er sie aufheben wollte, bemerkte er die gespaltenen Hufe des Fremden. In einer anderen Geschichte geht es darum, dass örtliche Priester einen Dämon aus dem schwarzen Katzenmaskottchen des Clubs exorziert haben, wieder eine andere Geschichte erzählt sogar von Menschenopfern. Viel näher an der Wahrheit liegt dagegen die Geschichte von Henry, vierter Baron Barry of Santry, der eines der jüngeren Mitglieder des Clubs und nach allem, was man hört, ein passionierter Trinker gewesen sein soll. Er soll einen seiner Diener, der krank im Bett lag, mit Brandy übergossen und angezündet haben. Der arme Mann starb. Henry bezahlte viele für ihr Schweigen, doch es half ihm nicht. Er wurde des Mordes an seinem Diener angeklagt und verurteilt. Geschützt von mächtigen Freunden geschah ihm leider nicht viel, ausser dass er den Rest seines Lebens im englischen Exil verbringen musste. Der Prozess sorgte für Aufmerksamkeit und nun fragten sich immer mehr Menschen, was um Himmels willen die Mitglieder dieses Clubs alles anstellten. Das Ganze fand jedoch ein "natürliches" Ende, als mehrere Mitglieder des Hellfire Clubs in der Schlacht von Fontenoy 1745 ums Leben kamen. Im Jahr 1749 wurde das Jagdschloss von Charles Cobbe, dem Sohn des Erzbischofs von Dublin, erworben. Charles soll 1751 in oder nahe dem Gebäude gestorben sein, angeblich in einem Duell. Danach scheint das Gebäude verlassen worden zu sein. Warum ist das ehemalige Jagdschloss heute eine Ruine? Manche behaupten, die Hellfire Club-Mitglieder hätten die Hütte in Brand gesteckt, weil die Familie Connolly sich weigerte, den Pachtvertrag zu verlängern. Andere sagen, ein unvorsichtiger Diener habe ein Getränk über eines der Mitglieder geschüttet, woraufhin jener das Gleiche tat, wie der vierte Baron Barry of Santry mit seinem armen, bettlägerigen Diener, er sol ihn mit Brandy überschüttet und angezündet haben. Das Feuer soll daraufhin außer Kontrolle geraten sein. Wie gesagt, es gibt unzählige Geschichten über die Vorgänge im Hellfire Club. Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, welche davon der Wahrheit entsprechen, welche erfunden sind und welche vielleicht ein Körnchen Wahrheit enthalten. Die Ruine, aufgrund des gewölbten Steindachs eine der am besten erhaltenen Jagdschlösser des frühen 18. Jahrhunderts, ist jedenfalls eine Wanderung wert. Der offiziell als "Montpelier Loop Trail" bekannte Wanderweg in Dublin ist überaus beliebt und lohnenswert. Der Parkplatz - geöffnet zwischen 7 und 21 Uhr (April bis September) und 8 bis 17 Uhr (Oktober bis März) befindet sich an der R115 südlich von Rathfarnham, etwa eine halbe Stunde außerhalb von Dublin. Am Wochenende sollte man möglichst früh kommen, sonst wird es eng mit den Parkplätzen. Vom Parkplatz aus führen mehrere Wege zu der Ruine auf dem Hügel. Eine grandiose Aussicht so weit das Auge reicht und die spannende Geschichte zur Ruine des alten Jagdhauses winken als Belohnung. Quellen https://www.irishcentral.com/roots/history/ghost-stories-ireland-haunted-buildings https://www.historyireland.com/the-hellfire-club-co-dublin/ https://www.bbc.com/news/uk-northern-ireland-37609835 https://www.ancient-origins.net/unexplained-phenomena/dublins-hellfire-club-0018821 https://www.amrevmuseum.org/virtualexhibits/cost-of-revolution/pages/dublin-hellfire-club

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