top of page

Suchergebnisse

163 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Irland - die Nacht, als Deutschland Dublin bombardierte

    Vielleicht hat es der ein oder andere beim Anflug nach Dublin bereits entdeckt. Ein großes Éire-Zeichen auf der Halbinsel Howth. Entlang der irischen Küste gibt es eine Reihe dieser ÉIRE-Zeichen, die einem aus der Luft sofort ins Auge fallen. Inzwischen sind zwar die meisten der "Éire"-Zeichen von der Landschaft verdeckt; nur etwa fünf sind noch aus der Luft deutlich sichtbar, darunter am Loop Head und Malin Head. Wir hatten das Glück, eines in Dalkey, Co. Dublin zu sehen. Was hat es mit diesen Zeichen und dem Bombardement Dublins zu tun? Die Éire-Zeichen sollten im Zweiten Weltkrieg Irland vor versehentlicher Bombardierung schützen und den Piloten anzeigen, dass sie die Küstenlinie des neutralen Irlands erreicht hatten. Die Frage ist, warum wurde nicht nur Dublin trotzdem bombardiert? Rückblende: Im Jahr 1939 werden entlang der irischen Küste 83 Wachposten ausgewählt. Von Louth bis Donegal, sogenannte Look out posts, LOPs, die für gewöhnlich mit einem einheimischen Zweierteam besetzt wurden. Zunächst brachte man die Wächter in Zelten unter, die nach und nach durch kleine Bunkerkästen ersetzt wurden. Diese Standorte wurden nummeriert, Nr. 1 in Ballagan Point, Grafschaft Louth bis zur Nr. 82 Inishowen Head, Co. Donegal. Foileye Head Kerry wurde die Nr. 83. Tagsüber sind die Schilder nützlich, aber nachts mussten Feuer in der Nähe der Schilder entzündet werden. Die Zeichen bestehen aus mit Kalkfarbe bemalten Steinen. Ab dem Sommer 1943 nehmen die Zwangslandungen kriegsführender Flugzeuge in Irland drastisch zu. Der Bombenangriff auf Dublin In der Nacht des 31. Mai 19941 werden 28 irische Zivilisten getötet und 90 verwundet; 300 Häuser zerstört. Die ÉIRE-Zeichen verhindern nicht, dass Dublin, North Strand, bombardiert wird. Eine Entschuldigung des Nazi-Regimes folgt und die Briten behaupten, das sei die Folge für das Nichtstun der Iren im Krieg gegen das Dritte Reich. Nach dem Krieg zahlt Deutschland der irischen Republik eine Entschädigung für das, was es als militärischen Fehler bezeichnete. Inzwischen hat ein älterer Deutscher, der nun in Kanada lebt, gegenüber den Medien darauf bestanden, dass er einer der Piloten der Luftwaffe in der Nacht des Bombenangriffs auf Dublin gewesen sei. Ein Appell zur Vergebung wurde über den staatlichen irischen Rundfunk RTÉ ausgestrahlt. Er sei gebeten worden, Belfast zu bombardieren, sagte der Mann, der sich für die Medien nur Heinrich nennt, aber seine zwei Staffeln mit 30 Flugzeugen hätten versehentlich Dublin angeflogen. "Bitte verzeihen Sie mir diesen Fehler, der außerhalb unserer Kontrolle lag", sagte Heinrich dem Reporter Micheal Holmes. "Es gab kein Fehlverhalten von unserer Seite. Jeder war verärgert, nicht nur die Mitglieder der [deutschen] Luftwaffe, sondern auch die Politik."Leider trübte Heinrich das moralische Wasser, indem er seine Bewunderung für Hitler zum Ausdruck brachte. "Ich hielt ihn für einen guten Kerl", sagte er den verdutzten Reportern. "Ich war beeindruckt, weil er mich meinen Chef [Luftfahrtminister] Göring kritisieren ließ. Ich dachte, er sei ein sehr freundlicher Mann." Leider versäumte es Heinrich, sein Bedauern für die Menschen in Belfast auszudrücken, die in jener Nacht angeblich das eigentliche Ziel waren und die im Monat zuvor bereits zwei schreckliche Nächte mit Angriffen der Luftwaffe über sich ergehen lassen mussten. Die Bilanz: fast 1000 Zivilisten wurden durch die Luftwaffe-Bomben getötet. Welche Rolle spielten die Briten? In Berichten über den Blitzangriff der Luftwaffe auf Großbritannien wurde später behauptet, britische Wissenschaftler, in ihrem Bemühen, die Bomber abzulenken, hätten die deutschen Funkrichtstrahlen "verbogen" und die deutschen Flugzeuge in Richtung des neutralen Irland geschickt. Tatsächlich konnten die Briten Strahlen, die vom besetzten Frankreich und Norwegen aus gesendet wurden, nicht "verbiegen", doch sie konnten die Funksignale stören und die Flugzeuge dazu bringen, sich zu verirren. Eine faszinierende Reihe von Berichten aus den ehemals geheimen Geheimdienstakten der irischen Armee legt nahe, dass dies bereits am 28. Mai 1941 - zwei Tage vor dem Bombenangriff auf Dublin - geschehen war, als eine große Anzahl von Flugzeugen, die mit ziemlicher Sicherheit aus Deutschland stammten, die irische Küste hinaufflogen und dann verwirrt waren, als sie die irische Hauptstadt erreichten. Man hörte dann, dass viele von ihnen ihre Bomben über dem Meer abwarfen, nachdem sie vermutlich erkannt hatten, dass sie nicht über einem britischen Ziel waren. Churchill soll empört gewesen sein, dass der irische Premierminister Eamon de Valera sich weigerte, Großbritannien drei ehemalige Häfen der Royal Navy zu überlassen, die die britische Regierung vor dem Krieg an Irland zurückgegeben hatte. Desweiteren sagte er, de Valera erlaube insgeheim U-Booten in westirischen Häfen aufzutanken und ihre Besatzungen an Land zu bringen - eine Behauptung, die sich später als falsch herausstellen sollte. Die Briten befürchteten außerdem, die deutsche Gesandtschaft in Dublin würde Vorabinformationen über die D-Day-Landung nach Deutschland funken. Der irische Heeresnachrichtendienst hatte das Funkgerät der Deutschen bereits entfernt undf fast jeder deutsche Spion, der mit dem Fallschirm über Irland absprang, wurde von den Iren sofort gefangen genommen. Die Bombardierung von Dublin bleibt jedoch eines der großen Rätsel. Seltsamerweise warnte eine deutsche Rundfunksendung drei Wochen vor den Bombenangriffen auf Dublin: "Um ihre Ziele zu erreichen, beabsichtigen die Briten, Irland zu bombardieren und dann zu erklären, dass dieses Verbrechen von Deutschland verübt wurde". Aber die Bombensplitter, die deutsche Entschuldigung und Heinrichs Eingeständnis machen deutlich, dass die Luftwaffe die Schuld trägt. Wurden die Bomber von den Briten in die Irre geführt? Durchaus möglich, obwohl sie die Flugzeuge nicht hätten umleiten können. Aber angesichts der unterdrückten Wut Churchills auf de Valera wären die Briten wahrscheinlich nicht verärgert gewesen, wenn sie die Luftwaffe losgeschickt hätten, um Dublin zu bombardieren. Fazit: Als Teil des Vereinigten Königreichs befand sich Nordirland im Krieg mit Deutschland, gleichzeitig war der unabhängige Staat Irland neutral. Dennoch fielen zahlreiche Bomben auf Irland. Dazu folgen noch weitere Artikel. Für alle, die mehr über den einzigen deutschen Soldatenfriedhof Irlands wissen wollen - hier weitere Infos! Quellen: http://eiremarkings.org/ https://www.thejournal.ie/howth-eire-6-neutrality-sign-5734625-Apr2022/ https://archive.org/details/hitlersirishvoic00davi/page/60/mode/2up https://www.irishtimes.com/news/pilot-s-error-blamed-for-bombs-that-brought-second-world-war-to-dublin-1.585793 https://northstrandbombing.ie/personal-stories-memories/ https://web.archive.org/web/20100811004504/http://www.dublincity.ie/RecreationandCulture/libraries/Heritage%20and%20History/Dublin%20City%20Archives/Collections%20Post%201840/Pages/donore_bombing_archives.aspx https://www.independent.co.uk/news/why-the-nazis-bombed-dublin-1075966.html https://northstrandbombing.ie/the-story-of-the-bombings/

  • Irland: Hill of Tara und die irischen Hochkönige - Mythen, Fakten und der Stein des Schicksals

    Der Hill of Tara ist eine der bedeutendsten antiken Stätten in Europa und eine wichtige symbolische und mystische Landschaft in Irland selbst. Über 100 Krönungen irischer Hochkönige fanden hier statt. Und es gibt eine Verbindung zum Filmklassiker "Von Winde verweht". Das prominenteste und älteste Denkmal des Hügels ist der Mound of the Hostages (Hügel der Geiseln). Er ist, wie sich bei seiner Ausgrabung erwies, ein Passage tomb, ungefähr auf 2700 v. Chr. datiert. In der Eisenzeit erlangte Tara seine wahre Bedeutung, und zur Zeit des frühen Christentums fanden hier über 100 Krönungen irischer Hochkönige statt. Alle Wege in Irland führten in dieser Zeit nach Tara. Der Heilige Patrick soll den Ort besucht haben, und es gibt Hinweise darauf, dass im 11. Jahrhundert dort eine Kirche gebaut wurde. Der Legende nach entzündete Patrick im Jahr 433 das Osterfeuer auf dem Hügel von Slane, um dem heidnischen König von Tara zu trotzen. Im Filmklassiker um die Südstaaten Vom Winde verweht ist die Plantage der Familie O'Hara nach Tara, diesem mystischen Ort, benannt. Hier wächst die Hauptperson Scarlett O’Hara auf und kehrt am Ende des Films wieder zu ihrem Geburtsort zurück. In der Fortsetzung des Films von 1994 Scarlett reist Scarlett nach Irland. Als sie das echte Tara besucht, nimmt sich Scarlett eine Handvoll Erde mit, um sie auf dem Grab ihres Vaters, eines gebürtigen Iren, zu verstreuen. Historisches Bis heute ist Tara ein wichtiges Symbol irischer nationaler Einheit und Identifikation. Tara ist und soll der Garant gesellschaftlich-kultureller Einheit der Provinzen Irlands sein. Dazu tragen auch die Überlieferungen im Lebor Laignech („Das Buch von Leinster“, ca. 1160) und im Leabhar Buidhe Lecain („Das gelbe Buch von Lecan“, um 1400) bei, die es von anderen Königssitzen so nicht gibt. Aus der Zeit des legendären Königs Cormac mac Airt (im 3. Jahrhundert n. Chr.) kam Tara einst ins historische Rampenlicht. Der vorgeschichtliche Clansitz entwickelte sich zum regionalen Königssitz, dessen Herrscher (die südlichen Uí Néill, anglisiert O’Neill) zeitweise den Anspruch erhoben, Hochkönige Irlands zu sein. Die irischen Hochkönige entstammen keiner erblichen Linie, die in Tara residierte, aber etliche Regionalkönige kämpften der Überlieferung nach um diesen imaginären Titel. Es gab aber nie, sieht man von wenigen Jahren der Herrschaft Brian Borus im 11. Jahrhundert ab, einen Hochkönig, der wirklich Macht über Irland besaß. Wie gesagt, Könige von Tara waren die ansässigen O’Neill. Als St. Patrick nach Tara kam, um hier König Laoghaire (King Lear) zu treffen, waren die heidnischen Priester auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Der Königssitz wurde im Jahre 1022 von Mael Shechlainn aufgegeben. Ab dem 12. Jahrhundert verlor Tara allmählich auch seine heidnisch-religiöse Bedeutung. Es gibt hier keine Anzeichen eines großen Königspalastes. Nichts als einfache Erdwälle, die Raths of Tara, blieben erhalten. Die in alten literarischen Quellen genannten Gebäude müssen aus Holz gewesen sein und sind lange verschwunden. Die Schlacht von Tara - 1798 Am 26. Mai 1798, zu Beginn der Rebellion der Vereinigten Iren, wurde eine Armee der Vereinigten Iren aus Meath von den Regierungstruppen auf dem Hügel von Tara schwer geschlagen. Etwa 4000 Rebellen hatten hier ihr Lager aufgeschlagen, weil der Berg ein Symbol für die alte gälische Souveränität war und weil er strategisch günstig an der Straße von und nach Dublin lag. Die Regierungstruppen (etwa 300 Mann, bestehend aus lokalen und schottischen Truppen) stießen von Süden her auf den Hügel vor, und die begeisterten, aber leider untrainierten Rebellen stürmten hinunter und gaben damit ihre überlegene Position auf. Geübtes Musketenfeuer und Kanonenbeschuss fügten ihnen schwere Verluste zu. Die Rebellen zogen sich verzweifelt in die zerstörte Kirche zurück (1822 wieder aufgebaut), wurden aber schließlich besiegt. Die Regierungstruppen erlitten nur 41 Verluste und hatten 9 Todesopfer zu beklagen. Es heißt, dass 400 tote Rebellen in einem Massengrab auf dem Forradh-Denkmal begraben wurden und dass der Schicksalsstein (von seinem ursprünglichen Standort in der Nähe des Geiselhügels) dorthin verlegt wurde, um die Stelle zu markieren. Die beiden Grabsteine auf dem Hügel erinnern an die Schlacht. 1843 versammelten sich in Tara schätzungsweise eine Million Menschen, um die Rede von Daniel O'Connell ("der Befreier") gegen die Union von Großbritannien und Irland zu hören. Um die starke Symbolik wissend, wählte O'Connell, wie die Rebellen im Jahr 1798, sehr bewusst Tara als Ort, um zu den Iren zu sprechen. Der Stein des Schicksals - er schreit Wir sahen dort viele Iren, die den Lia Fáil, den Stein des Schicksals, umarmten. Möge er Glück bringen. In früheren Zeiten soll der Stein aufgeschrien haben, wenn ein rechtmäßiger König ihn berührte oder sich auf ihn setzte. Der Legende im Lebor Gabála Érenn („Das Buch der Landnahme Irlands“) folgend wurde der Lia Fáil von den Túatha Dé Danann nach Irland gebracht. Der Stein soll hart wie Diamant gewesen sein und stammte aus der Stadt Falias im Norden, einer der vier mythischen Städte der Túatha Dé Danann. Nach einer anderen Version wurde der Stein von Simon Brec, einem Angehörigen der Gruppe um Partholon, aus Spanien nach Irland geholt. Schon in Spanien diente er bereits demselben Zweck. Über seinen Verbleib gibt es mehrere Geschichten. In Irland heißt es, dass der Krönungsstein auf Tara neben der St.-Patricks-Statue der wahre Stein von Fál sei. Laut schottischen Quellen kam der Stein auf verschlungenen Pfaden nach Schottland und ist mit dem „Stone of Scone“ identisch, der 1296 von Edward I. nach London gebracht wurde, wo er in der Westminster Abbey als Symbol der Einheit Englands und Schottlands unter dem Krönungsthron der britischen Monarchen lag, bis er 1996 nach Schottland zurückgeführt wurde. Gegen eine geringe Gebühr werden Führungen angeboten, die vom Besucherzentrum aus starten. Es gibt ein paar Cafés in der Nähe, einen Souvenir-Shop, zusätzliche Toiletten und einen Parkplatz für Autos und Busse. Hunde sind auf dem Gelände willkommen (angeleint). Der Hill of Tara liegt in der Grafschaft Meath, etwa 40 km nordwestlich von Dublin. Weitere Infos hier: https://heritageireland.ie/visit/places-to-visit/hill-of-tara/

  • Irland, Dublin - lange nicht mehr gespielt, gedaddelt, gezockt? Dann ab ins Token!

    Zocken, Daddeln, Spielen und die Preisfrage: Macht Spielen glücklich? Nach Stunden im permanenten Flow im Dubliner Token können wir die Frage entschieden mit "Ja!" beantworten. Wen Pixeloptik und niedrig aufgelöste Texturen nicht stören, der hat bei den Game-Klassikern hier in Dublin jede Menge Spaß. Die 90er-Computerspiele sind meist simpel und trotz manchmal unterirdischer Grafik ein ganz wunderbarer Zeitvertreib. Auch wer Spaß am Abschießen der Stahlkugel, am Flipperhebel und an blinkenden Highscore-Ständen hat, wer Super-Mario-Anhänger oder einfach ein Game-Nostalgiker ist, der nochmal Pac-Man spielen möchte, sie alle sind im Token gut aufgehoben. Leckere Burger, Chicken wings oder vegane Gerichte gibt's dort obendrein. Für einen Regentag in Dublin natürlich auch bestens geeignet, doch wer jetzt mit seinen Kiddies dort anrücken möchte hat Pech. Bis auf einige ausgewählte Tage, die vorher angekündigt werden, haben ansonsten nur 18+ Gäste Zutritt. So leer (links) ist es nur eine Minute nach Öffnung. Wichtig! Das Token ist sehr gut besucht, es ist ratsam, möglichst direkt nach der Öffnung dort zu sein, sonst heißt es Schlange stehen. Wir ergatterten für 20 Euro 32 Token und damit 32 Mal die Gelegenheit, alle Arcadegames und Flipper auszuprobieren. Zunächst strebten wir ins Untergeschoss. Dort warten Flipper aller Art auf Game-Aficionados. Beim Adams Family Flipper schaffen wir mehrmals eine Freikugel. Ist halt wie Fahrradfahren, man verlernt es nie mehr ;-) Allerdings, alle Versuche, die Bewegung der Kugel durch Stoßen zu beeinflussen, führt zum bekannten Tilt-Mechanismus. So war es früher schon und daran hat sich bis heute nix geändert. Aaarrgh ... Ja, wir sind nicht mehr ganz die Jüngsten, was man zweifelsohne daran erkennen kann, dass bei uns Jugenderinnerungen wach werden, als wir uns auf Pac-Man stürzen. Das Arcadespiel schlechthin und schon über 40 Jahre alt. 1980 brachte Namco das Spiel unter dem Namen Puck-Man in Japan auf den Markt. Für den US-Markt wurde es in Pac-Man umbenannt, niemand wollte riskieren, dass das Ding in "F...-Man" umgetauft wird. ;-) Der Designer soll auf die Idee der Spielfigur gekommen sein, als er eine Pizza mit einem fehlenden Stück sah, so die Legende. Jungedi, während wir verzweifelt mittels Joystick die Punkte im Labyrinth fressen, gibt es früher oder später natürlich kein Entrinnen vor den Störenfrieden Blinky, Inky, Pinky und Clyde. Vom maximalen Score, der bei 3.333.360 Punkten liegen soll, blieben wir natürlich weit entfernt. Anders als der damals 8-jährige Jeffrey R. Yee, der 1982 in der US-Fernsehshow „Starcade“ auftrat und behauptete, nach mehrstündiger Spielzeit einen Punktestand von 6.131.940 erreicht zu haben. Dafür erhielt der Bursche am 5. Dezember 1982 ein Glückwunschschreiben von Präsident Ronald Reagan, der ihm zu dem Weltrekord gratulierte. Fazit Egal, ob an einem Regentag oder weil man in Dublin einfach mal Lust hat, etwas ganz Anderes zu machen - ein Besuch in Dublins "Token" lohnt sich. Token ist ein Restaurant, eine Bar, eine Retro-Arkade, ein Flippersalon und Veranstaltungsraum mit über 32 Spielmaschinen sowie einer Speisekarte mit leckeren Burgern, Chicken Wings, Desserts, Veganes u.v.m. sowie "Tacos-Dienstag" und Take away-Gerichten. Für Retro-Gamer ein absolutes Muss! Das Token sieht uns auf jeden Fall wieder. Hier geht's zum Menü und hier zu den Getränken. Wer dort essen möchte, sollte einen Platz reservieren. Besondere Stoßzeiten: 19 bis 21 Uhr. Es gibt des Weiteren Events, Filmvorführungen, Brettspiel-Treffen, Flipper-Ligen und Bier-Verkostungen. Aber dran denken: Strikt 18+ Zugang!

  • Irland - Mit Mel Gibson im Trim Castle - die besten Tagesausflüge von Dublin aus

    Trim Castle ist die größte, am besten erhaltene und beeindruckendste anglo-normannische Burg in Irland. Wer noch nicht wusste, dass Mel Gibson hier geköpft wurde, der weiß es nun ;-) Im Film Braveheart erging es ihm in Trim Castle nicht gut, wobei das Gebäude noch eine Reihe weiterer schottischer und englischer Burgen nachahmen musste. Auch für den Film The Big Red One mit Lee Marvin aus dem Jahr 1980 diente die Burg als Drehort sowie für die erfolgreiche Fernsehserie Mystic Knights – Die Legende von Tir Na Nog. Trim Castle ist ein sehr lohnenswerter Tagesausflug - von Dublin aus ist man in weniger als einer Stunde dort. Das Beste, es gibt mehrere schöne Wanderstrecken in und um Trim Castle, nette Cafés u.v.m. Baron Hugh de Lacy hilft beim Bau der Burg mit - warum wird er dabei mit der Axt erschlagen? 1172, kurz nach der Ankunft der Anglonormannen in Irland, wird Trim Castle gebaut. König Heinrich II. überträgt zum Dank für seine Verdienste bei der anglonormannischen Eroberung Irlands seinem Baron Hugh de Lacy das Königreich Meath und die Vormundschaft über Dublin. Der König befürchtet, dass ein anderer seiner Barone, Richard de Clare (auch bekannt als Strongbow), ein rivalisierendes anglo-normannisches Königreich in Irland errichten könnte. Trim Castle ist eine Zeit lang das größte Kastell Europas. Im Jahr 1186, so die Überlieferung, hilft Hugh de Lacy höchstpersönlich beim Ausbau der Burg. Ein Wunder, dass er dafür Zeit fand, denn er soll ein berüchtigter Frauenheld mit zweifelhaftem Charakter und ausschweifendem Leben gewesen sein. Wie dem auch sei, er ehelicht Rose von Monmouth, die Tochter eines irischen Hochkönigs. Die de Lacys werden irischer als die Iren - sie sprechen Irisch und nehmen zum Teil irische Namen an, genauso wie sein Rivale "Strongbow" sowie Gilbert de Angula (MacCostello). Aber bevor wir vom Thema abkommen: Der englische König Heinrich II verdächtigt de Lacy sich zum König von Irland aufschwingen zu wollen. Da kommt es ihm sehr gelegen, dass ein vermeintlicher Ire de Lacy kurzerhand den Kopf mit einer Axt abschlägt. Das Motiv für den Mord? Der Legende nach, soll das Motiv für den Mord die Zerstörung einer von St. Columban von Iona gegründeten Abtei bzw. einer dem irischen Nationalheiligen St. Patrick geweihten Kirche gewesen sei, weil Hugh die Steine für den Bau einer Burg in Durrow brauchte. Andererseits, die Iren mussten für den Bau der riesigen normannischen Befestigungen harte Fronarbeit für die Besatzer leisten - ein Umstand, der sicher nicht zu großen Sympathien für de Lacy und die anderen Anglo-Normannen führte. Fakt ist, die historischen Quellen sind sich nicht darüber einig, ob es sich bei dem Mörder um einen einfachen Arbeiter, einen verkleideten irischen Adeligen oder gar um einen vom englischen Königshaus gedungenen Mörder gehandelt habe. Beigesetzt wurde Hugh de Lacy 1195 in der Abtei von Bective und der englische König musste sich um das Thema nicht mehr kümmern. Hughs aufsässiger Sohn sorgte zwar später für weiteren Ärger, aber das ist eine andere Geschichte. Was Trim Castle für die Iren bedeutet Trim Castle jedenfalls ist für die gälischen Iren ein bedrohendes Mahnmal ihrer Besatzung. 1174 greift der letzte Hochkönig Irlands, Ruaidhrí Ua Conchobair (anglisiert Rory O'Connor), König von Connacht, Trim Castle an und es kommt zu großen Zerstörungen. Daraufhin beginnen die Auf- und Ausbauten zur größten anglonormannischen Burg Irlands. Wir erinnern uns, an den kleinen Schlenker in das Elend der britischen Besatzung Irlands, die mit dem irischen König von Leinster, Diarmuid, beginnt. Als dieser Diarmuid 1169 Unterstützung durch die anglonormannischen Eroberer erhält, kann Ruaidhrí sie zwar zunächst in Ferns schlagen, doch als Strongbow, de Lacy und ihre Truppen hinzukommen, können sich die Besatzer endgültig in Irland festsetzen. 1175 schließt Ruaidhrí Ua Conchobair mit Heinrich II. den Vertrag von Windsor. Dieser Vertrag sah vor, dass dem irischen König das Reich Baile Atha Cliath und die umliegenden Regionen zugestanden werden, während die normannischen Barone ihre Besitztümer auf der Insel ungehindert erweitern dürfen. Im Gegenzug erkennt er den englischen König als seinen Oberherrn an und leistet ihm Tribut. Na ja, das Ganze geht traurig aus. Ruaidhrí Ua Conchobair konnte sich jedoch gegenüber den anderen irischen Königen nicht dauerhaft durchsetzen. Am Ende verliert er sowohl das Vertrauen der Iren, als auch das der anglonormannischen Barone. 1183 dankt er zugunsten seines Sohns Conchobar ab und zieht sich in das Kloster von Cong zurück. Der Name Trim leitet sich übrigens vom irischen Baile Átha Troim ab, was so viel wie "Stadt an der Furt der älteren Bäume" bedeutet und darauf hinweist, dass es sich hier um eine wichtige Furtstelle des Flusses Boyne handelt. Die Bedeutung dieser Stelle war so groß, dass es hier im fünften Jahrhundert bereits ein Häuptlingsdún (Fort) und ein frühes Kloster gab. Wie gesagt, Trim Castle ist die größte, am besten erhaltene und beeindruckendste anglo-normannische Burg in Irland und man kann dort wunderbar zu weiteren romantischen Ruinen wandern. Viel Spaß!

  • Alles, was man über den Schwarzen Tod in Irland wissen muss

    Ist Dir kalt, hast Du das Gefühl, Fieber zu bekommen? Eine Erkältung? Im mittelalterlichen Irland des Jahres 1348 wäre es höchstwahrscheinlich keine Erkältung sondern die Pest. Es ist die größte Katastrophe des Mittelalters. Mitte des 14. Jahrhunderts erreicht die Pest, per Schiff aus dem Osten kommend, das Abendland. Kein Gebirge, kein Fluss, kein Meer kann die tödliche Seuche aufhalten. Sie ist die Mutter aller Seuchen, rafft ein Drittel der Gesamtbevölkerung Europas dahin und sie hat Irland erreicht. Ganze Familien werden in ihren winzigen Häusern eingeschlossen, um zu versuchen, die Krankheit im Haus zu halten. Wenn jemand der Pest erliegt, wird ein weißes "X" an die Haustür gemalt, damit jeder, der vorbeikommt, weiß, dass die Krankheit dort gewesen ist. Wie groß die Furcht ist, zeigen diese Steinmale in Drogheda, Co. Louth, von denen es noch sieben in ganz Irland geben soll. Diese hier findet man auf dem Friedhof von St. Peter's Church of Ireland. Die anglo-irische Kolonie ist in größerem Umfang und radikaler betroffen als das gälische Irland. Die Pest bricht zuerst in den Häfen der Kolonie aus, wo sie von infizierten Ratten und ihren Flöhen in den Laderäumen von Handelsschiffen oder in Waren übertragen wurde. Laut Bruder John Clyn, einem Franziskanermönch aus Kilkenny, dessen Bericht praktisch der einzige Augenzeugenbericht ist, tritt die Krankheit zuerst in Howth oder Dalkey auf und breitet sich bis Ende Juli oder Anfang August 1348 auf Dublin und Drogheda aus. Im Allgemeinen verlaufen die Übertragungswege in den Rest des Landes über den Landweg zwischen den Häfen und den Marktstädten, über die Flüsse, die die Marktstädte mit den Seehäfen, insbesondere im Osten und Süden, verbinden, und über den Seeverkehr zwischen den Häfen an der Ost- und Südküste. Es liegt damit fast auf der Hand, dass Dublin und Drogheda den Kern der Seuche bilden. "eine unerhörte Sterblichkeit ..." Die Pest wütet zwischen August und Dezember in Dublin und gibt ein Muster für den Schrecken vor, den sie in anderen Teilen des Landes verbreiten sollte. Clyn schreibt, dass "die Menschen vor lauter Angst und Schrecken nur selten den Mut hatten, Werke der Frömmigkeit und Barmherzigkeit zu verrichten, wie z. B. die Kranken zu besuchen und die Toten zu begraben", und erhaltene Predigten weisen darauf hin, dass Überlebende in Drogheda das Eigentum von Witwen und Minderjährigen beschlagnahmen. Andere reagieren, indem sie auf Pilgerfahrt gehen oder beten. Öffentliche Veranstaltungen werden abgesagt, wie eine beispiellose Unterbrechung in den Aufzeichnungen der Predigten von Richard Fitzralph, Erzbischof von Armagh, zwischen dem 11. Mai 1348 und seiner nächsten Predigt am 25. März 1349 und dann wieder bis zu seiner Abreise aus dem Land im Juni 1349 zeigt. Die Aufzeichnungen über die Parlamentssitzungen zwischen Mai 1348 und Juni 1350 sind völlig lückenhaft, ebenso wie die Aufzeichnungen über die Sitzungen des Justizministeriums. Zu diesem Zeitpunkt ist die Pest hochgradig ansteckend, so dass "jeder, der Kranke oder Tote berührte, sofort angesteckt wurde und starb". Clyn unterstreicht auch die Verwüstung: "Es gab kaum ein Haus, in dem nicht ein einziger Mensch gestorben war, sondern in der Regel gingen Mann und Frau mit ihren Kindern und der ganzen Familie den gemeinsamen Weg des Todes". Brüder und Klöster waren schwer betroffen: Fünfundzwanzig Franziskanermönche sterben in Drogheda, dreiundzwanzig in Dublin. Von Dublin aus, so berichtet ein Chronist des Franziskanerklosters in Nenagh, breitete sich diese "unerhörte Sterblichkeit" auf die umliegenden Städte und Dörfer aus, von denen viele ohne Einwohner bleiben. Dass es sowohl Lungen- als auch Beulenpest gab, geht aus den anschaulichen Beschreibungen von Bruder Clyn hervor, die die Symptome beider Formen enthalten: Er beschreibt die für die Beulenpest charakteristischen Eruptionen in der Leistengegend oder unter den Achseln, die vor allem durch Flohbisse übertragen werden, aber auch die Kopfschmerzen und das Ausspucken von Blut, die die Lungenpest kennzeichnen. Die Übertragung durch direkten Kontakt war damals in Dublin und Drogheda in den ersten virulenten Phasen des Ausbruchs der Pest in Irland sehr wahrscheinlich. Die Pest breitet sich aus - in ganz Irland und das sehr schnell Noch vor Ende des Jahres 1348 ist die Pest nach Louth, Meath und Kildare vorgedrungen; an Weihnachten ist sie in Kilkenny. Clyn berichtet, die Seuche grassiere zwischen Weihnachten und März in Kilkenny habe allein an einem einzigen Tag im März acht Dominikanermönche dahingerafft. Dann verstummt Clyn. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er ebenfalls der Pest zum Opfer gefallen ist. Die Pest dehnt sich im Südosten und Süden aus, New Ross, Clonmel, Cashel, Youghal und Cork. Ein Annalist von Nenagh, wiederum die einzige direkte Quelle für die Verbreitung im Süden, konzentriert sich allerdings nur auf die Todesfälle, die für den Franziskanerorden von Interesse sind. Er berichtet über den Tod von zwei Brüdern in Nenagh am 10. und 29. August. Am 1. November hatte die Pest Limerick erreicht, wo der Tod eines Mönchs vermerkt ist. Danach breitet sie sich höchstwahrscheinlich nach Ennis in der Grafschaft Clare aus, wo der Tod von Matthew Caoch MacConmara, einem Laienpatron der Franziskaner, verzeichnet ist. Warum die Seuche besonders die anglo-irische Bevölkerung dahinrafft Die Kürze und die formelhafte Qualität der Einträge in den Annalen lassen vermuten, dass die gälisch-irische Bevölkerung nicht in gleichem Maße betroffen ist, wie die anglo-irische Kolonie. Andere Kommentatoren stimmen dem zu: Geoffrey Le Baker, ein zeitgenössischer englischer Chronist, schreibt, dass die Pest in Irland "die englischen Einwohner dort in großer Zahl tötete, aber die einheimischen Iren, die in den Bergen und im Hochland lebten, wurden kaum berührt", obwohl er hinzufügt, dass die Pest bei einem späteren Ausbruch im Jahr 1357 die gälisch-irische Bevölkerung "unvorbereitet traf und sie überall auslöschte". Im Sommer 1349 behauptete Erzbischof Fitzralph, die Pest habe die "irische Nation" noch nicht erreicht. Auf dem Großen Rat im Juli 1360 wurde beklagt, dass die Pest "so groß und so scheußlich unter den englischen Leibeigenen, aber nicht unter den Iren" sei. Der Hauptgrund für diese Diskrepanz war, dass die anglo-irischen Siedlungen anfälliger für Ratten und Flöhe waren. Die Kolonisten konzentrierten sich vor allem auf Gebiete unterhalb von 600 Fuß Höhe und überließen die bergigen, hügeligen und weniger zugänglichen Gebiete den gälischen Iren, die sich hauptsächlich in unregelmäßigen ländlichen Siedlungskernen oder einzelnen Gehöften ansiedelten und verstreut lebten. Die Sterblichkeit unter den irischen Bischöfen lag bei etwa 18 % und entsprach damit den Schätzungen für die Bischöfe Englands. Die Sterblichkeit unter den unteren Rängen des Klerus war höher, da sie mehr Kontakt zur Öffentlichkeit hatten: Clyn schreibt, dass die Pest so ansteckend war, dass "sowohl der Büßer als auch der Beichtvater gemeinsam ins Grab getragen wurden". Die Franziskaner verloren fast 50 % ihrer Häuser in Dublin und Drogheda. Der Glaube an die Ordnung der Welt zerbricht - es ist verheerend Die Auswirkungen dieser ungeheuren Verluste an Menschenleben sind sowohl unmittelbar als auch lang anhaltend. Die Familienstrukturen brechen zusammen. »Manche schlossen ihre todkranken Angehörigen aus Furcht vor Ansteckung in ihren Häusern ein, um sie verhungern zu lassen, andere warfen die kaum erkalteten Leichen auf die Straße«, beklagt Boccaccio. Wo die Pest auftritt, ist der Mensch bald im wahrsten Sinn des Wortes verlassen. Die Repräsentanten der öffentlichen Ordnung fliehen aufs Land, Handwerker stellen ihre Dienste ein, Ärzte weigern sich, Kranke zu behandeln, und nicht minder desolat ist es um die Moral der Kirchenmänner bestellt. Manche Geistliche machen sich lieber aus dem Staub, als Sterbesakramente zu spenden, andere lassen sich ihren geistlichen Beistand fürstlich bezahlen. Sie wissen warum. Eine erschütternde Ahnung beschleicht die Gläubigen: Die katholische Kirche, die einzig wahre Vermittlerin zwischen Gott und den Menschen, hat in der Krise versagt. Wem soll man nun noch Vertrauen schenken, wenn selbst die Gebete und Predigten der höchsten Würdenträger keine Wirkung zeigen? In den ländlichen Gebieten sind die Grundherren mit einem anhaltenden Mangel an Pächtern, sinkenden Pachtpreisen und Gewinnen konfrontiert. Auf den Ländereien der de Burgh in Meath, Kilkenny und Tipperary bleiben die Besitztümer bis 1351 pachtlos, da keine Pächter gefunden werden können. In den Städten sind die Auswirkungen sogar noch deutlicher zu spüren, da dort mehr Menschen in Quartieren leben, die die Übertragung von Krankheiten begünstigen. Clyn schreibt, dass in Dublin zwischen dem 8. August und dem 25. Dezember 14000 Menschen starben, was einer durchschnittlichen täglichen Sterblichkeit von hundert entspricht und in einem Bericht aus dem Jahr 1351 heißt es, dass "zur Zeit der besagten Pest der größte Teil der Bürger von Cork und andere treue Männer des Königs, die dort wohnten, alle den Weg des Fleisches gingen". Verwüstete Städte Die Auswirkungen der Pest auf die Städte ist verheerend. Der Mangel an Arbeitskräften und die daraus resultierende Unterbrechung der ländlichen Wirtschaft bedrohen die Versorgung der Städte mit Lebensmitteln: Es kommt häufig zu Engpässen. Die Bedingungen für die Überlebenden verschlechtern sich weiter: Die Städte werden zum Ziel von Überfällen wiedererstarkter gälischer Häuptlinge; die daraus resultierenden höheren Verteidigungskosten bedeuten höhere Steuern für eine schrumpfende Bevölkerung. Viele Städte geraten in Zahlungsrückstand und bitten in immer größerer Zahl um Steuererleichterungen, wobei sie sowohl die Pest als auch den Krieg als Ursache ihres Unglücks anführen: Dublin, New Ross und Clonmel bitten im Jahr 1351 um Hilfe. Das Gleiche gilt für Waterford, Drogheda, Youghal und andere. Die Belastungen sind so groß, dass viele Irland ganz verlassen. Verzweifelt versucht man den Exodus einzudämmen; indem man Lizenzen für die Auswanderung oder den Transport benötigt. Demografische Auswirkungen des Schwarzen Tods Da die Pest immer wieder auftritt, ist eine dauerhafte Genesung nicht möglich, und es kommt zu einer chronischen, krisenhaften Sterblichkeit. Im Jahr 1361 gibt es "eine große Sterblichkeit unter den Menschen, wobei viele Männer, aber nur wenige Frauen starben", und 1363 gibt es "eine große Sterblichkeit in Irland und besonders in Connacht, Thomond, Kerry und Desmond". Es folgen weitere Pestausbrüche in den Jahren 1370, 1383, 1390-93, 1398 und auch danach in regelmäßigen Abständen. Und dies sind nur die aufgezeichneten Ausbrüche; möglicherweise gab es weitere örtlich begrenzte Ausbrüche, die nicht in den offiziellen Aufzeichnungen vermerkt wurden. In den Jahren 1350 und 1361 wurden Kinderseuchen verzeichnet, und 1370 berichteten die Annals of St. Marys Abbey Dublin von einer großen Seuche, "an der viele Adlige und Bürger und vor allem junge Leute und Kinder starben". Das langfristige Ergebnis ist eine Krisensterblichkeit, eine geringere Fruchtbarkeit und eine tiefgreifende Verlangsamung der Bevölkerungserholung in Irland. Während in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts in Europa eine gewisse demografische Erholung eintritt, geschieht dies in Irland erst im 17. Jahrhundert, und zwar aufgrund der anhaltenden Kriege, der Bedingungen de kolonialen Besatzung in Irland und der wiederholten Ausbrüche der Pest. Noch im 16. Jahrhundert wurde Irland regelmäßig erneut von Pestepidemien heimgesucht. Laut Colm Lennon bricht die Pest in jenem Jahrhundert sechsmal aus. Der letzte Ausbruch, von 1600 bis 1604, fällt mit der Endphase des Neunjährigen Krieges zusammen. In den 1650er Jahren, während der Eroberung Irlands durch Cromwell, führen Krieg, Hungersnot und Pest erneut zu einem Massensterben. Die Pest, von der man annimmt, dass sie seinerzeit mit der New Model Army nach Irland eingeschleppt wurde, fordert erneut außergewöhnlich viele Opfer. Bei der Belagerung von Limerick im Jahr 1651 beispielsweise stirbt jeder fünfte Einwohner und jede fünfte Garnison der Stadt an der Pest, noch bevor sich die Stadt den parlamentarischen Truppen ergibt. Auch ihr Kommandant Henry Ireton erliegt der Pest. Es ist jener Kommandant und Schwiegersohn von Oliver Cromwell, der wie Cromwell, durch blutigste Maßnahmen binnen kurzer Zeit den größten Teil Irlands unterwirft. Er erobert am 10. August 1651 Waterford und Ende Oktober 1651 Limerick, das sich bis dahin noch verbissen unter Hugh O’Neill wehrt. Leider ohne Erfolg. Iretons Truppen verüben eine Reihe von unnötigen Grausamkeiten an der ohnehin schon leidenden gäischen Bevölkerung. Seine Kapitulationsbedingungen sind hart. Er tötet die Widerständler und will auch O’Neill töten, scheitert mit seinem Ansinnen jedoch am Widerstand seiner eigenen Offiziere, die O’Neill als Soldaten und Kämpfer verehren. In der Welt der Pest tanzen Könige, Papst, Geistliche oder Weltliche, Edelmann oder gemeiner Mann, Greise oder Kinder gemeinsam mit dem Tod – alle kommen sie an die Reihe. Der Schwarze Tod kennt keine Klassenschranken, was sich zunehmend im Motiv des Totentanzes zeigt, an Friedhofsmauern, Kloster- und Kirchenwänden, aber auch in Handschriften, meist mit erläuternden sozialkritischen Bildunterschriften versehen. Zumindest beim Sterben sind alle gleich. Quellen: https://www.historyireland.com/unheard-of-mortality-the-black-death-in-ireland/ https://www.dublinia.ie/events_news/history-black-death/ https://www.theirishstory.com/2020/03/31/epidemics-in-ireland-a-short-history/ https://www.irishtimes.com/opinion/witness-to-catastrophe-an-irishman-s-diary-on-the-black-death-in-ireland-and-franciscan-friar-john-clyn-1.4215043 https://www.theirishstory.com/2020/03/31/epidemics-in-ireland-a-short-history/black-death/

  • Irland - St Brigid's Day - 40 Wunder und ein freier Tag

    Wenn wir an irische Heilige denken, kommt uns zuerst St. Patrick in den Sinn, dabei war der Gute noch nicht einmal Ire. Das ist bei Brigid von Kildare schon anders. Sie schaffte es im letzten Jahr ganz oft in die Nachrichten, denn sie wurde die erste weibliche Heilige, die in Irland mit einem Feiertag (Bank Holiday) geehrt wird. Dabei wird der St. Brigid's Day, der sozusagen auf halbem Weg zwischen der Winter- und der Frühlings-Tagundnachtgleiche liegt, von den Iren bereits seit Jahrhunderten gefeiert. Bevor Irland ein christliches Land wurde, soll er der heidnischen Göttin Brigid gewidmet gewesen sein und war als Imbolc bekannt, eines der vier gälischen Jahreszeitfesten (die anderen sind Bealtaine, Lughnasadh und Samhain). Alles über ihre Wunder, Multitasking und die Iren diesen Tag feiern: St. Brigid, auch als "Mary of Gael" bekannt, ist eine der wichtigsten Figuren der irischen Kultur, die sich zwischen Geschichte und Mythologie bewegt. Als Schutzpatronin hat sie alle Hände voll zu tun, denn sie wacht über Säuglinge, uneheliche Kinder, Hebammen, Dichter und Gelehrte, Reisende und Seefahrer, Flüchtlinge, Schmiede, Heiler, irische Nonnen und Bauern, um nur einige zu nennen. Ihre heilenden Fähigkeiten, ihre Liebe zu Tieren und ihr Mitgefühl für die Armen wurden besonders hervorgehoben; tatsächlich trug sie durch die von ihr gegründeten religiösen Gemeinschaften zur Verbreitung des Katholizismus im ganzen Land bei. Sogar in der Sprache lebt sie weiter - Brigid agus Muire dhuit ist immer noch ein gebräuchlicher Gruß, der "Mögen Brigid und Maria mit dir sein" bedeutet. Für die Gläubigen ist der Brunnen, an dem sie die Menschen getauft hat, immer noch ein Wallfahrtsort, und der Wunschbaum dort wird immer noch mit Bändern geschmückt. Es ist Tradition, am Festtag der Heiligen Brigid Kreuze aus Binsen zu machen. Man glaubte, dass die Kreuze die strohgedeckten Häuser vor Feuer schützen würden. Das Kreuz wird oft am Vortag, dem 31. Januar, gebastelt, und die Kinder lernen schon früh etwas über seinen Zweck und seine Geschichte, da sie in der Schule lernen, wie man es bastelt. Das Kreuz ist zu einem dauerhaften Bestandteil der irischen Kultur geworden, eine Zeit lang war es sogar das Logo von RTÉ, dem nationalen irischen Fernsehsender. Hier wird gezeigt, wie's geht: Die "Brat Bhride" oder "Brigid's Tuch" wurde am Vorabend von Brigids Festtag, dem 1. Februar, bei Sonnenuntergang nach draußen gelegt und vor Sonnenaufgang wieder nach drinnen gebracht. Man ging davon aus, dass der Tau, der in dieser Nacht fiel, dem Tuch Heil- und Schutzkräfte für das ganze Jahr verlieh. Das Tuch wurde an einem besonderen Ort im Haus aufbewahrt und bei Bedarf zu Heilzwecken verwendet, etwa um den Kopf gewickelt, um Kopfschmerzen zu lindern, oder um Frauen bei der Geburt zu helfen, da Brigid als Schutzpatronin der Heiler und Hebammen verehrt wurde. Außerdem wurde es zur Heilung kranker Tiere verwendet, insbesondere von Kühen und Schafen, zu denen Brigid eine besondere Beziehung hatte. Brigid wird auch die Gründung einer Kunstschule zugeschrieben, unter anderem für Buchmalerei und Metallarbeiten, die vom ersten Bischof von Kildare, Conleth, beaufsichtigt wurde. Gefeiert wird St. Brigid u. a. mit dem Programm Brigid 1500, das eine Reihe von Veranstaltungen und Initiativen, darunter Festivals, Konzerte, Vorträge, Kunstaufträge, Illuminationen, Wallfahrten und Handwerksworkshops sowie ein Schulprogramm umfasst, um das bleibende Erbe der heiligen Brigid zu festigen. Im Kildare Town Heritage Centre/Tourist office erhält man mit "Die Legenden von Kildare" (in mehreren Sprachen möglich) eine großartige Einführung über die Heilige Brigid. Als Virtual-Reality-Erlebnis. VR-Brille und Kopfhörer aufgesetzt und schon kann das magische Abenteuer beginnen, wunderbar für Regentage, spannend für Jung und Alt. Weitere Infos hier! Eine Frau, die wusste, wie man feiert Brigid war nicht nur eine Meisterin im Multitasking des 5. Jahrhunderts, sie war auch freundlich und mitfühlend und liebte gute Feste. Sie wusste, wie wichtig gutes Essen und viel zu trinken waren, wenn Familie, Freunde und Fremde zusammenkamen.  Brigid mochte das eine oder andere Bier, oder zwei oder drei oder vier. Sie braute Bier. Sie servierte Bier in Hülle und Fülle. Sie trank Bier. Sie verschenkte ihr Bier. Und wenn sie nicht genug Bier für alle hatte, stellte sie auf wundersame Weise mehr Bier aus Wasser her. Die 40 Wunder der heiligen Brigid, von der Verwandlung von Brunnenwasser in Bier bis zu einem zusätzlichen freien Tag Ein Fass von Brigids Bier stillte nicht nur den Durst eines Klosters voller Mönche, die Bier brauchten, sondern auch den von 17 weiteren Klöstern voller bierliebender Heiliger und Sünder. Bei einer Gelegenheit verwandelte sie Brunnenwasser in Bier, und die alten Legenden über ihre Braukunst berichten von weiteren Wundern der Bierherstellung. Man kann nicht umhin, die Ähnlichkeiten zwischen Brigids Wundern und den Wundern Jesu in der Bibel zu bemerken. Geschichten über die Verwandlung von Wasser in Wein mögen von den Kelten des 5. Jahrhunderts nicht verstanden worden sein, aber eine Frau, die Wasser in Bier verwandelt, machte diese Wunder für unsere heidnischen Vorfahren vielleicht realistischer. Fakt oder Fiktion? Wir werden es nie erfahren, denn in Irland heißt es: "Lass niemals die Wahrheit einer guten Geschichte im Wege stehen", und es gibt viele gute Geschichten über die heilige Brigid. Mehr als 40 Wunder werden ihr zugeschrieben. Ein beliebtes ist, als sie den König von Leinster bat, ihr Land für den Bau eines Klosters zu geben. Er willigte scherzhaft ein, ihr so viel Land zu geben, wie ihr Mantel bedecken könne, aber ihr Mantel dehnte sich irgendwie weit aus; am Ende kamen mehrere Hektar Land zustande. Brigid stand den Tieren nahe, und wenn sie eine Kuh berührte, produzierte diese angeblich zehnmal mehr Milch, selbst wenn sie bereits ausgetrocknet war. Sie heilte auch einen leprakranken Mann, trieb Dämonen aus, zähmte ein Wildschwein und besänftigte Stürme, um nur einige ihrer Wundertaten zu nennen. Wie aus der keltischen Göttin Brigid eine christliche Heilige gleichen Namens wurde Da die keltische Göttin Brigid die irische Tradition seit Jahrtausenden mit einer Mischung aus Verehrung und Furcht erfüllte, bevor das Christentum in Irland Einzug hielt, ist es nur allzu verständlich, dass unsere Vorfahren nur widerwillig bereit waren, sie vollständig zu verbannen, was zufälligerweise ungefähr zu dem Zeitpunkt geschah, als sie sich in die christliche Heilige Brigid verwandelte, die wir heute kennen. St. Brigid und die Heiligen Brunnen Heilige Brunnen waren für die alten Kelten heilige Orte. Als die Iren zum Christentum konvertierten, übernahmen sie viele Rituale aus ihrer keltischen Religion direkt in ihre neuen christlichen Traditionen. Die Tatsache, dass ihre allererste weibliche Heilige nach einer alten keltischen Göttin benannt wurde, erleichterte diese Umwandlung heiliger Stätten umso mehr. So findet man überall in Irland Brunnen, die nach der heiligen Brigid benannt sind. Unsere überragende Heilige aus dem 5. Jahrhundert hat wahrscheinlich nie einen Fuß in die Nähe der meisten dieser Brunnen gesetzt, aber ihr Name wurde ihnen durch ihre heidnische Namensvetterin Brigid verliehen. Noch heute sind die heiligen Brunnen der heiligen Brigid gut besucht. Ein kleines "Clootie" oder ein Stück Stoff wird in den Brunnen getaucht. Das Wasser wird verwendet, um Wunden zu waschen oder kranke Körperteile zu segnen. Das Tuch wird dann an einen Baum gebunden, um geistige Heilung zu erlangen. Noch heute sieht man alte Tücher an den Bäumen um diese heiligen Brunnen. St. Brigid, zeitweise bekannter als St. Patrick Die Mönche und Gelehrten, die Irland ab dem 6. Jahrhundert verließen, trugen die Geschichte von Brigids Leben und Hingabe nach England, Schottland, Wales und auf den europäischen Kontinent. Im Mittelalter war die heilige Brigid in Europa weitaus bekannter als der heilige Patrick. Ab dem 18. und 19. Jahrhundert trugen Missionare, Migranten und Gelehrte den Namen und den Geist der heiligen Brigid nach Amerika, Australien, Neuseeland, Afrika und in die ganze Welt. Spuren von Brigid, sowohl als Heilige als auch als Göttin, sind überall auf der Welt zu finden. Leider hat St. Brigid, im Gegensatz zu Patrick, keine Schriften hinterlassen, die uns etwas über ihren Hintergrund und ihre Mission verraten können. Infolgedessen wissen wir, ehrlich gesagt, eigentlich fast nichts über die historische Figur selbst. Dennoch: Lá Fhéile Bríde Shona Daoibh! Happy St. Brigid’s Day

  • Die besten Wanderungen in Dublin - Montpelier Loop Trail und das dunkle Geheimnis des Hellfire Clubs

    Na, mutig genug, den berüchtigten Hell Fire Club nahe Dublin zu besuchen, einen der Orte, an denen es in Irland spuken soll? Das verbrannte Äußere verleiht dieser Ruine mit ihrer historischen Verbindung zu Ritualen und schwarzer Magie zusätzliche Dramatik. Viele Mythen ranken sich um dieses isolierte und verlassene Überbleibsel eines alten Jagdschlosses in den Dubliner Bergen. Bevor wir zu den düsteren Geheimnissen dieser Ruine kommen, darf auch gesagt werden, dass der offiziell als "Montpelier Loop Trail" bekannte Wanderweg in Dublin überaus beliebt ist - bietet er doch einen grandiosen Panoramablick auf Dublin City und die Bucht. Hell Fire Club, das ist der Name, den die Einheimischen dem abgelegenen, unheimlichen und einsamen Jagdhaus gegeben haben. Es liegt in trostloser Abgeschiedenheit auf dem Montpelier Hill, umgeben von einem tiefen Waldgebiet, das als Hell Fire Hill Wood bekannt ist. Dieses ehemalige luxuriöse Jagdschloss wurde 1725 von William Connolly, dem seinerzeit reichsten Mann Irlands und Sprecher des irischen Parlaments erbaut. Conolly war unverschämt reich - er ließ auch das prachtvolle Anwesen Castletown House and Gardens erbauen, erfreute sich eines Hauses in Dublin und eben seinem luxuriösen Jagdschloss in den Dubliner Bergen. Ein Fluch liegt auf diesem Ort Den Überlieferungen zufolge soll der Ort, auf dem Connolly das Jagdschloss erbauen ließ von Anfang an verflucht gewesen sein. Um das Land für das Jagdhaus zu roden, soll Connolly die Zerstörung eines Cairns, eines alten keltischen Grabmals, angeordnet haben. Es dauerte nicht lange, bis das Dach durch einen Sturm zerstört wurde. Die Leute munkelten, der Schaden sei die Vergeltung für die Schändung der alten Grabstätte. Connolly konnte sich an seinem Jagddomizil nur vier Jahre erfreuen, dann ereilte ihn der Tod. In den 1730er Jahren fiel das Gebäude in die Hände von Richard Parsons, dem ersten Earl of Rosse und Gründer des irischen Hellfire Club. Anfangs war der Hellfire Club auf das ausgerichtet, was wir vielleicht als Eskapaden einer Oberschicht-Jugend bezeichnen würden, die einfach zuviel Zeit und Geld hat und von Beruf "Sohn" ist. Sie waren Witzbolde (die es oft auf den Klerus abgesehen hatten) und Frauenhelden; sie tranken und spielten. Schwarze Magie und okkulte Praktiken Doch kommen wir zunächst auf Richard Parsons zu sprechen. Dem Mann eilt der Ruf voraus, sich gerne und intensiv mit schwarzer Magie und okkulten Praktiken zu beschäftigen. Der abgelegene Hell Fire Club ist somit der perfekte Ort für dunkle Rituale, die aus den tiefsten Bereichen des Okkulten stammen sollen. Die Geheimniskrämerei der Club-Mitglieder sorgt für Gerüchte über satanische Rituale und Teufelsanbetung. Es heißt, dass sich Parsons als König der Hölle bezeichnete und sich wie der geflügelte und gehörnte Teufel kleidete, wenn er nicht gerade nackt Gäste empfang. Die Mitglieder des Clubs sollen immer einen leeren Platz am Tisch freigelassen haben, damit der Teufel teilnehmen konnte. Im Rahmen ihrer satanisch-dämonischen Rituale sollen sie schwarze Katzen geopfert haben. Fakt ist mit Sicherheit, dass es Ausschweifungen mit reichlich Sex und Alkohol gab. Die Bevölkerung glaubte, alles Bösartige, Schlechte und Dunkle halte sich bis heute in der Ruine versteckt. Ein Zeitgenosse jener "ausschweifenden Aristokraten", Jonathan Swift, Autor von "Gullivers Reisen" und in Dublin lebend nannte sie "eine Gruppe von Ungeheuern, Gotteslästerern und Bacchanalisten". Sie wurden auch "The Blasters" oder die "Young Bucks of Dublin" genannt. Lokale Berichte zeichnen zwar ein düsteres Bild davon, was im Club vor sich ging, aber aufgrund der Exklusivität der Mitgliedschaft und der abgelegenen Lage des Hauses gibt es natürlich nicht viele zuverlässige Berichte darüber, was genau dort vor sich ging; der Rest ist Legende, wie diese: Da man ja immer einen Platz für den Teufel frei ließ, soll dieser in einer stürmischen Nacht an die Tür des Schlosses geklopft haben. Er wurde von den Mitgliedern hereingebeten und beteiligte sich an ihrem Gelage und ihren Kartenspielen. Erst als einem der Mitglieder eine Karte auf den Boden fiel und er sie aufheben wollte, bemerkte er die gespaltenen Hufe des Fremden. In einer anderen Geschichte geht es darum, dass örtliche Priester einen Dämon aus dem schwarzen Katzenmaskottchen des Clubs exorziert haben, wieder eine andere Geschichte erzählt sogar von Menschenopfern. Viel näher an der Wahrheit liegt dagegen die Geschichte von Henry, vierter Baron Barry of Santry, der eines der jüngeren Mitglieder des Clubs und nach allem, was man hört, ein passionierter Trinker gewesen sein soll. Er soll einen seiner Diener, der krank im Bett lag, mit Brandy übergossen und angezündet haben. Der arme Mann starb. Henry bezahlte viele für ihr Schweigen, doch es half ihm nicht. Er wurde des Mordes an seinem Diener angeklagt und verurteilt. Geschützt von mächtigen Freunden geschah ihm leider nicht viel, ausser dass er den Rest seines Lebens im englischen Exil verbringen musste. Der Prozess sorgte für Aufmerksamkeit und nun fragten sich immer mehr Menschen, was um Himmels willen die Mitglieder dieses Clubs alles anstellten. Das Ganze fand jedoch ein "natürliches" Ende, als mehrere Mitglieder des Hellfire Clubs in der Schlacht von Fontenoy 1745 ums Leben kamen. Im Jahr 1749 wurde das Jagdschloss von Charles Cobbe, dem Sohn des Erzbischofs von Dublin, erworben. Charles soll 1751 in oder nahe dem Gebäude gestorben sein, angeblich in einem Duell. Danach scheint das Gebäude verlassen worden zu sein. Warum ist das ehemalige Jagdschloss heute eine Ruine? Manche behaupten, die Hellfire Club-Mitglieder hätten die Hütte in Brand gesteckt, weil die Familie Connolly sich weigerte, den Pachtvertrag zu verlängern. Andere sagen, ein unvorsichtiger Diener habe ein Getränk über eines der Mitglieder geschüttet, woraufhin jener das Gleiche tat, wie der vierte Baron Barry of Santry mit seinem armen, bettlägerigen Diener, er sol ihn mit Brandy überschüttet und angezündet haben. Das Feuer soll daraufhin außer Kontrolle geraten sein. Wie gesagt, es gibt unzählige Geschichten über die Vorgänge im Hellfire Club. Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, welche davon der Wahrheit entsprechen, welche erfunden sind und welche vielleicht ein Körnchen Wahrheit enthalten. Die Ruine, aufgrund des gewölbten Steindachs eine der am besten erhaltenen Jagdschlösser des frühen 18. Jahrhunderts, ist jedenfalls eine Wanderung wert. Der offiziell als "Montpelier Loop Trail" bekannte Wanderweg in Dublin ist überaus beliebt und lohnenswert. Der Parkplatz - geöffnet zwischen 7 und 21 Uhr (April bis September) und 8 bis 17 Uhr (Oktober bis März) befindet sich an der R115 südlich von Rathfarnham, etwa eine halbe Stunde außerhalb von Dublin. Am Wochenende sollte man möglichst früh kommen, sonst wird es eng mit den Parkplätzen. Vom Parkplatz aus führen mehrere Wege zu der Ruine auf dem Hügel. Eine grandiose Aussicht so weit das Auge reicht und die spannende Geschichte zur Ruine des alten Jagdhauses winken als Belohnung. Quellen https://www.irishcentral.com/roots/history/ghost-stories-ireland-haunted-buildings https://www.historyireland.com/the-hellfire-club-co-dublin/ https://www.bbc.com/news/uk-northern-ireland-37609835 https://www.ancient-origins.net/unexplained-phenomena/dublins-hellfire-club-0018821 https://www.amrevmuseum.org/virtualexhibits/cost-of-revolution/pages/dublin-hellfire-club

  • Irland - schon mal in Hollywood gewesen?

    Touristen sind immer wieder erstaunt, dass ein kleines Dorf im Westen der Grafschaft Wicklow tatsächlich das ursprüngliche Hollywood ist und dass aus ihm das kalifornische Hollywood, die Heimat der Filmindustrie, hervorgegangen ist. Hier die ganze Geschichte. Das irische Hollywood trägt diesen Namen bereits seit mindestens 1000 Jahren, also lange bevor man in Kalifornien je von Hollywood gehört hat. Die US-Schauspielerin Meryl Streep als auch Film Idol Liam Neeson sowie Brendan Gleeson kehrten schon buchstäblich „zu den Hollywood-Wurzeln“ zurück. Während der Dreharbeiten zu Neil Jordans Film "Michael Collins" (1995) wurde Liam Neeson zu einer vertrauten Figur im irischen Hollywood. Als Meryl Streep „Dancing at Lughnasa“ drehte, war sie ebenfalls vom Charme dieses Dorfs angetan. Kaum zu glauben: Wie ein Ire aus Hollywood das kalifornische Hollywood gründet Um zu verstehen, wie das irische Hollywood das amerikanische begründete, muss man sich die Geschichte der Familie Guirk aus Hollywood (Co. Wicklow) näher ansehen. Wie viele irische Bauernfamilien kamen auch die Guirks Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr über die Runden. Die große Hungersnot ließ sie1850 an Bord des Schiffes „Ellen“ gehen. Mathew, der 24-jährige Sohn der Guirks, wird sodann Schmied, betätigt sich in den USA aber auch als Pferdezüchter, Immobilienmakler und kauft sogar eine kleine Pferderennbahn, die er nach seinem Geburtsort benennt. Irgendwann verschlägt es ihn von Charleston (South Carolina) nach Kalifornien. In einem Gebiet nahe Los Angeles lässt er sich nieder und baut ein Haus. Nach und nach wird daraus eine kleine Gemeinde. Sein winziges Dorf in den Wicklow Mountains vergisst Mathew nicht - die neue Siedlung nennt er Hollywood. Bis zu seinem Tod vor einigen Jahren gab der Großneffe von Mathew Guirk, Jim Guirk, Postmeister und Ladenbesitzer im irischen Hollywood gerne Auskunft über den Schmied aus der Grafschaft Wicklow, der Hollywood in Kalifornien gründete. Mathew Guirk stirbt am 13. Oktober 1901 im Alter von 75 Jahren. Er ist auf dem Rosedale-Friedhof in Los Angeles begraben. Seitdem ist die neue Siedlung in Kalifornien um einiges gewachsen, sie fusionierte 1903 mit der Stadt Los Angeles. 1911 siedelten verschiedene Filmmogule ihre Studios in dieser Gegend an. Das Licht, sei dort ideal für Dreharbeiten, hieß es; aber ist es das nicht auch in Irland? Mehr über Irland, Kurioses, Wissenswertes und Fun Facts in "Irland wie es nicht im Reiseführer steht" von Lisalina Sagner. #Irland #Irlandreise #Irlandreiseführer #IrlandmitHund #IrlandmitWoMo #Hollywood #Wicklow #Irlandtipps #Irlandurlaub #LisalinasIrlandblog #9lebenverlagcom Quellen: https://www.irishexaminer.com/lifestyle/arid-20163924.html https://visitwicklow.ie/listing/hollywood-county-wicklow-and-hollywood-california/ https://www.irishcentral.com/travel/hollywood-name-ireland https://www.thejournal.ie/hollywood-sign-wicklow-3867190-Feb2018/

  • Irland - Wicklow Mountains - nicht verpassen! Victor’s Way! Fesselnde Skulpturen aus Granit

    Victor's Way, das ist ein einzigartiger Meditationsgarten, der Besucher/-innen dazu einlädt, sich auf eine Reise der Meditation zu begeben. Ruhige Seen, Wald und eine Skulpturen-Sammlung, die ihresgleichen sucht. Jede Skulptur ist einzigartig und stellt verschiedene Aspekte der menschlichen Emotionen, der Kämpfe und des menschlichen Daseins dar. Man spaziert auf den Wegen, genießt die Ruhe der Seen, die wunderbaren Skulpturen und das Rauschen der Blätter. Hunde, angeleint, sind erlaubt. Adresse: Victor's Way, Old Enniskerry Road, L1036, Roundwood, County Wicklow Webseite: https://victorsway.eu/ Wie kommt man hin? Mit dem Auto: Die Anreise mit dem Auto zum Victor's Way ist für viele Besucher die bequemste Option. Von Dublin aus nimmt man die Autobahn M50 in Richtung Süden und fährt weiter auf die N11. Den Schildern zur R755 in Richtung Roundwood folgen. In Roundwood angekommen, folgen Sie der Beschilderung zum Victor's Way, der direkt außerhalb der Stadt liegt. Kostenfreie Parkmöglichkeiten. Bus: Busunternehmen wie Bus Éireann oder private Reiseveranstalter haben Routen, die durch Roundwood oder in dessen Nähe führen. In Roundwood angekommen, kann man entweder zum Victor's Way laufen (ca. 2,5 km) oder ein Taxi für eine kurze Fahrt nehmen. Zug: Mit dem Zug von Dublin nach Bray oder Greystones, beides Städte in der Nähe. Von Bray oder Greystones aus mit einem Taxi oder einem lokalen Bus nach Roundwood. In Roundwood angekommen, kann man entweder zum Victor's Way laufen (ca. 2,5 km) oder ein Taxi für eine kurze Fahrt nehmen. Wenn man schon in den Wicklow Mountains unterwegs ist: Wie wäre es mit einem Stopp in Hollywood oder in Glencree? Lohnt sich! Mehr über Irland, Kurioses, Wissenswertes und Fun Facts findet man in "Irland wie es nicht im Reiseführer steht" von Lisalina Sagner. #Irland #Wicklowmountains #VictorsWay #Irlandreise #IrlandmitWoMo #LisalinasIrlandblog #LisalinaSagner #IrlandwieesnichtimReiseführersteht #Roundwood #9LebenVerlag #Irlandtipps #Irlandtoptipps #Irlandreiseführer #ReiseführerIrland

  • Irland - tragisches Monasterevin - Von Geiselnahmen und dem Hängen eines Unschuldigen

    Das ruhige Städtchen Monasterevin im Süden von Kildare ist Außenstehenden vielleicht wegen zweier tragischer Ereignisse bekannt. Eines trug sich vor nicht allzu langer Zeit zu, am 3. Oktober 1975; das andere am 11. Juni 1798. Im Zentrum der Stadt Monasterevin steht ein prächtig proportioniertes Haus, dessen Fensterfront die Hauptstraße und den Fluss Barrow überblickt, während sich jenseits des Wassers ruhige grüne Felder erstrecken. Es ist ein friedliches Bild und für den zufälligen Passanten nichts Ungewöhnliches in dieser landschaftlich reizvollen Gegend. Doch wenn Mauern sprechen könnten, welche Geschichten könnte Monasterevin House über den Aufstand von 1798 erzählen, als die Straßen rot vom Blut der United Irishmen und der Stadtgarnison waren und was würde es über die grausame Tortur des bekanntesten Sohnes der Region, Father Edward Prendergast, erzählen? Unschuldig am nächsten Baum erhängt? Im Jahr 1798 gehörte das Monasterevin House Leutnant Bagot, dem Kommandeur des Infanteriekorps, das Teil der Stadtgarnison ist, als am 25. Mai desselben Jahres die United Irishmen Monasterevin angreifen und einnehmen. Doch noch am selben Tag werden die Rebellen unter schweren Verlusten wieder vertrieben. 68 Menschen bezahlen den Aufstand auf der Main Street mit ihrem Leben. Dann vergehen zwei Wochen bis der Pfarrer der Gemeinde, Pater Prendergast, verhaftet und der Beteiligung an der Rebellion beschuldigt wird. Der vermeintliche Beweis und die einzige Stütze der Anklage: Er sei im Lager der Rebellen auf dem Barn Hill gesehen worden. Die Überlieferung besagt, dass seine Anwesenheit im Rebellen-Lager im Rahmen seiner priesterlichen Pflichten erfolgte; örtliche Historiker glauben, er habe am Vorabend des Aufstands lediglich die Beichte abgenommen; andere behaupten, er sei der Anführer der Rebellen gewesen. Eine andere Überlieferung berichtet von dem Versuch einer Engländerin, einer Mrs. Rice aus Cherrymills, ihm das Leben zu retten. Als Gast eines Abendessens in Monasterevin House erfuhr sie von der geplanten Verhaftung und wurde unter Vortäuschung einer Krankheit nach Hause gefahren. Ihr Ehemann soll Pater Prendergast vor der Gefahr, die ihm drohte, gewarnt haben, doch Pater Prendergast soll nicht um seine Sicherheit besorgt gewesen sein. Fakt ist: Sein Kriegsgerichtsprozess findet im Monasterevin-Haus statt und es wird ein kurzer Prozess. Danach hängt man ihn, an einem Baum am Ufer des Flusses Barrow. Pater Prendergasts Leichnam wird in noch dieser Nacht heimlich von Freunden zum Familiengrab auf den Harristown-Friedhof gebracht. Die Inschrift auf einem Kalksteinkreuz über seinem Grab lautet: Betet aus eurer Nächstenliebe für Pater Edward Prendergast, den ehemaligen Pfarrer seiner Heimatgemeinde, dessen sterbliche Überreste hier beigesetzt wurden. Er wurde vor ein Kriegsgericht gestellt und am 11. Juni 1798 in Monasterevan hingerichtet. Möge er in Frieden ruhen. Pater Prendergast wurde im Juni 1749 geboren und in Salamanca ausgebildet und geweiht. Jahr für Jahr werden die Ereignisse in einer Gedenkfeier in Erinnerung gerufen. Die Schlacht auf der Main Street wird von den Schulkindern teilweise nachgestellt, dazu eine lateinische Messe und die Army Band spielt. 1899 errichtete die Gemeinde ein Denkmal zu Ehren der Aufständischen. Kommen wir nun zu den Ereignissen im Jahr 1975 Der niederländische Industrielle Dr. Tiede Herrema ist auf dem Weg zu einer frühmorgendlichen Besprechung im Ferenka-Stahlwerk in Annacotty (Grafschaft Limerick), als er von einer Polizeikontrolle aufgehalten wird. Der vermeintliche Polizist zückt einen Revolver und verfrachtet den überrumpelten 54-jährigen Herrema in einen Fluchtwagen. Im folgenden Telefonat mit der niederländischen Botschaft wird die Freilassung von drei IRA-Gefangenen innerhalb von 48 Stunden gefordert; anderenfalls drohe Herremas Hinrichtung. Den Behörden wird schnell klar, dass das waghalsige Verbrechen aus überwiegend persönlichen Motiven begangen wird. Bei dem falschen Polizist handelt es sich um den abtrünnigen republikanischen Bombenleger Eddie Gallagher, der im Norden und Süden Irlands auf der Flucht vor dem Gesetz und vor seinen ehemaligen IRA-Kollegen ist, die nun nach ihm suchen. Die unmittelbare Reaktion der Regierung: Keine Deals mit Terroristen. Andererseits - steht nicht sogar das Schicksal der Nation auf dem Spiel? Die irische Wirtschaft liegt nach sechs Jahren Unruhen und dem anhaltenden Einbruch infolge der Ölkrise von 1973 auf den Knien. Ganz abgesehen von der menschlichen Tragödie würde die Entführung und drohende Ermordung des Chefs eines der größten irischen Arbeitgeber sicherlich ausländische Firmen zum Abwandern bewegen und den Aufschwung künftiger ausländischer Investitionen bremsen. Auch der Oberbürgermeister von Limerick appelliert an die IRA - die jegliche Beteiligung bestreitet - einen Waffenstillstand mit dem Staat zu schließen und ihre Ressourcen zu nutzen, "um diesen Mann zu finden und zurückzubringen, andernfalls würden 1200 Menschen arbeitslos sein". Die 48 Stunden-Frist verstreicht Eine gefühlte Ewigkeit vergeht. Die Hoffnung schwindet. Dann, eine neue Forderung: Die Entführer verlangen die Schließung des Ferenka-Werks, darauf hoffend, dass die mächtige Muttergesellschaft der Firma die irische Regierung dazu bringt, die Forderungen der Entführer zu erfüllen. Das Werk wird geschlossen. Armee und Polizei starten die größte Fahndung in der Geschichte der irischen Republik. Erfolglos. Mangels konkreter Anhaltspunkte wuchern die Gerüchte. Die Entführer sollen gedroht haben, dem Opfer die Füße abzuschneiden, lautet eins davon. Endlich, nachdem zwei Wochen ins Land gegangen sind, veröffentlichen die Entführer ein Tonband mit der Stimme von Herrema. Er sagt, er sei bei guter Gesundheit. Gleichzeitig fordern sie erneut 2 Millionen Pfund Lösegeld und einen Flug in den Nahen Osten. Dann, eines Sonntagmorgens wacht die Nation auf und hört im Radio von einer Razzia der Special Branch im Morgengrauen, unterstützt von Scharfschützen, in einem Reihenhaus im Städtchen Monasterevin in Kildare. Als die Wachen die Eingangstür einschlagen, ziehen sich Gallagher und Coyle mit ihrer Geisel in ein Schlafzimmer im Obergeschoss zurück und schießen wild um sich. Stunden später ist das verschlafene Anwesen in Monasterevin von Sicherheitskräften und Medien überschwemmt. Eine Zeitung schreibt: "Das Hazel Hotel hatte fast kein Essen mehr, und um 14 Uhr stand nur noch Schellfisch auf der Speisekarte." Dann tritt ein hagerer Tiede Herrema ans Fenster und fordert die Polizei auf, sich fernzuhalten. Die Belagerung beginnt. Nach einigen Tagen erhalten die Entführer Lebensmittel in einem Einkaufskorb, der mit einem Seil hochgezogen wird. Aus Tagen werden Wochen. Als nach frischer Kleidung, darunter drei Unterhosen und ein Unterrock, verlangt wird, spekulieren alle darauf, dass die Entführer sich für die Übergabe der Geisel herausputzen wollten. Doch Pustekuchen - sie wollten wirklich nur saubere Unterwäsche. Am 17. Tag bitten die Entführer um Kopfschmerztabletten. Stunden später werfen sie ihre Pistolen aus dem Fenster und kommen heraus. Gallagher dachte, er leide an einer Meningitis und bittet um ärztliche Hilfe. Herrema ist in bester Verfassung. Später vergibt er seinen Entführern mit den Worten: "Sie hätten meine eigenen Kinder sein können. Sie müssen verzweifelte Zeiten durchgemacht haben, um so weit zu kommen." Die Entführer und ihre Komplizen erhalten insgesamt 71 Jahre hinter Gittern. Gallagher wird mit seiner Geliebten Rose Dugdale im Limerick-Gefängnis wiedervereint, wo sie 1978 als erste verurteilte Häftlinge in der Geschichte des irischen Staates hinter Gittern heirateten. Herrema stirbt im April 2020, nur zwei Tage nach dem Tod seiner Frau, kurz nach seinem 99. Geburtstag. Er blickt auf ein wahrhaft ereignisreiches Leben zurück. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Herrema von den Nazis verhaftet und in ein polnisches KZ gesteckt, weil er dem niederländischen Widerstand angehörte. Nach seiner Befreiung durch die sowjetischen Streitkräfte legte er 500 km zu Fuß (sic!) bis zu den amerikanischen Linien zurück. Zusammen mit seiner Frau wurde Dr. Herrema 1975 zum irischen Ehrenbürger und zu Ehrenbürgern Limericks ernannt. Beide verließen zunächst Irland, kehrten jedoch 1987 nach Irland zurück. Nach dem Ende der Geiselnahme und Belagerung verschwindet die Welt, die Dinge beruhigen sich und die Stadt geht wieder ihren normalen Geschäften nach, wobei sie sich gelegentlich über die unerwünschte Aufmerksamkeit beschwert, die sie erhalten hat. Nach einer Weile beschließen Züge aus Dublin in Monasterevin nicht mehr anzuhalten und von den Autofahrern wird der verschlafene Ort nur noch als ein Ort wahrgenommen, den sie mit 60 Stundenkilometern auf dem Weg nach oder von irgendwo durchfahren. Die vergleichsweise junge "Belagerung" ist nur ein Tropfen im Fluss der Geschichte, denn diese Stadt hat viel Blut und Tod gesehen.

  • Irland - die besten Wanderungen in Dublin - das "Tal des Todes"

    Im County Dublin, in den Dublin Mountains, nahe Kilternan, kann man den angenehmen Carrickgollogan Lead Mines Way wandern und gleichzeitig den markanten Schornstein einer alten Bleimine bewundern. So schön die Aussicht auch ist, man befindet sich in einer Gegend, die früher "Tal des Todes" genannt wurde und das hatte handfeste Gründe. Der Weg, hier zum Herunterladen, führt gegen den Uhrzeigersinn durch den üppigen Wald von Carrickgollogan. Es gibt dort noch einen etwas steileren Aufstieg auf den Carrickgollogan Hill, von dem aus man einen herrlichen Blick über Dublin City, die Irische See und die Landschaft von Wicklow hat. Nahebei lockt der Scalp Lookout Trail, ein weiterer kurzer Spaziergang mit einem wahrlich lohnenden Ausblick am Scalp Lookout Point. Das "Tal des Todes" Von 1807 bis 1913 wurde in Carrickgollogan Blei geschürft und geschmolzen. 1860 war das Bleiwerk trotz Untertagebaus erschöpft, doch es wurde mit Pferdefuhrwerken und der Bahn Erz aus den Bergwerken in Glendalough, Co. Wicklow, zum Schmelzen nach Carrickgollogan gebracht. Es wurde auch Bleierze aus den Minen in Donegal und Wexford angeliefert. In den 1880er Jahren war die Verarbeitung irischer Erze wirtschaftlich nicht mehr rentabel. Eine Zeitlang schmolz man noch Erz von der Isle of Man. 1843 wurde eine Silberader entdeckt, doch die Produktion war begrenzt. Das augenfälligste Überbleibsel der Anlage ist die Ruine des Schornsteins, die nahe dem Gipfel des Carrickgollogan-Hügels liegt. Weiter unten an den Hängen des Hügels finden sich noch viele andere ehemalige Gebäude, die am Schmelz- und Walzprozess beteiligt waren, darunter Öfen, Reinigungsbecken, Kalköfen, Lager, Arbeiterhütten und das Haus des Direktors. Als in Dublin die Vororte der Stadt wuchsen, wurde das Blei, das zur Herstellung von Rohren und Dächern verwendet wurde, dringend benötigt. Auch Bleischrot wurde hergestellt: Der erste Schrotmaschinenturm wurde 1829 erbaut. Viele Arbeiter hatten permanent Kontakt mit dem Blei und starben in der Folge an einer Bleivergiftung, gleichzeitig konnte der Turm nicht alle giftigen Dämpfe ableiten, so dass die Sterblichkeit in der Umgebung hoch war. Die Gegend wurde daher "Tal des Todes" genannt. Der markante Granitschornstein mit seiner äußeren Wendeltreppe und der Aussichtsplattform wurde schnell zu einer bekannten Landmarke und war sogar auf den Seekarten der Admiralität als Bezugspunkt für Seefahrer verzeichnet. [Aus fotografischen Aufzeichnungen geht hervor, dass der Schornstein ursprünglich viel höher war und ein zusätzlicher, inzwischen abgebauter Ziegelabschnitt die Aussichtsplattform überragte. Er ist das einzige Beispiel eines solchen Schornsteins, der in Irland gebaut wurde. Parken Vom Barnaslingan-Parkplatz aus hat man die perfekte Ausgangsbasis, um den Lead Mines Way und den Scalp Lookout Trail in einer schönen Achterwanderung zu erkunden, die beide Rundwege umfasst.

  • Irland - die besten Tagesausflüge von Dublin aus - mit Stanley Kubrick im Carton House

    Wer weiß, wo Kubricks "Barry Lyndon" gedreht wurde? Na? Oder der US-amerikanische Kriegsfilm "The big red one"? Die Antwort ist ganz einfach: Dort, wo auch Königin Victoria, Prinzessin Grace und Prinz Rainier zeitweise wohnten, Ihr wisst schon, im Carton House, Co. Kildare. Bevor wir näher auf die überaus bewegte Geschichte von Carton House eingehen, stellen wir den dort befindlichen Tyrconnell Tower vor, der das Mausoleum für Richard Talbot werden sollte. Und jetzt gerne auch der Reihe nach ;-) Der Tyrconnell Tower des Carton Landguts steht auf dem Gipfel eines Hügels, der den heutigen Carton House Golf Club überragt. Ein bemerkenswerter Blickfang in Nord-Kildare und Süd-Meath, benannt nach Richard Talbot, Herzog von Tyrconnell, der zwischen 1687 und 1689 Vizekönig war. Carton House - 800 Jahre Familiengeschichte mit Hinrichtungen, Spielschulden und Psychiatrie Wenn die Mauern von Carton House erzählen könnten ... sie haben in der mehr als 800-Jährigen Geschichte wahrlich viel gesehen. Alles begann 1170, als Normannen Dublin einnahmen. Der cambro-normannische Adlige Maurice FitzGerald, Lord of Lanstephan, (ca. 1105–1176) spielte dabei eine wichtige Rolle; zum Dank wird er zum Lord of Maynooth erhoben und erhält das Gebiet, in dem heute Carton House liegt. Sein Sohn, Gerald FitzMaurice (ca. 1150 –1204) wird der 1. Baron Offaly und sein Nachfahre John FitzGerald, 4. Baron of Offaly, (ca. 1250 –1316) wird der 1. Earl of Kildare. Unter Gerald FitzGerald, 8. Earl of Kildare, (ca. 1456 - ca. 1513), der lange das Amt des Lord Deputy of Ireland innehatte, werden die FitzGeralds die eigentlichen Herrscher der Lordschaft Irland; später abgelöst durch das Königreich Irland. Aber der unglückselige Enkel des 8. Earls, Thomas FitzGerald, 10. Earl of Kildare, (1513–1537), auch Silken Thomas genannt, wird zusammen mit seinen fünf Onkeln im Februar 1537 in Tyburn, dem Galgenplatz Londons, hingerichtet, weil er einen Aufstand gegen die englische Krone angezettelt hatte, dazu findet man hier mehr ... Das Elend der britischen Besatzung beginnt ... Danke für gar Nichts, Diarmuid! Hier muss ein kleiner Schlenker in das Elend der britischen Besatzung Irlands erlaubt sein, denn sie hängt eng mit den Normannen, den FitzGeralds und dem irischen König von Leinster, Diarmuid zusammen, von den Iren daher auch Diarmuid na nGall (Diarmuid von den Fremden) oder "der Mann, der die Normannen in das Land führte" genannt. Noch heute könnte man ihm nachrufen: Danke für gar nichts, Diarmuid! Was für ein Bursche dieser König von Leinster war, lässt sich unschwer an seinen Taten erkennen. Er überfällt 1132 die Abtei Kildare, erschlägt viele Menschen, zündet die Kirche an, lässt die Äbtissin vergewaltigen und setzt seine Nichte als neue Äbtissin ein. Zehn Jahre später lässt er Adlige von Leinster, die sich gegen seine tyrannische Herrschaft auflehnen, blenden und ermorden. Verbissen kämpft er darum, Hochkönig von Irland zu werden. Nach unzähligen Kämpfen wird er jedoch entscheidend geschlagen. Doch Diarmuid ist ein schlechter Verlierer. Er reist dem englischen König Heinrich II. hinterher und fleht um Unterstützung. Heinrich II. erlaubt ihm, in England Unterstützung für die Rückeroberung seines Throns zu suchen. So bittet Diarmuid die Normannen Richard de Clare (alias Strongbow) und Maurice FitzGerald um Hilfe. Im Mai 1189 landen Maurice FitzGerald und Robert FitzStephen mit einer kleinen Streitmacht bei Wexford. Sie vereinigen ihre Streitmacht mit Diarmuids irischen Kämpfern. Die Anglonormannen setzen sich in Wexford fest. Im August 1170 landet Strongbow mit einer weiteren anglonormannischen Streitmacht in Irland; sie erobern Dublin. Als Diarmuid 1171 stirbt, wird Strongbow sein Erbe. Die Fremdherrschaft der Anglo-Normannen in Irland beginnt. Die Invasion Irlands - folge den Motiven! Diarmuit war jedes Mittel recht, um wieder König von Leinster zu werden Der Papst erlaubt dem englischen König Irland zu besetzen, weil sie den keltisch-christlichen Glauben der katholischen Kirche einverleiben möchte Und, wie praktisch, mit Irland kann der englische König seinem Sohn "Johann Ohneland" endlich auch ein Territorium zuteilen Der englische König vermacht Irland an Johann, der damit 1185 zum Lord of Ireland wird. Ab nun nutzen englische Monarchen den Titel Lord of Ireland auch weiterhin immer wieder, um ihren Anspruch auf die irische Insel zu untermauern. Doch zunächst beschränkt sich die englische Herrschaft nur auf einen immer schmaler werdenden Küstenstreifen rund um Dublin, Wexford und Enklaven in Nordirland. Der Rest der Insel bleibt vorerst durch irische Herrscher geprägt, die die einheimischen Bräuche pflegen, das Rechtssystem der Brehon Laws aufrechterhalten und Irisch sprechen. Zurück zu den Normannen bzw. den FitzGeralds und Carton House: Bis Anfang des 20. Jahrhunderts bleibt Carton House im Besitz der FitzGeralds, dann verkauft Edward FitzGerald, (1892–1976) sein Leibgedinge an den Geldverleiher, Sir Harry Mallaby-Deeley, um seine Spielschulden in Höhe von £ 67.500 zu bezahlen. Sein ältester Bruder, Maurice FitzGerald, (1887–1922), erbt als Kind das Herzogtum und die Ländereien, leidet aber an ernsten psychischen Krankheiten. Bis zu seinem Tod im Februar 1922, lebt er daher nicht im Carton House, sondern in einem Haus des psychiatrischen Krankenhauses Craig House in Edinburgh. Immerhin gibts dort ein Billardzimmer. Der zweitälteste Bruder, Major Lord Desmond FitzGerald (1888 – 1916), Offizier der Irish Guards, wird bei einem Unfall während einer Granatenvorführung in Calais im Ersten Weltkrieg getötet. So geht der größte Teil des Anwesens der FitzGerald-Dynastie verloren. 1923 kommt eine örtliche Abteilung der IRA nach Carton House, mit dem Ziel dieses Anwesen, wie so viele in jener Zeit, niederzubrennen. Angeblich werden sie gestoppt, da ein Familienmitglied der FitzGeralds ein großes Gemälde von Lord Edward FitzGerald zur Tür bringt und darauf hinweist, dass sie das Haus eines bekannten irischen Patrioten niederbrennen würden. Im Zweiten Weltkrieg ist Carton House das Hauptquartier der 2. Infanteriedivision der irischen Armee. Ende der 1940er-Jahre verkauft der 8. Duke of Leinster (1914 – 2004) schließlich Carton House und die Reste des Anwesens. Käufer ist 1949 zunächst Ronald Nall-Cain, ein Multi-Millionen-Pfund schwerer Tory-Adliger, Geschäftsmann und Mitglied der alten Ulster-Familie Ó Catháin (O’Kane). Lord Brocket vermacht Carton House seinem jüngeren Sohn, David Nall-Cain, der später auf die Isle of Man zieht und das Haus 1977 an die Familie Mallaghan verkauft. Diese wiederum verkauft Carton House 2017 an John Mullen für schlappe € 57 Mio. Manor House wird eine begehrte Film-Location Zwei der dort gedrehten Filme sind Stanley Kubricks Barry Lyndon 1975 (mit Ryan O’Neal - Soundtrack von The Chieftains und The Big Red One 1980 mit Lee Marvin. Regisseur Blake Edwards und seine Frau, die Schauspielerin Julie Andrews, lebten den Sommer und Herbst 1969 über in Carton House, während sie den Film Darling Lili drehten. Rock Hudson, der neben Andrews auch eine Hauptrolle spielt, lebte in dieser Zeit ebenfalls im Carton House. Später dient Carton House auch als Hauptdrehort des irischen Fernsehdramas Love/Hate. Carton House Demesne heute Im Jahr 2000 wird Carton House zum „Premier Golf Resort and Hotel“ umgebaut; mitsamt zwei Golfplätzen. Nichtsdestotrotz ist es eine wunderbare Gelegenheit für ausgedehnte Spaziergänge. Das Anwesen gehört zu einer der schönsten Parkanlagen Irlands im georgianischen Stil, besonders im Herbst sieht der Park sehr nach "indian summer" aus. Herrlich! Und das alles nur ca. 23 km westlich von Dublin in Maynooth, Co. Kildare. Wie komme ich dorthin? Man fährt auf der N4 und dann R148 nach Maynooth, oder man nimmt einen Zug oder Bus von Dublin aus. Die Fahrt mit dem Auto dauert etwa 30 Minuten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwa eine Stunde.

bottom of page